Düren - Steuerrad der Wasserwirtschaft an der Rur in jüngere Hände gegeben

Steuerrad der Wasserwirtschaft an der Rur in jüngere Hände gegeben

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Dr.-Ing. Joachim Reichert (l.) übernimmt das Steuerrad des Wasserverbands Eifel-Rur von seinem Vorgänger Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk. Foto: Wasserverband Eifel-Rur

Düren. Nach fast 17-jähriger Tätigkeit als Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) übergab jetzt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk die Leitung des in Düren ansässigen Verbands an seinen Nachfolger Dr.-Ing. Joachim Reichert.

Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren und Verbandsratsvorsitzender des WVaER, begrüßte zu diesem Anlass eine große Gästeschar aus der Welt der Wasserwirtschaft im neu errichteten Erweiterungsbau am Hauptsitz des Verbandes in Düren. Er ließ den beruflichen Werdegang von Professor Firk vom Studium des Bauingenieurwesens an der RWTH Aachen über dessen Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent und Oberingenieur am dortigen Institut für Siedlungswasserwirtschaft bis hin zu seinem Wechsel zum Erftverband Revue passieren. Von dort habe er schließlich seinen Weg zum WVER gefunden.

Dank für Zusammenarbeit

Larue bedankte sich für die jederzeit sachliche und konstruktive Zusammenarbeit des scheidenden Vorstands mit „seinem“ Verbandsrat, was auch stets zu einstimmigen Wiederwahlen geführt habe, bis Firk nun altersbedingt ausscheiden müsse. Außerdem betonte er besonders die Tatsache, dass es unter Firk gelungen sei, seit 2004 eine Beitragsobergrenze für den gesamten Verband jedes Jahr aufs Neue einzuhalten.

Larue begrüßte Joachim Reichert als neuen Vorstand. Mit ihm habe der Verbandsrat wieder einen ausgewiesenen Fachmann ausgewählt. Reichert, jetzt 54 Jahre alt, habe ebenso Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen und dann im Weiteren Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Hochschule Darmstadt studiert, wo er seine ersten beruflichen Schritte als wissenschaftlicher Mitarbeiter tat. Danach fand auch er seinen Weg zu den Verbänden und leitete die abwassertechnischen Anlagen des Niersverbands.

2010 ging er schließlich zu den Berliner Wasserbetrieben, wo er die Abteilung Planen und Bauen von Trink- und Abwasserwerken und den dazu gehörigen Netzleitungen unter sich hatte. Aus der Hauptstadt wechselt der aus Koblenz gebürtige Reichert nun wieder ins Rheinland zurück. Larue betonte, dass beide neben ihren beruflichen Verpflichtungen auch ehrenamtlich in wasserwirtschaftlichen Fachverbänden tätig seien, so etwa in Fachgremien der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abwasser (DWA). Außerdem veröffentlichten sie jeweils eine Vielzahl von Publikationen. Firk halte zudem noch einen Lehrauftrag an der RWTH in Aachen und an der Sichuan Universität in China.

Weggefährten erzählen

Zwei langjährige Weggefährten von Firk, Norbert Engelhardt, der Vorstand des benachbarten Erftverbands, und Prof. Dr.-Ing. Johannes Pinnekamp, Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft in Aachen, berichteten in persönlich gehaltenen Vorträgen über ihre gemeinsamen beruflichen Wegstrecken, die sie mit dem jetzigen Ruheständler gegangen sind. Engelhardt erinnerte dabei auch daran, dass Firk aufgrund seiner ausgezeichneten fachlichen Reputation nach seinem Wechsel zum WVER in der lokalen Presse in Düren als „Papst der Abwassertechnik“ begrüßt worden sei.

Pinnekamp betonte, dass Firk immer ein Auge für die Zusammenarbeit von Forschung und Praxis gehabt hätte. So gebe es vielfältige Kooperationen zwischen den verschiedenen Instituten der Wasserwirtschaft an der Aachener Hochschule und dem WVER, die man auch gern in der Zukunft fortführen wolle.

Struktur gegeben

Firk selbst berichtete dann über seine Tätigkeiten über die Jahre hinweg. So habe er beim Erftverband die Nährstoffelimination auf den Kläranlagen vorangetrieben und gegen vielfältige Bedenken auch die erste Kläranlage mit Membrantechnik in Europa gebaut. Dem WVER, den er als relativ jungen und noch im Aufbau befindlichen Verband übernommen habe, habe er eine einheitliche Organisationsstruktur gegeben. Ebenso habe er die Übernahme aller abwassertechnischen Anlagen von den Mitgliedskommunen abgeschlossen und diese zusammen mit den dort tätigen Mitarbeitern in den Verband integriert. Ein Hauptaugenmerk habe er notwendigerweise auch auf eine Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit Augenmaß gelegt.

Joachim Reichert bedankte sich bei seinem Vorgänger und bestätigte, dass er ein gut bestelltes Haus übernehme. Er selbst bezeichnete die Tätigkeit als Vorstand eines Wasserverbands als seinen „Traumjob“. Ihm habe schon immer die integrierte Wasserwirtschaft in einem Flussgebiet, für welche die nordrhein-westfälischen Wasserverbände seit Jahrzehnten stehen, am Herzen gelegen. Reichert versicherte, er werde die wertvolle Zusammenarbeit mit der universitären Forschung – vor allem in der Region – fortsetzen. Sein Ziel sei es zudem, den Verband als wichtigen Partner der Daseinsfürsorge weiter in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und positiv zu besetzen.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie, der demografische und der Klima-Wandel seien für ihn weiterhin wichtige Aufgabenfelder, dazu wolle er aber auch die Digitalisierung in der Wasserwirtschaft vorantreiben. Dank einer hoch motivierten Mitarbeiterschaft im Verband sehe er diesen Herausforderungen sehr zuversichtlich entgegen.

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