Stefan Schepers allein zu Haus

Von: Ernst Schneiders
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Bonafide-Geschäftsführer Stefan Schepers hatte zum Meinungsaustausch eingeladen - und keiner kam. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. Bonafide-Geschäftsführer Stefan Schepers hätte am Donnerstag vermutlich noch bis Mitternacht warten können - es wäre niemand gekommen. Für 19.30 Uhr hatte er Roetgener Geschäftsleute in den Gewölbekeller der „Alten Post” eingeladen. Er habe vorgehabt ihnen „die Angst zu nehmen”, die Existenzangst, sollte der Vennhof wie vorgesehen an der Ecke Bundes-/Faulenbruchstraße gebaut werden.

Er könne die Sorgen der Roetgener Einzelhändler verstehen, doch sie seien unbegründet, verwies Schepers auf eine fast noch druckfrische Studie, die in Zusammenhang mit der Neufassung des Flächennutzungsplanes vom Vennhof-Investor in Auftrag geben worden war. Diese Studie besage, dass der Einzelhandel im Vennhof und der Einzelhandel im Rest des Ortes sich nicht in die Quere kämen.

Schepers: „Das beißt sich nichts.” Im Gegenteil, im Bereich des geplanten Standortes werde vom Gutachter sogar eine Ansiedlung empfohlen, um die Versorgung dort zu verbessern. Sollten Geschäftsleute im Ort ihre Felle davonschwimmen sehen, dann habe das andere Gründe. Der Vennhof gehöre nicht dazu.

Anwohner nicht beeinträchtigt

Das haben mehr als 20 Unterzeichner einer Liste, herumgereicht von der Interessengemeinschaft (IG) „Gemeindeverträglicher Einzelhandel in Roetgen”, anders gesehen. Die IG lehnt den Vennhof kategorisch ab, weil er „die im Zentrum ansässigen Geschäfte schädigen” würde.

Das geltende Einzelhandelskonzept der Gemeinde sehe an diesem Standort keine Ansiedlung vor, die „schützenswürdigen Interessen” der Anwohner fänden ebenfalls keine Beachtung. Hoher Anlieferverkehr, großer und verkehrsbehindernder Kreisverkehr auf der Bundesstraße und ein nicht ausreichend dimensionierter Abwasserkanal sind weitere Argumente der IG, das Nahversorgungszentrum kategorisch abzulehnen.

Grundlegend anders stellt sich nach Darstellung der IG die Situation bei einer Aldi-Ansiedlung an der unteren Bundesstraße dar. „Anwohner und Handel würden hierdurch nicht beeinträchtigt”, schreibt die IG. Die Häuser der Anwohner lägen weiter entfernt und seien deshalb nicht so sehr dem Lärm ausgesetzt. Auch würde ein Aldi-Markt an dieser Stelle den örtlichen Handel sogar noch stärken. Sollte die Aldi-Ansiedlung an der Bundesstraße gelingen, „könnte der vorhandene Edeka-Markt an der Rosentalstraße nach Vergrößerung bestehen bleiben”.

Diskussionsstoff hätte es am Donnerstagabend also reichlich gegeben. „So groß können die Sorgen dann doch nicht sein”, bewertete Stefan Schepers das komplette Fernbleiben des Roetgener Handels.
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