SV Rott steht besser da als erwartet

Von: Kurt Kaiser
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Trainer Jürgen Lipka (links) stimmte seine Mannschaft am Sonntagmorgen bei der Neujahrsansprache auf die zweite Saisonhälfte in der Fußball-Landesliga ein. Foto: Kurt Kaiser

Rott. Vor der aktuellen Saison setzte man beim SV Rott, dem ranghöchsten Nordeifeler Fußballverein, auf eine neue Marschrichtung bei der Verpflichtung der Neuzugänge und dementsprechend beim Zusammenstellen einer neuen Mannschaft.

Unter der Prämisse „weg von alt, abgewrackt und teuer – hin zu jung, dynamisch und preiswert“ bastelte Trainer Jürgen Lipka eine beinahe komplett neue Mannschaft beim Landesligisten.

Aus der eigenen Jugend holte man gleich sechs Spieler in den Kader der Ersten und verpflichtete mit Sulayman Dawodu (vorher Germania Dürwiß), Mohamed Said (VfR Würselen) und Hasan Er (Fortuna Köln) noch drei weitere Grünschnäbel aus anderen Vereinen.

Vor Saisonbeginn suchte der Coach gerne den Asterix-Vergleich mit dem kleinen gallischen Dorf, das gegen das übermächtige Heer aus der Landesliga keine Chance hätte. „Wir setzen auf den guten Charakter und den Teamspirit in der Mannschaft und wollen am Ende über dem Strich stehen“, kündigte der Coach eine Zittersaison an.

Nach fünf Spieltagen sah er sich bestätigt, denn da standen die Rot-Weißen nach vier Niederlagen und nur einem Sieg gegen Rhenania Richterich unter dem Strich. Zu allem Überfluss verletzte sich am vierten Spieltag, bei der 0:3-Niederlage beim SV Breinig, auch noch Torwart Daniel Schell, den man vom Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven als Leader geholt hatte, sehr schwer an den Bändern und fiel für den Rest der Saison aus.

Jan Winkhold, der im vergangenen Jahr noch das Tor der A-Junioren gehütet hatte, musste ins kalte Wasser geworfen werden, jedoch spielte der Nachwuchskeeper bisher eine ganz hervorragende Hinrunde. „Er hat sich riesig entwickelt und strahlt mit seinen jungen Jahren schon unheimliche Ruhe aus“, lobt der Coach den echten Rotter Jung.

Wahre Leistungsexplosion

Eine nicht erwartete Leistungsexplosion attestierte er aber auch den eigenen Nachwuchskickern, Lucas Breuer, Kilian Schlenter, Onur Alagöz und Martin Bohnen. Leider zog sich Tobias Conrads beim Vorbereitungsturnier in Eicherscheid die nächste schwere Verletzung zu. Lob gab es aber auch für Hasan Er, der in der Hinrunde sieben Tore erzielte, und für Sulayman Dawodu, der mit seinen exzellenten technischen Fähigkeiten so manchen Abwehrspieler in der Landesliga schwindelig spielte.

„Sicherlich haben alle noch Luft nach oben, aber die Jungs haben sich bisher prima entwickelt“, lobt Jürgen Lipka, der das Prädikat „ganz besonders wertvoll in der Hinrunde“ an Abwehrspieler Patrick Stepinski verteilte. „Er ist nicht zu ersetzen“, sieht der Coach den Defensivstrategen im internen Ranking der Hinrunde knapp vor Angreifer Avdo Iljacovic, der bisher acht Tore erzielte.

Ab dem sechsten Spieltag schien der sportlich Verantwortliche dann den richtigen Zaubertrank für seine junge Gruppe gefunden zu haben. Beim 5:2-Erfolg bei Borussia Lindenthal-Hohenlind fand der SV in die Erfolgsspur und kletterte nach weiteren Siegen gegen Rheinland Dremmen, bei Germania Lich-Steinstraß und gegen den VfL Vichttal aus dem Keller der Tabelle ins Mittelfeld. Auch von einer knappen Niederlage beim FC Düren-Niederau ließen die Rot-Weißen sich nicht aufhalten. Nach einem 3:1-Sieg gegen Germania Teveren feierte man beim 3:1-Erfolg im Derby bei Hertha Walheim den sensationellen Saisonhöhepunkt.

Nach dem Derbysieg kletterten die Gallier aus der Eifel auf Rang fünf und bekamen samt Trainer Höhenangst. Eine Punkteteilung gegen Arminia Eilendorf (1:1), eine knappe 0:1-Niederlage bei Westwacht Aachen und ein 4:3 Erfolg gegen Germania Burgwart Bergstein rundeten eine durchaus erfolgreiche Hinrunde ab. Als die Rotter sich Anfang Dezember in die Winterpause verabschiedeten, belegten sie einen vorher nie erwarteten sechsten Tabellenplatz. Diesen hatte auch der Trainer nicht auf dem Zettel. „Wenn mir einer vor Saisonbeginn gesagt hätte, ihr seit Weihnachten Zwölfter, dann hätte ich das sofort unterschrieben.“ Acht Siege, eine Punkteteilung und sechs Niederlagen standen in der Halbjahresbilanz.

Hochzufrieden ist Jürgen Lipka mit den 35 erzielten Toren, denn die zählen zu den Ligabestwerten. „Die Offensive ist okay, aber wir haben uns in der Abwehr eine zu hohe Fehlerquote erlaubt. 26 Gegentore sind ein paar zu viel“, bemängelt der Trainer die individuellen Fehler im Defensivbereich.

Fünf Testspiele im Winter

Am Sonntagmorgen hatte er seinen personell unveränderten Kader zur ersten Trainingseinheit nach der Winterpause eingeladen. Nach fünf Trainingseinheiten steht am Dienstag, 4. Februar (Anstoß 19.30 Uhr), gegen den Nordeifeler A-Ligisten TV Konzen das erste Testspiel auf dem Winterfahrplan. Am Sonntag, 9. Februar (Anstoß 14 Uhr), ist Mittelrheinligist SV Nierfeld in Rott zu Gast. Am Samstag, 15. Februar, geht es zum Bezirksligafavoriten FC Inde Hahn (Anstoß 14 Uhr). Und am Dienstag, 18. Februar, gibt um 19.30 Uhr Mittelrheinligist Borussia Freial- denhoven seine Visitenkarte in Rott ab.

Mit der U23 von Alemannia Aachen gastiert am Sonntag, 23. Februar, innerhalb von zwei Wochen der dritte Mittelrheinligist am Tiergarten. Am Karnevalssamstag (Anstoß 14.30 Uhr) stellt der FC Roetgen sich zum freundschaftlichen Derby vor.

Am Karnevalsdienstag (Anstoß 19.30 Uhr) steht gegen Bezirksligist FV Haaren die Generalprobe für den Rückrundenauftakt auf dem Programm.

Am Sonntag, 9. März, geht es dann gegen die Sportfreunde Düren erstmalig wieder um Punkte. Jürgen Lipka hofft auf einen gelungenen Wiederauftakt und wäre zum Saisonende der Spielzeit 2013/14 zufrieden, „wenn wir so zwischen Platz sieben und zehn einlaufen“.

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