Simmerath/Nordeifel - Tabu-Thema Demenz: Der Bedarf an Hilfe steigt

Tabu-Thema Demenz: Der Bedarf an Hilfe steigt

Von: Robert Flader
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Wollen mit der Vortragsreihe über die Möglichkeiten im Falle von Demenz aufklären (v.l.): Karl-Heinz Hermanns, Julia Carstens, Monika Johnen, Stephan Löhmann und Reiner Wilden. Foto: Robert Flader

Simmerath/Nordeifel. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass Simmerath irgendwann zur Geisterstadt verkommt, doch mit einem prognostizierten Bevölkerungsrückgang bis 2030 - insbesondere bei jüngeren Einwohnern - gilt es, infrastrukturell neue Weichen für zu stellen, denn die Bevölkerung wird zunehmend älter.

„Demografischer Wandel” heißt die Entwicklung in der Fachsprache, Menschen über 65 Jahre soll es den Prognosen zufolge in 20 Jahren fast 50 Prozent mehr geben als heute. Und das nicht nur in Simmerath.

Auf die steigende Lebenserwartung gilt es rechtzeitig zu reagieren, so Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns. „Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit wird auch im Alter wichtiger, da sich die daraus resultierenden Einschränkungen auf viele Lebensbereiche beziehen.” Einschränkungen wie Demenz-Erkrankungen sind für viele Betroffene nach wie vor ein Tabu-Thema - obwohl der Bedarf deutlich steigt.

7800 Demenzfälle in der Region

Um dem entgegenzuwirken beginnt ab Mittwoch im Simmerather Rathaus eine wöchentliche Vortragsreihe zum Thema Demenz, die sich vor allem an Angehörige richtet. „Wir haben 7800 Demenz-Fälle in der Städteregion”, sagt Stephan Löhmann von der Pflegeberatung der Städteregion.

Ungezählt bleiben die Angehörigen, die ebenfalls mit veränderten Lebenssituationen umgehen müssten. „Und es gibt ein deutliches Informationsdefizit, vor allem was Beratung und rechtliche Dinge betrifft. Manchen Menschen ist das einfach unangenehm.”

Und genau das, die Enttabuisierung des durchaus sensiblen Themas, will die Städteregion in Verbindung mit der Gemeinde Simmerath und dem VdK, dem Verein der Kriegs- und Wehrdienstopfer ändern. „Die meisten Menschen wollen auch im hohen Alter zuhause wohnen bleiben”, sagt Löhmann. Der Beleg: „75 Prozent der Pflegebedürftigen in der Städteregion werden zuhause gepflegt.”

Wichtig sei vor allem, auf Tagesangebote, auf kurzfristige Pflegemöglichkeiten hinzuweisen. Die Vortragsreihe habe präventiven Charakter. Dazu zähle auch das Thema „Wohnen im Alter”. „Gerade die eigenen vier Wände müssen mit steigendem Alter auf die Bedürfnisse angepasst werden”, erklärt Julia Carstens von der Pflegeberatung der Städteregion.
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