Studenten stellen „Allianzen und Affairen“ im KuK Monschau aus

Von: Jessica Küppers
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Extra fürs KuK hergestellt: 27 Kunstschüler aus Braunschweig durften sich in den Räumen des Kunst- und Kulturzentrums künstlerisch austoben – vorausgesetzt sie arbeiten in Teams als sogenannte „Allianzen und Affairen“ zusammen. Foto: J. Küppers
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Monschau von oben: Topographie inspiriert zum Kunstwerk.

Monschau. Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für die Ausstellung „Allianzen und Affairen“ im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in Monschau. 27 Studenten der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig stellen dort von heute bis Sonntag, 21. Oktober, ihre Werke und Installationen aus.

„Das KuK versteht sich als Ideenschmiede für junge Talente“, erklärt Nina Mika-Helfmeier, Leiterin des KuK, wie es zu dieser Ausstellung kam. Nach drei Jahren Pause wolle sie an diese Tradition wieder anknüpfen und jungen Künstlern die Möglichkeit geben, ihre Werke zu präsentieren.

Die Fachklasse Skulptur aus Braunschweig hat diese Chance genutzt und eigens für die KuK-Ausstellung Kunstwerke erstellt, die sich den Räumlichkeiten anpassen. In sogenannten Allianzen und Affairen, was der Ausstellung den Titel gibt, haben jeweils zwei bis drei Künstler zusammen gearbeitet und einen der rund zehn Räume nach ihren Vorstellungen gestaltet.

So hat eine Dreiergruppe einen dunklen Raum geschaffen, in dem lediglich drei Fotografien beleuchtet werden. Im Laufe der Arbeit, kam ihnen die Idee, den Raum als Parcours zu gestalten, der mit einem unebenen Teppichboden ausgelegt ist. Jeder weitere Schritt lässt den Betrachter tiefer in den Teppichfäden versinken und erzeugt eine seltsame Unsicherheit, die sich mit der Betrachtung der ungewöhnlichen Bilder weiter fortsetzt.

„Wir nehmen uns selber nicht so ernst“, schildert Studentin Eileen Lofink die Idee hinter der Installation. „Die Menschen hier sind ja doch eher konservativ, da sind wir gespannt wie die Reaktionen auf unseren Raum sind“, erklären sie und ihre Mitstudentin Fides Müller, geben aber gleichzeitig den Rat, „näher ran zu gehen und genau hinzusehen.“

In einem anderen Raum hat ein junges Pärchen gearbeitet und sich vom Monschauer Stadtbild inspirieren lassen. Begeistert von dem engen Tal und dem kleinen Fluss Rur, der direkt an ihrem Hotelzimmer vorbei führt, wollten die Künstler Stella Förster und Nicolai Nitsch die einzigartige Topographie der Stadt mit einer Skulptur abbilden. Dafür verwendeten sie drei verschiedene Materialien, erläutert Stella Förster: „Es besteht aus Styropor, Glas und Sprühfarbe.“

Montagabend habe das Paar mit der Arbeit begonnen und Donnerstagabend seien sie fertig geworden, ergänzt Nicolai Nitsch. Für die Vernissage soll dann noch eine Nebelmaschine angeschlossen werden, so dass die Skulptur im Eifel-typischen Nebel steht. „Die Stadt in ihren Facetten eins zu eins abzubilden, ist jedoch nicht das Ziel der Arbeit gewesen.“ Vielmehr habe sie die Konstruktion der Häuser inspiriert.

Professor Thomas Rentmeister zeigt sich beeindruckt von den verschiedenen Ideen seiner Kunstschüler: „Das Kennzeichen der Ausstellung ist die Unterschiedlichkeit, was ich als Lehrer sehr gut finde.“ Er ist Bildhauer und arbeitet selbst sehr gerne unterschiedlich. Bekannt ist er dafür, dass er Alltagsgegenstände und ungewöhnliche Materialien verarbeitet. Das haben sich auch einige Schüler zum Vorbild genommen.

So hat ein junger Künstler einen Raum des KuK mit 200 Kilogramm Mehl ausgestreut, um durch die Fußabdrücke der Besucher ein individuelles Kunstwerk entstehen zu lassen. Ein anderes Studenten-Duo hat handelsübliche Obstkisten aneinander montiert und erzeugt mit einem programmierten Roboter und einigen Glühbirnen im Inneren eine eindrucksvolle Lichtstimmung.

Ob alle 27 Künstler bei der Vernissage am heutigen Nachmittag anwesend sein werden, ist noch unklar. Student Johannes Kucher reist für sein Kunstprojekt mit der Bahn durch Deutschland und lost an jedem Bahnhof mit Passanten den nächsten Zwischenstopp aus. Auf diese Weise versucht er den Zielbahnhof Aachen zu erreichen, um bei der Ausstellungseröffnung dabei zu sein.

Freitagnachmittag war er auf dem Weg von Dresden nach Cottbus. Für den Fall, dass er es nicht rechtzeitig schafft, hat er Postkarten von jedem Bahnhof geschrieben und seine Reise für die Besucher von „Allianzen und Affairen“ dokumentiert.

Die Ausstellung findet einmalig statt und ist zehn Tage lang im KuK in Monschau zu sehen. Sie wird heute um 16 Uhr eröffnet. Der Eintritt ist frei.

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