Stille und Idylle pur in der kleinen Rurseebucht

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Das Herbergsbuch in der Hand und den Rursee im Hintergrund. Seit 50 Jahren leitet Jöb Kersting das Jugendferienheim des Eifelvereins im Foto: P. Stollenwerk

Woffelsbach. „Oskar, Oskar!”, hallt eine Stimme durch den erwachenden Morgen im Schilsbachtal. Es dauert nicht einmal eine Minute, da ist Oskar auch schon eingetroffen. Oskar ist ein Buntspecht und fliegt gezielt einen Holz-Fahnenmast an, worin ein paar Käsereste versteckt sind.

Ein wenig später trifft auch „Koko”, der Eichelhäher ein, während die Nilgans „Pascha” hoch auf der Spitze eines Sonnenschirms hockt und den Hof bewacht. Mit etwas Glück kommt vielleicht auch noch Benno, der Fuchs aus dem Unterholz, „aber der hat sich in letzter Zeit rar gemacht”, erzählt Jöb Kersting.

Wenn es den Tieren gut geht, die Nilgänse dankbar die Brotreste aufnehmen oder die Schwäne eifrig mit dem Nestbau beschäftigt sind, dann geht auch Jöb Kersting gut, der hier in der Abgeschiedenheit des Schilsbachtales mehr als zwei Drittel seines Lebens verbracht hat. Hier am Zufluss des Schilsbaches am Ende eines schmalen lang gezogenen Bucht des des Rursees, liegt das Jugendferien des Eifelvereins. Der im Sommer betriebsame Ort Woffelsbach mit Seglern und Sonnenhungrigen liegt praktisch um die Ecke und ist doch so weit weg von der Stille und Idylle des Schilsbachtales, wo schon Generationen von Kindern abenteuerliche und unvergessene Ferientage verbracht haben.

An diesem Freitag aber wird der Rhythmus des ständigen Kommens und Gehens der Jugendgruppen einmal für kurze unterbrochen: Auch wenn Jöb Kersting kein Mann ist, der gerne im Mittelpunkt steht, muss der 72-Jährige einräumen, dass 50 Jahre Jugendferienheim im Schilsbachtal durchaus ein Grund zum Feiern sind. Mehr noch: Jöb Kersting war von der ersten Stunde an dabei, und das goldene Dienstjubiläum will man nutzen, um „das Vorzeigeobjekt des Eifelvereins”, wie es in der Einladung heißt, in den Blickpunkt zu rücken.

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