Szenario der Olefleitung ist jetzt endgültig vom Tisch

Von: P. St.
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Als Trinkwasserspeicher unbedenklich: Die Wasserentnahme aus dem Obersee wurde jetzt für 20 Jahre bewilligt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Aufsichtsrat der WAG (Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH mit je 50 Prozent Anteilen von Enwor und Stawag) hat das endgültige „Aus“ der seit Ende der 1990er Jahre drohenden Olef-Leitung jetzt beschlossen.

„Damit schwebt dieses Damokles-Schwert nicht mehr über den Wassernutzern und Gebührenzahlern in der Region“, erklärt dazu Aufsichtsratsmitglied Axel Wirtz (MdL). Im Jahr 1997 hatten damals das Wasserwerk des Kreises Aachen und die Stadtwerke Aachen, später die WAG, den Auftrag auf Entnahme von Wasser aus der Oleftalsperre stellen müssen, weil seitens der Bezirksregierung die Entnahme von Wasser aus dem Obersee der Rurtalsperre untersagt wurde.

Die Belastungen des Trinkwassers durch Einträge aus der Landwirtschaft wurden von der Aufsichtsbehörde kritisch gesehen.

In der Folge kam es dann zu einer landesweit einzigartigen Kooperation mit der Landwirtschaft, um die Gefahr der Wassereinträge in die Talsperren zu minimieren. „Die Kooperationen haben sich als große Erfolge herausgestellt, wofür die Politik der Landwirtschaft sehr dankbar ist“, sagt hierzu Wirtz. Das gelte gleichermaßen auch für die Forstwirtschaft. Zudem hatten die Stadt Monschau und die Gemeinde Simmerath hohe Kosten zu tragen, da inzwischen ebenfalls dank zahlreicher Maßnahmen und Aufwendungen auf die Ausweisung einer Wasserschutzzone für den Obersee wie auch die Verlegung einer Ringleitung als Ersatz für die Abwasserleitung verzichtet werden konnte.

Axel Wirtz spricht von Einsparungen in Höhe von circa 100 Millionen Euro, die nicht auf den Wasserverbraucher und Abwassergebührenzahler der Region und insbesondere der Eifelkommunen umgelegt werden müssten. Hintergrund ist, dass das benötigte Rohwasser durch die WAG aus der Dreilagebachsperre, der Kalltalsperre, dem Obersee und der Wehebachtalsperre gewonnen wird. Wegen der Gefährdungslage für die Wasserqualität des Obersees sollte dieser damals aus der Versorgung herausgenommen werden und stattdessen die Oleftalsperre herangezogen werden. Hierzu wäre eine mit erheblichen Investitionen verbundene Rohrleitung oder Stollenverbindung zur Oleftalsperre erforderlich geworden. Nunmehr hat die Bezirksregierung der WAG für 20 Jahre (bis 2036) das Recht bewilligt, bis zu 25,5 Mio. Kubikmeter Rohwasser pro Jahr aus dem Obersee zu entnehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Kooperationsverträge mit der Land- und Forstwirtschaft, mit Monschau und Simmerath fortgesetzt werden und die Häufigkeit der Kontrolle der Wasserqualität erhöht wird.

„Gleichzeitig kann die WAG jetzt den alten Entnahmeauftrag von Wasser aus der Olef endlich beerdigen“, sagt Axel Wirtz weiter. Der Aufsichtsrat hat diesem Ansinnen am 25. April 2016 einstimmig zugestimmt. „Die Region hat damit in puncto Wasserversorgung einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, ohne die Bürgerschaft stärker zu belasten“, stellt der CDU-Abgeordnete abschließend zufrieden fest.

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