Tausende Liter Glühwein auf die Freundschaft

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
8936632.jpg
Bernadette Rader gibt die Gewürze in die Plastikkanister: Das Geheimrezept findet an den Weihnachtsmarktwochenenden reißenden Absatz. Tausende Liter müssen jede Woche angemischt werden. Foto: A. Gabbert

Monschau. Hunderte Plastikkanister warten im Gewölbekeller des Auklosters in Monschau darauf, mit Glühwein befüllt zu werden. Sieben Mitglieder des Partnerschaftskomitees, das sich die Pflege der Städtepartnerschaft zwischen Monschau und dem französischen Bourg-Saint-Andéol auf die Fahne geschrieben hat, sind an diesem Morgen gekommen, um ihr Geheimrezept anzumischen.

Dafür stehen 350 Zehn-Liter-Kartons mit Rotwein aus Bourg-Saint-Andéol, rund 72 Kilogramm Zucker, 400 Flaschen Orangensaft und Gewürze bereit. Zuerst gelangen der Zucker und die Gewürze mit Hilfe eines Trichters in die Gefäße, anschließend folgen Orangensaft und Wein. Die genaue Zusammenstellung will aber keiner der Helfer verraten.

Den fertigen Glühwein verkauft das Partnerschaftskomitee dann an seiner Bude auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt. „Das hier ist nur für das erste Adventswochenende gedacht“, sagt die Vorsitzende des Komitees, Bernadette Rader, während sie den Blick durch den Keller schweifen lässt. „Der Glühwein schmeckt jedes Jahr etwas anders, das liegt am Jahrgang“, sagt sie. Ein kleinerer Teil davon ist auch für den Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende in Huppenbroich bestimmt.

In den kommenden Wochen wartet auf das Komitee noch viel Arbeit: Jede Woche wird der Glühwein neu angemischt, und auch der Verkauf auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt funktioniert nur mit vielen Helfern. „Insgesamt sind an den vier Wochenenden rund 120 Helfer im Einsatz, zehn pro Tag“, erklärt Rader.

Französische Winzer zu Gast

An jedem Weihnachtsmarktwochenende ist immer ein anderer französischer Winzer am Stand nebenan zu Gast, nicht zuletzt, um die Verbundenheit mit dem Partnerschaftskomitee zum Ausdruck zu bringen.

Mit den Einnahmen aus dem Glühweinverkauf werden viele Dinge, die die Städtepartnerschaft mit Leben füllen, finanziert. „Im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel 8000 Euro für den Empfang der französischen Jugendlichen ausgegeben“, sagt die Vorsitzende. Ausflugsprogramme werden finanziert, Personen die ein Praktikum in der Partnerstadt absolvieren, und Vereine, die die Partnerstadt besuchen, erhalten von dem Komitee einen Zuschuss.

Vom 4. bis zum 8. Dezember erwartet die Stadt Monschau wieder 41 Personen aus Bourg-Saint-Andéol zu Besuch. Dann steht eine Stadtführung in Aachen mit einem Besuch des Weihnachtsmarkts auf dem Programm. Einen Tag werden die Gäste in Monschau verbringen und von Bürgermeisterin Margareta Ritter empfangen. Auch dem singenden Hirten, Reiner Jakobs aus Höfen, werden sie in der riesigen Landschaftskrippe in der Höfener Pfarrkirche begegnen. „Viele kennen ihn schon seit Jahren. Reiner Jakobs hat dem Komitee schon oft geholfen. Wenn es ums Schmücken oder einen Auftritt geht, ist er immer zur Stelle“, sagt Rader. Danach werden die Gäste aus Frankreich auch noch den Weihnachtsmarkt auf Schloss Merode besichtigen.

Am 18. Dezember soll die Städtepartnerschaft ab 19.30 Uhr mit einer Weinprobe mit Winzern der „Cave Coopération Vinicole“ im Feuerwehrgerätehaus in Kalterherberg vertieft werden.

Aber auch für das kommende Jahr stehen schon einige Termine fest. Vom 16. bis 25. März werden 35 Schüler aus Bourg-Saint-Andéol bei Familien aus Monschau zu Gast sein. „Das Programm steht noch nicht fest, vorgesehen ist aber ein Besuch im Düsseldorfer Landtag“, erläutert Rader. Außerdem wird eine Schülerin aus Kal-terherberg ein vier- bis sechswöchiges Praktikum an einer franzöischen Schule mit dem Namen „Ensemble Scolaire Marie Rivier“ absolvieren. Vom 10. bis 15. Juli wird dann den 40. Geburtstag der Partnerschaft in Bourg-Saint-Andéol gefeiert. Das Komitee plant, einen „Bürgerbus“ anzubieten. Wer Interesse hat, mitzufahren, kann sich jetzt schon unter Telefon 02472/3720 bei Bernadette Rader melden.

Nach einigen Stunden ist die erste Fuhre Glühwein im Gewölbekeller angerichtet. In den großen Kanistern sieht man ihn blau-rot schimmern. Bevor bald eine weitere Fuhre angemischt wird, ist das nächste Helferteam gefragt, das die Glühweinbude am „Patere Höffje“ vor dem Aukloster aufstellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert