Lammersdorf - Stücke auf vorhandene Instrumente übertragen

Stücke auf vorhandene Instrumente übertragen

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Gero und Anno Schreier, zwei aus Imgenbroich stammende junge Musiker, stimmten ein trotz des winterlichen Wetters gut besetztes Auditorium musikalisch auf das neue Jahr ein.

Lammersdorf. Bereits zur Tradition geworden ist der jährliche Neujahrsempfang der evangelischen Kirchengemeinde mit anschließendem Konzert im evangelischen Gemeindezentrum Lammersdorf am Nachmittag des Neujahrstag. Pfarrer Jens-Peter Bentzin hieß im Anschluss an den Neujahrsgottesdienst etwa 40 Gäste zum Begrüßungsumtrunk willkommen.

In einer kurzen Rück- und Ausschau auf die Arbeit der allmählich zusammenwachsenden Gemeinden Monschau und Roetgen kündigte er unter anderem den baldigen Baubeginn der Reparaturarbeiten an der evangelischen Kirche in der Monschauer Altstadt an.

Anschließend stimmten Gero und Anno Schreier, zwei aus Imgenbroich stammende junge Musiker, ein trotz des winterlichen Wetters gut besetztes Auditorium musikalisch auf das neue Jahr ein. Sie brachten Werke für Viola und Orgel von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach sowie von Joseph Haydn zu Gehör.

Anno Schreier, ein nach Studien in Düsseldorf, München, Karlsruhe und London mittlerweile sehr erfolgreicher und mit Stipendien und Preisen ausgezeichneter junger Komponist, führte zu Beginn kurz in das Programm ein.

Alle Kompositionen erklangen in einer auf die im Konzert vorhandenen Instrumente übertragenen Fassung, so wie dies in der Zeit ihrer Entstehung durchaus üblich war. So spielte Anno Schreier drei aus den Jahren 1766 und 1767 stammende Divertimenti von Joseph Haydn in einer Fassung für Orgel. Ihm gelang es, die eigentlich für Hammerflügel oder Cembalo gedachten Stücke, transparent registriert und in klassischer Manier gestaltet, auf die im Gemeindesaal zur Verfügung stehenden kleine Orgel zu übertragen.

Umrahmt wurden die kleinen Sonaten von drei Sätzen, Allemande, Sarabande und Corrente, aus der Solosonate in G Dur, BWV 1007, für Violoncello solo, die Gero Schreier sauber und tänzerisch artikuliert in der Fassung für Viola vortrug.

Gero Schreier erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Monschau und sammelte während seines Geschichts- und Literaturstudiums in Freiburg und Glasgow intensive Erfahrungen in verschiedenen Kammermusikformationen und studentischen Orchestern.

Eingeleitet wurde das Programm durch die Sonate für Viola da Gamba und obligates Cembalo in g-moll, BWV 1029. Das bereits italienisch dreisätzig konzipierte Werk lässt Anklänge an die Brandenburgischen Konzerte erkennen, weswegen die drei Gambensonaten häufig Bachs Köthener Zeit zugeordnet wurden.

Den beiden Solisten gelang eine feindynamische und sauber artikulierte Interpretation des konzertanten Werkes. Den Abschluss des Konzertes bildete eine Sonate für die gleiche Besetzung ebenfalls in g-moll des großen Bachsohnes Carl Philip Emanuel.

Die empfindlichen musikalischen und figurativen Strukturen gelangen den jungen Musikern in unprätentiöser Manier. Für den begeisterten Applaus bedankten sich beide mit einer Bearbeitung des Strauß-Walzers „Künstlerleben”.
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