Straßensperre ist für einige kein Hindernis

Von: Ernst Schneiders
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Mit diesen Baken wird nach Schulschluss die Stichstraße neben dem Rathaus zur Sicherheit der Grundschüler vorübergehend abgeriegelt. Fast täglich wird diese Regelung ignoriert. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Früher konnten die Schulbusse auf dem Werviq-Platz in Roetgen drehen. Jetzt stehen dort Container für die Offene Ganztagsgrundschule, die Wendemöglichkeit ist weg und die Schulbusse halten an der Hauptstraße vor dem Rathaus.

Um den Grundschülern einen sicheren Schulweg zu garantieren, wird die Stichstraße, die auch zum Parkplatz des Rathauses führt, bei Schulschluss für eine gute Viertelstunde mit Baken und Verkehrszeichen abgesperrt, das alles in Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde.

„Das ist kein Roetgener Alleingang”, versichert Bürgermeister Manfred Eis, „aber es geht um die Sicherheit des Schulweges, und da sind wir in der Pflicht.” Sind die Kinder im Bus, in Mamas Auto oder beim Schülerlotsen, werden die Baken wieder beiseite geräumt. Dann dürfen dort wieder Autos fahren, bis die Schulglocke das nächste Mal läutet. Das könnte friedlich und reibungslos funktionieren, wenn sich alle an die Abmachungen halten würden. Aber genau daran scheitert das Vorhaben regelmäßig.

„Verständnislosigkeit”

Wie Ruth Koeser berichtet, halten sich einige Eltern nicht an die Vorgaben, holen ihre Kinder an der Schule ab, rücken die Baken beiseite und fahren durch, obwohl dort noch Kinder umherlaufen. Was bei der betroffenen Mutter allerdings „Verständnislosigkeit” auslöst, ist, dass ein Mitarbeiter der Verwaltung sich vor den Augen einer Lehrerin nicht um die Absperrung scherte, sie beiseite räumte und in die Hauptstraße einbog.

Dabei habe ihn auch nicht gestört, dass dort noch Schulkinder unterwegs waren. Sogar über den Bürgersteig sei er gefahren, zwischen den Schulkindern hindurch. Der betreffende Mitarbeiter hat gegenüber Bürgermeister Manfred Eis einen anderen Ablauf dargestellt und versichert, es seien keine Kinder mehr in der Nähe gewesen, solange habe er gewartet.

Der Bürgermeister hat von seinem Büro aus den neuralgischen Bereich im Blick, und es treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht, „dass vermutlich ausgerechnet die Eltern, die am lautstärksten einen sicheren Schulweg eingefordert haben”, sich um nichts scheren und trotz der Sperrung dort munter aus- und einfahren. „Wir können das fast täglich beobachten”, erzürnt sich der Verwaltungschef: „Man kann von Eltern erwarten, dass sie in 100 oder 150 Metern Entfernung parken und diesen kurzen Weg mit ihrem Kind zu Fuß zurücklegen.” Ganz gleich, wessen Version letztlich zutrifft, erwartet der Bürgermeister von allen Mitarbeitern seiner Verwaltung die strikte Einhaltung der Vorgaben und „mehr Fingerspitzengefühl”.

Eine Möglichkeit, die Situation durch eine andere Regelung zu entschärfen, sieht Manfred Eis nicht: „Wir haben nicht mehr den Raum zur Verfügung, um die paradiesischen Zustände, die dort herrschten, zu erhalten. Das war vorher bekannt.” Der Bürgermeister erwartet, dass sich alle, die gemeint sind, oder die sich angesprochen fühlen, künftig anders verhalten, denn „Kinder haben keine Knautschzonen”.
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