Tankstellenraub um Mitternacht: Der blanke Horror

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. „Der war ziemlich am Ende. So fertig habe ich ihn vorher selten erlebt.” Sandra Wolter von der Total-Tankstelle an der Bundesstraße in Roetgen beschreibt den Zustand ihres 49-jährigen Kollegen kurz nach dem Raubüberfall in der Nacht zu Sonntag.

Der Angestellte, der zehn Minuten vor dem mitternächtlichen Feierabend in zwei Pistolenläufe blickte, ist zur Zeit nicht im Dienst, befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung, muss sich von dem Schock erholen.

Sandra Wolter und Uwe Sieberichs, die kurz nach der Tat hinzugerufen worden waren, um das Chaos etwas zu lichten, erinnern sich an die Darstellung ihres Kollegen zum Tathergang.

„Geld her, Geld her!”

Als der 49-Jährige kurz vor Feierabend mit Aufräumen und Saubermachen beschäftigt war, tauchte zunächst der erste maskierte Räuber auf, wenig später der zweite. Sie bedrohten ihn mit Schusswaffen, forderten mit den Worten „Geld her, Geld her!” Bares und griffen in die Wechselgeldkasse.

Weil der Angestellte keinen Schlüssel hatte, versuchten die Täter, die Tür zum Büro einzutreten, was misslang. Anschließend sperrten sie den 49-Jährigen in die Toilette ein und entkamen in unbekannte Richtung. Auch steht noch nicht fest, ob sie mit dem Auto oder zu Fuß flüchteten.

Einer der Täter soll groß und kräftig gewesen sein, der andere eher schmächtig. Beiden sprachen mit starkem ausländischen Akzent und sollen kaum zu verstehen gewesen sein.

Kunden, die in der Tankstelle zu mitternächtlicher Stunde noch Leergut eintauschen wollten, dort aber vergebens auf eine Bedienung warteten, hörten die Hilferufe des Angestellten und befreiten ihn aus seinem sanitären Gefängnis. Längere Zeit sei ihr Kollege vom Notarzt betreut worden, erinnert sich Sandra Wolter. Dann sei er mit auf Präsidium gefahren.

Nur aufs Geld abgesehen

„Die Täter hatten es nur aufs Geld abgesehen”, so Wolter und Uwe Sieberichs unisono. Zigaretten, Bier oder andere Alkoholika hätten sie nicht angerührt. Es sei das erste Mal in zehn Jahren gewesen, dass so etwas passiert sei. Deshalb sei auch bisher nie über einen Nachtschalter nachgedacht worden. Der sei außerdem schlecht fürs Geschäft, so Sieberichs, weil dann aus dem Shop kaum noch etwas verkauft werde.

Über die Höhe der Beute schweigen sich Uwe Sieberichs und Sandra Wolter aus: „Hauptsache ist, der Kollege kommt bald wieder auf die Beine!”

Laut Polizeibericht sind die Täter flüchtig. Bisher verlief die Fahndung ergebnislos. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die zur Aufklärung des Raubüberfalls beitragen können.

Wer am Samstagabend in Roetgen Verdächtiges gesehen hat oder andere Hinweise geben kann, der wird gebeten, sich an die Polizei zu wenden: 0241 9577-31301 oder (außerhalb der Geschäftszeiten) 0241 9577-34250.
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