Talsperren haben noch Kapazität

Von: Gudrun Klinkhammer
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Der Pegel der Rurtalsperre bei Schwammenauel: Haupt- und Obersee zusammen weisen aktuell 188 Millionen Kubikmeter von 202,6 möglichen auf. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Grund zur Sorge bestehe derzeit nicht, sagt Marcus Seiler, der Pressesprecher des Wasserverband Eifel-Rur (WVER). Foto: Gudrun Klinkhammer

Nordeifel. Der Starkregen der vergangenen Tage belastet nicht nur die Bäche der Eifel, die plötzlich das Ausmaß kleiner Flüsse aufweisen und weit über ihre üblichen Ufer hinaus treten. Auch die hiesigen Talsperren, die zum Frühjahr sowieso immer schon gut gefüllt sind, laufen weiter voll.

„Klar, es hat kräftig geregnet und die Böden sind deutlich gesättigt. Die Talsperren sind sympathisch gut gefüllt, Grund zur Sorge besteht derzeit allerdings nicht“, sagt Markus Seiler, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

Der WVER ist der Besitzer des regionalen Talsperrensystems, das aus der Olef-, Urft- und Wehebachtalsperre, dem Rursee und dem Obersee sowie dem Staubecken Obermaubach besteht. Mitglieder des Verbandes sind die Kommunen und Kreise im Verbandsgebiet, Abwasser ableitende gewerbliche Betriebe und die Trinkwasserversorger.

Die Oleftalsperre, die am Anfang der ganzen Talsperrenkette steht und in der Gemeinde Hellenthal im Kreis Euskirchen zu finden ist, ist derzeit mit 15,5 Millionen Kubikmetern gefüllt. In sie passen 19,3 Millionen Kubikmeter. Seiler: „Der Füllstand ist damit über dem langjährigen Mittelwert für den Vergleichszeitraum.“ Der Hochwasserschutz sei mit den noch freien Kapazitäten gesichert. Deswegen sei der Stand außerordentlich zufriedenstellend.

„Noch Luft nach oben“

Ähnliches gilt für die Urfttalsperre, die im Beritt der Stadt Schleiden (ebenfalls im Kreis Euskirchen) liegt. Sie ist mit 34 von 45,4 Millionen Kubikmetern gefüllt. „Auch hier ist noch Luft nach oben. Eine Betrachtung zum langjährigen Mittelwert haben wir hier nicht vorgenommen, da die Talsperre mit ihrem großen Einzugsgebiet je nach Witterung ihren Wasserstand stark verändern kann“, sagt Seiler.

An die Stadt Heimbach im Kreis Düren und an die Gemeinde Simmerath grenzt die Rurtalsperre. Haupt- und Obersee zusammen weisen aktuell 188 Millionen Kubikmeter von 202,6 möglichen auf. „Das ist zunächst einmal positiv und freut vor allem die Wassersportler und Angler“, erklärt Seiler. „In die Rurtalsperre flossen aufgrund der Regenfälle zeitweise bis zu 50 Kubikmeter pro Sekunde.“

Der WVER hat in diesen Tagen die Wasserabgabe ab dem Staubecken Heimbach allerdings vorausschauend bis auf weiteres auf 25 Kubikmeter in der Sekunde erhöht, um den vorhandenen Stauraum besser bewirtschaften zu können, falls weitere Regenfälle folgen. Im Bedarfsfall dürfen bis zu 60 Kubikmeter abgegeben werden. Dies sei eine Art kleine Vorentlastung der Rurtalsperre, die aber durchaus noch Wasser aufnehmen könne und vom Einstau in den sogenannten Hochwasserrückhalteraum, der in den Talsperren für Regenereignisse oder Schneeschmelzen vorzuhalten ist, noch entfernt sei.

Die Wehebachtalsperre verfügt aktuell über 15 Millionen Kubikmeter Wasser im Stauvolumen von möglichen 25,1 Millionen Kubikmetern. Seiler: „Dies ist zwar noch unter dem langjährigen Mittelwert, aber nach dem extremen Absinken dieser Talsperre vor zwei Jahren sehr erfreulich, und die Tendenz ist hier noch steigend. Für die wasserwirtschaftlichen Aufgaben sind die Talsperren also zurzeit bestens gerüstet.“

Entwarnung gibt zum Beispiel auch Georg Wergen, Inhaber des Heimbacher Campingplatzes, Gut Habersauel 3. „Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung stehen die Wohnwagen inzwischen weit genug vom Ufer entfernt“, sagt er. Vor 20 Jahren habe man noch Wohnwagen bei Hochwasser abziehen müssen, inzwischen sei der Hochwasserschutz auf dem Campingplatz optimal.

Wergen: „Die Rur müsste jetzt noch um das Dreifache anschwillen, damit wir überhaupt tangiert werden.“

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