Straßenmeisterei: „Erwarten wieder einen normalen Winter“

Von: Heiner Schepp
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1500 Tonnen Salz lagern bereits seit dem vergangenen Frühjahr in der Lagerhalle der Straßenmeisterei Simmerath im Rollesbroicher Gewerbegebiet. Damit sind Bruno Alzer und seine Männer vom Winterdienst für die kalte Jahreszeit vorerst gerüstet. Foto: Heiner Schepp
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Die Bucheckernernte in den Eifelwäldern war in diesem Jahr so reichlich wie seit langem nicht.

Nordeifel. Genau einen Tag hat die Straßenmeisterei Simmerath bislang im Jahr 2014 Schnee räumen müssen. „Das war mal ein Morgen im Januar oder Februar. Da lag morgens etwas Matsch auf den Straßen“, versucht Bruno Alzer, der Leiter der Landeseinrichtung in Rollesbroich, sich zu erinnern.

Der vergangene Winter, jedenfalls der Teil im Kalenderjahr 2014, ist nicht nur im Empfinden der Eifeler, sondern auch auf dem Papier weitgehend ausgefallen. „Wir haben bei weitem nicht die Zahl der Überstunden ansammeln müssen, die sich in normalen Eifelwintern ergeben“, gewinnt Alzer dem ausgebliebenen Schnee fast nur Positives ab: „Dadurch konnten wir früher ins Gehölz und andere Aufgaben erledigen, für die sonst kaum Zeit bleibt“, so der Leiter der für die Nordeifel zuständigen Straßenmeisterei in Rollesbroich.

Keine Spekulationen

Auf die anstehende Räum- und Streusaison hat der grau angestrichene Winter 13/14 allerdings keine Auswirkungen: „Wir müssen davon ausgehen, dass der kommende Winter wieder normal wird, also mit Frost von November bis weit ins Frühjahr hinein und auch mit Schnee. Alles andere wäre Spekulation“, sagt Bruno Alzer. Immerhin müssen die Rollesbroicher Winterdienstler für die ersten Wochen des Winters kein Salz mehr bestellen, denn die große Lagerhalle der Straßenmeisterei im Gewerbegebiet Rollesbroich ist voll bis unters Dach: 1500 Tonnen lagern schon seit Monaten in dem riesigen Holzgebäude, aber nicht, weil es im letzten Winter nicht gebraucht worden wäre, sondern weil es erst gegen Ende der letzten Saison geliefert wurde.

Das Salz ist also da – die übrigen Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. An den Fahrzeugen gilt es die Mähwerke abzubauen und die Streuer zu überprüfen, damit diese auch richtig funktionieren, wenn schon bald der erste Nachtfrost die Straßen glatt macht. Erfahrungsgemäß rechnet Bruno Alzer damit etwa Mitte November. Dort, wo erfahrungsgemäß viel Schnee liegt, dieser sich bei Verwehungen auftürmt oder beim Räumen hoch geschichtet wird, gilt es für die Straßenwärter die sogenannten Schneepfähle einzusetzen, die den Autofahrern und dem Räumdienst mit einer bunten Markierung zeigen: Hier ist der Straßenrand. Auch die Schutzzäune an besonders verwehungsanfälligen, freien Strecken werden von der Rollesbroicher Mannschaft aufgestellt.

Bis die Räumschilde, die erst kurz vor dem tatsächlichen Schneeeinsatz montiert werden, zum Einsatz kommen, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. „Der Boden ist noch warm“, weiß Bruno Alzer nach einem milden Oktober.

Wenn es dann so weit ist, hat die Leitung des Winterdienstes den allgemeinen Wetterbericht und speziell den Straßenwetterbericht des Deutschen Wetterdienstes permanent im Blick. Der DWD liefert wichtige Daten und Prognosen über Straßentemperatur oder Niederschläge. Gute Prognosen sind dabei für die Straßenwärter von besonderer Bedeutung, da die Straßenmeisterei Simmerath nach der Strategie fährt: lieber vorbeugend streuen als erst, wenn es schon glatt ist. „Das spart rund 30 Prozent Salz, wenn wir frühzeitig abstreuen“, weiß Bruno Alzer.

Der Zuschnitt des Gebiets, für das die Eifeler Straßenmeisterei zuständig ist, wurde vor zwei Jahren geändert und umfasst jetzt ein Netz von 320 Kilometern Straße. Es reicht nun bis zum Aachener Waldfriedhof (früher nur bis Relais Königsberg) im Norden bis nach Wahlerscheid im Süden, von der belgischen Grenze im Westen bis zur Dürener Stadtgrenze im Osten.

24 Straßenwärter und zwei Schlosser, die allesamt auch Dienst auf den Fahrzeugen versehen, sorgen im Schichtdienst für bessere Straßenbedingungen. „Um 2.30 Uhr wird an ausgewählten Punkten kontrolliert, ob die Straßen glatt sind, um 3 Uhr wird alarmiert, um 3.30 Uhr rücken die ersten Fahrzeuge aus“, beschreibt Bruno Alzer den Ablauf, wenn das Wetter winterlich wird. Geht es nach ihm, dann kann der Winter 2014/15 sich damit aber noch ein wenig Zeit lassen.

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