Suchtbekämpfung: Gute Freunde machen Alkohol überflüssig

Von: Carmen Krämer
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Bei der „Sonne” ist Vertraue
Bei der „Sonne” ist Vertrauen gefragt und Spaß angesagt: Auf dem Aktionstag zur Suchtvorbeugung, der in diesem Jahr zum zwölften Mal stattfindet, erweitern die Grundschüler der Region ihre sozialen Kompetenzen und lernen neue Freunde kennen. Foto: Carmen Krämer

Monschau. „Ich habe den größten Fund gemacht”, ruft Michel zu seinen Freunden rüber - auf die Steinfliegenlarve in seinem Plastikschälchen starrend. Die anderen kommen in ihren nassen Gummistiefeln aus der Rur herbeigeeilt und überprüfen, ob Michel recht hat.

Am Stand der diplomierten Naturführerin Aggi Majewsky stehen viele alte Joghurtbecher und gereinigte Kartoffelsalatschalen mit kleinen Lebewesen und Rurwasser drin. „Die haben wir alle in der Rur gefunden”, erklären die Grundschüler begeistert und laufen trotz Herbstwetter aufgeregt zurück ins Wasser.

Der 20. September ist Weltkindertag. Anlässlich dieses besonderen Datums organisiert das Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung gemeinsam mit der Suchthilfe der Städteregion bereits seit 1999 den Aktionstag zur Suchtvorbeugung für die Grundschulen Monschau, Roetgen und Simmerath.

„Sucht ist keine Krankheit, sondern eine Folge von Fehlentwicklungen, die zum Beispiel durch unangenehme Gefühle und schwierige Lebenssituationen entstehen können”, weiß Suchttherapeut Wolfgang Hundt.

„Es ist wichtig, klar zu machen, dass Menschen dann zu Ersatzstoffen oder Ersatzhandlungen greifen, wenn ihre Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum nicht erfüllt werden.”

Ziel des Aktionstages sei es deshalb, Impulse zu liefern und Kindern und Eltern zu zeigen, dass es mehr als Computer, Fernsehen oder gar Zigaretten und Alkohol zur Freizeitgestaltung gibt.

„Bei den Aktionstagen erlernen die Kinder der dritten und vierten Schuljahre soziale Kompetenzen. Sie können hier auf Dreistegen die Natur erforschen und ihre Kreativität ausleben, lernen neue Freunde kennen und auch mit Konflikten umzugehen”, erklärt Ralf Pauli vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung. Es sei wichtig, sich Kindern zuzuwenden, mit ihnen zu kommunizieren und ihren Abenteuergeist zu unterstützen. „Das wollen wir über die Kinder auch den Eltern vermitteln.”

Diese Art, Gemeinschaft zu erleben, biete schließlich den ersten Schritt, Drogen und Gewalt zu verhindern. „Und wer in die Augen der Kinder schaut, kann sehen, welche Wirkung der Tag in der Natur bei ihnen hat”, betont Ralf Pauli.

Janna und Saskia von der Schwalbenschule Kesternich sind begeistert: „Wir basteln gerne und uns macht das großen Spaß.” Sie und die anderen Schüler haben sich gemeinsam in ihren Klassen im letzten halben Jahr Spiele und Aktionen ausgedacht, die sie am Aktionstag den anderen Schülern anbieten. So können sie basteln oder Steine bemalen und interessante Tiere in der Natur beobachten.

Auch Sandra Schweitzer, Grundschullehrerin der Schwalbenschule, ist begeistert von der Aktion: „In der Schule haben wir schon darüber gesprochen, was Sucht ist und dass alles, was damit zusammenhängt, gefährlich werden kann.” Im Grundschulalter wird jedoch höchstens über Alkohol, nicht aber über andere Drogen gesprochen. „Und wenn man gute Freunde hat und sich gut aufgehoben fühlt, dann braucht man keinen Alkohol”, vermittelt auch sie ihren Schützlingen.

Besonderer Renner am Aktionstag ist neben der Rur die „Sonne”, die Aggi Makewsky mit den Acht- bis Zehnjährigen durchführt. Nachdem sie den Kindern die Wirkung der Sonne auf sämtliches Leben erklärt hat, dürfen die Kinder ausprobieren, wie es ist, sich von dieser tragen zu lassen. Auch wenn es ihnen vielleicht nicht direkt bewusst ist, lernen sie auch hierbei etwas: Anderen zu vertrauen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, macht Spaß.
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