Paustenbach - Sturmtief „Andrea” legt Eifelkreuz flach

Sturmtief „Andrea” legt Eifelkreuz flach

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
Auch das 1947 errichtete Eifel
Auch das 1947 errichtete Eifelkreuz auf der Kopp bei Paustenbach fiel den schweren Stürmen zu Beginn des Jahres 2011 zum Opfer. Foto: P. Stollenwerk

Paustenbach. Sturmtief „Andrea” fegte in den vergangenen Tagen auch über die Eifelberge hinweg. Mancher Baum hielt den Naturgewalten dabei nicht stand, und auch das Eifelkreuz auf der Kopp bei Paustenbach war letztlich den Windböen mit nahezu 100 Stundenkilometern nicht gewachsen.

Auf der Anhöhe unweit der Höckerlinie des Westwalls konnte sich der Sturm ungebremst austoben und legte schließlich das rund 15 Meter hohe Holzkreuz mit einem Schlag flach.

Am vergangenen Samstag entdeckte ein Simmerather Bürger die auf dem nassen Wiesenboden verstreut liegende Einzelteile des Kreuzes; der genaue Zeitpunkt des Schadensfalls ist nicht bekannt. Direkt über der Halterung ist das Kreuz abgebrochen, und am Boden liegend sieht man deutlich, dass die Substanz nicht mehr die nötige Stabilität aufwies.

Erst im Oktober 2010 waren neben dem Kreuz vom Ortskartell Simmerath, 65 Jahre nach Kriegsende, ein Gedenkstein und eine Informationstafel errichtet worden. Gleichzeitig war das von der Witterung bereits leicht angegriffene Kreuz neue gestrichen und zuvor die beiden Seitenarme mit einem Wetterschutz aus Metall versehen worden.

Auf der Tafel ist folgender Text zu lesen: „Als Dank für den überstandenen 2. Weltkrieg (1939-1945) und als Zeichen der Erlösung und Sühne haben 47 Männer aus der Pfarrei St. Johannes der Täufer, Simmerath, dieses Kreuz am 1. Oktober 1947 auf der Paustenbacher Höhe, auch Kopp genannt, errichtet.”

Im Herbst 1944 tobte in der Nordeifel gnadenloser Krieg. Die „Schlacht im Hürtgenwald” mit rund 68.000 Toten zählt zu den erbittertsten Kämpfen des Krieges überhaupt.

Die Höhe 554, die Paustenbacher Höhe, wird zehn Tage lang blutig umkämpft, viele Soldaten verlieren ihr Leben. Am 29. September 1944 fällt die Kopp an die amerikanischen GIs.

Schon vier Mal erneuert

Das Eifelkreuz dient seit seiner Errichtung als Mahnmal gegen den Krieg, gegen jedes Unrecht und als Zeichen der Hoffnung auf Frieden. Es ist zugleich die zwölfte Station (Jesus stirbt am Kreuz) eines Kreuzweges, der am Friedhof in Simmerath beginnt. Die einzelnen Kreuzwegstationen werden von insgesamt zehn Paten in ehrenamtlicher Tätigkeit liebevoll gepflegt und instand gehalten.

Von der Errichtung des Kreuzes 1947 bis Ende der 1950er Jahre ging jeweils am Karfreitag eine Prozession den Kreuzweg dorthin. Dann verlegte man den Termin, angelehnt an den Errichtungstag auf den ersten Sonntag im Oktober.

Das Holzkreuz ist inzwischen bereits vier Mal erneuert worden, zuletzt aus einem Douglasienstamm. Nun steht die fünfte Erneuerung bevor.

„Das Kreuz soll auf jeden Fall wieder aufgestellt werden”, lässt der Simmerather Ortskartell-Vorsitzende Erwin Finken keinen Zweifel daran, dass das weithin sichtbare Mahnmal auf der Kopp auch fortan Bestand haben soll, zumal sich im Herbst 2012 der Jahrestag der Ersterrichtung zum 65. Mal jährt. Für den 21. Oktober ist bereits eine Gedenkfeier terminiert worden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert