Streik am MZ: Weiter keine Einigung in Sicht

Von: Daniel Gerhards
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Zuspruch für die Streikenden am Medizinischen Zentrum: Verdi-Chef Frank Bsirske macht den Kollegen der MZ-Service GmbH Mut für ihren Arbeitskampf. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. Seit 34 Tagen wird das Medizinische Zentrum (MZ) bestreikt. Bisher ist keine Bewegung in den Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi, die die Interessen der Mitarbeiter der Service GmbH des MZ vertritt, und dem Arbeitgeber gekommen. Beistand erhielten die Kollegen am Montag vom Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske.

Bsirske zollte den Gewerkschaftern seinen Respekt. „Das ist nicht selbstverständlich, dass Ihr so lange durchhaltet.”

Er machte den Kollegen Mut, ihren Arbeitskampf weiter fortzusetzen. „Der Arbeitgeber hat auf Eurem Rücken Tarifflucht begangen. Wir haben kein Verständnis für die Geschäftsleitung und diejenigen, die im Aufsichtsrat die Strippen gegen Euch ziehen.”

Damit richtete der oberste Chef der Dienstleistungsgewerkschaft deutliche Kritik an die Adresse von CDU und Grünen. Denn während sich die SPD klar auf die Seite der Streikenden schlägt, blockiert die Kooperation aus CDU und Grünen die Verhandlungen im Aufsichtsrat. Die Parteien dürften sich nicht raushalten, sagte Bsirske. „Die Politiker sind gefordert. Sie müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.”

Dagegen müssten die Kollegen ein „starkes Signal” setzen. „Ihr müsst denen zeigen, dass es so nicht geht. Wir müssen zu den Politikern hingehen und sie mit den Menschen konfrontieren, die ihrer Arbeit leben können müssen.” Strittig bleibt weiterhin die Bezahlung der Beschäftigen: Die Gewerkschaft fordert für die rund 170 Beschäftigten 8,65 Euro pro Stunde plus einer Zusatzversorgung für den Ruhestand. Die Arbeitgeber bieten 8,43 Euro.

Zudem ist Verdi nicht damit einverstanden, dass das MZ dem Arbeitgeberverband für das Hotel- und Gaststättengewerbe, Dehoga, beigetreten ist. Für Bsirske hat der Ausgang des Tarifstreits eine Signalwirkung für viele Krankenhäuser in der Republik. „Ähnliches versuchen auch andere Häuser. Daher müssen wir uns dagegen zur Wehr setzen, dass auf diesem niedrigen Lohnniveau Tarifflucht begangen wird.”

Sollten die Arbeitgeber damit durchkommen, wäre das „ein ganz schlechtes Zeichen, für den Weg, den das Land gehen soll”. Für den Gewerkschafter ist klar: „Es kann nicht sein, dass sich die Arbeitgeber die Bereiche aussuchen, in denen sie die Löhne drücken.”

Was das Krankenhaus von dem Streik hat, das sähen die Verantwortlichen jetzt selbst. „Das Haus ist auf die gute Arbeit der Mitarbeiter angewiesen. Die Leiharbeiter, die sie als Streikbrecher einsetzen, zeigen, was sie bringen und was nicht.” Für die unabdingbare Hygiene sei die Arbeit der Kollegen der Service GmbH unerlässlich: „Jetzt sieht das Haus, was es an Euch hat.”

Der Streik der Belegschaft der MZ-Service GmbH geht indes auf unbestimmte Zeit weiter. Ab heute wird am Städteregionshaus gestreikt. Denn Städteregionsrat Helmut Etschenberg steht im Fokus der Kritik der Gewerkschafter. Gewerkschaftssekretär Stefan Jungheim: „Das Problem ist schwarz-grün. Und damit Etschenberg.”

Welche Gewerkschaft ist denn nun zuständig?

Strittig ist weiter die Frage nach der Zuständigkeit: Während die Gewerkschaft Verdi die MZ-Service GmbH als öffentlichen Arbeitgeber sieht, gehört sie für den Dehoga in den Hotel- und Gaststättenverband.

Damit wäre die Gewerkschaft NGG zuständig. „Welche öffentlich- rechtliche Tätigkeit wird beim Kochen und Zimmermachen ausgeübt?”, fragt Klaus Hübenthal Hauptgeschäftsführer der Dehoga NRW.

Nun will der Verband den juristischen Weg gehen. „Wir werden zur Feststellung der Nichtzuständigkeit von Verdi und wegen Verletzung der Friedenspflicht eine Klage beim Amtsgericht einreichen.”

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