„Tag der Architektur“: Hubertus Apotheke ist dabei

Von: Christina Handschuhmacher
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Kaum wiederzuerkennen: Die Hubertus Apotheke in Roetgen nach dem Umbau. Foto: raumwelten
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Die Hubertus Apotheke in Roetgen vor dem Umbau. Foto: raumwelten

Roetgen. Neonröhren hängen von der Decke, die Regale sind vollgestopft, der Apothekenraum wirkt überladen – so sah die Hubertus Apotheke an der Hauptstraße in Roetgen noch vor anderthalb Jahren aus. Jetzt bietet sich ein komplett anderes Bild.

Vier moderne Verkaufstische verkleidet mit Nussbaumoberfläche dominieren den Raum. Das gleiche Material findet sich auch an den Regalen wieder. Die Fliesen sind einem braunen Kautschukbelag gewichen. Moderne Strahler an der abgehängten Akustikdecke haben die Neonröhren ersetzt. Schick und elegant – diese Adjektive bringt man wohl selten mit dem Inneren einer Apotheke in Verbindung. Für die Hubertus Apotheke passen sie jedoch.

418 Objekte in NRW

Die Hubertus Apotheke ist eins von 418 Objekten aus 166 Städten und Gemeinden in NRW, die am Tag der Architektur am 28. und 29. Juni ihre Pforten öffnen. Die Roetgener Apothekte ist das einzige am Tag der Architektur zu besichtigende Objekt in den Nordeifel-Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen. Am 28. und 29. Juni, jeweils um 16 Uhr, führt der Aachener Architekt Kai Vollmer, der den Umbau geleitet hat, durch die Apotheke.

„Ich melde meine Projekte regelmäßig beim Tag der Architektur an, weil es nur so für interessierte Menschen die Möglichkeit gibt, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen“, sagt Vollmer. Die Auswahlkriterien in anderen Bundesländern – etwa in Rheinland-Pfalz – seien jedoch deutlich strenger als in Nordrhein-Westfalen, gibt sich der 36-Jährige bescheiden.

Vollmer hat sich in den vergangenen Jahren auf den Um- und Ausbau von Apotheken regelrecht spezialisiert. Drei Apotheken hat er bereits neu gestaltet, drei weitere werden aktuell umgebaut. „Man ist dann einmal in der Thematik drin und weiß, worauf es ankommt“, sagt er. So beherrscht Vollmer mittlerweile nicht nur den Apotheker-Fachjargon – die Verkaufstresen heißen HV-Tische, der Verkaufsraum Offizin –, sondern kennt auch die Apothekenbetriebsordnung, deren Richtlinien beim Umbau zu beachten sind.

„Die Akustikdecke sorgt zum Beispiel für die nötige Diskretion beim Kontakt zu den Kunden“, sagt Vollmer. „Auch die Verkaufstische müssen einen Mindestabstand haben, ein durchgängiger Tresen ist nicht mehr erlaubt.“

Apotheker Norbert Huppertz hatte sich nach 20 Betriebsjahren für den Umbau entschieden, weil „die Einrichtung veraltet war und es nur zwei Kassenplätze gab“. Die ganze erste Jahreshälfte 2013 haben die Umbauarbeiten in Anspruch genommen; der Betrieb lief währenddessen weiter. Die rund 155 Quadratmeter große Apotheke hat nun auch ein Beratungszimmer und auch Labor und Rezepturbereich wurden neu gestaltet und getrennt untergebracht. Das Notdienstzimmer befindet sich nun in einer Wohung über der Apotheke.

Das unbestrittene Highlight ist allerdings der sogenannte Kommissionierapparat, wie Apotheker Norbert Huppertz findet. Während die Medikamente vorher in Schubladenschränken aufbewahrt wurden, werden die Packungen nun eingescannt und landen in einem automatischen Warenlager. Fordern die Apotheken-Kräfte per Computer ein Medikament an, wird der robotergesteuerte Greifarm im Warenlager aktiv und legt das Medikament in Sekundenschnelle bereit. Auch das wird beim Tag der Architektur sicherlich zu sehen sein.

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