Sumpfrohrsänger: Klein, unscheinbar und viel unterwegs

Von: gük
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Nordeifel. Rohrsänger sind kleine, unscheinbar braun-beige gefärbte Singvögel, die im dichten Röhricht leben und deshalb meistens nur schwer zu beobachten sind. Die namengebende Pflanze ist das Schilf oder das Schilfrohr, dessen Halme auch nach dem Verwelken als lange, dünne Röhrchen stehen bleiben.

Da es in unserer Heimat kaum Teiche oder Seen gibt, die größere Schilfbestände aufweisen, sind Rohrsänger hier auch eher sehr seltene Vögel. Zwei Arten wurden bisher registriert: Sumpf- und Teichrohrsänger.

Weil der Sumpfrohrsänger nicht so sehr an Gewässer gebunden ist wie die anderen Rohrsänger, sondern auch in Brennnesselbeständen oder Roggenfelder nisten kann, ist er in unserem Gebiet regelmäßig Brutvogel, wenn auch nur sehr selten.

Zur Brutzeit ist sein rhythmischer Gesang regelmäßig an der Kall bei Bickerath zu hören, andere Gesangsaktivitäten während der Brutzeit wurden in den vergangenen 40 Jahren registriert an der Höckerlinie bei Simmerath, im Rurtal zwischen Hammer und Dedenborn, im Naturschutzgebiet Lenzbach, im Bereich der Leykaul bei Kalterherberg, bei Hoscheid.

In der Zugzeit im Mai und Anfang Juni kann sein Gesang auch an vielen anderen Stellen vernommen werden.

Nicht einmal zwei Monate

Während der Sumpfrohrsänger während der ersten Jahrzehnte der Beobachtungszeit nur sporadisch beobachtet wurde, scheint er in den letzten beiden Jahrzehnten regelmäßiger Brutvogel in unserer Heimat geworden zu sein.

Der Sumpfrohrsänger ist Zugvogel und überwintert zwischen Kenia und Südafrika. Im Schnitt halten sie sich nur 55 Tage im Brutgebiet auf und verlassen schon in der zweiten Julihälfte die Brutgebiete, um sich auf die weite Reise nach Afrika zu begeben, wo sie Mitte August bereits in Äthiopien auftauchen.

Am Ende des Jahres erreichen sie dann ihre eigentlichen Überwinterungsgebiete. Die meisten Rückkehrer wurden in der zweiten Maihälfte registriert, aber in Dedenborn wurden einzelne Sänger auch schon in der ersten Maihälfte vernommen.

Seit etwa zehn Jahren werden auf dem Durchzug fast jedes Jahr auch einige singende Teichrohrsänger gehört, die aber wegen fehlender Schilfbestände hier allerdings wohl kaum heimisch werden dürften.

Beobachtungen sind natürlich auch nur in Feuchtgebieten möglich: im Roten Venn bei Mützenich, am alten Modellflugplatz bei Simmerath, im Kranzbruch ebenfalls bei Simmerath, an der Kläranlage bei Kalterherberg, am Rursee an verschiedenen Stellen, an der Kall sowie in einem Garten in Mützenich.
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