Steckenborn verliert alte Bäume

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
baumwegbild
An der Grundschule Steckenborn hat sich das Dorf verändert. Mit dem Fällen von altem Baumbestand im Zuge der Gebäude-Sanierung wurde ein typisches Ensemble entfernt. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. In der Grundschule Steckenborn genießt der Umgang mit der Natur im Lehrplan einen hohen Stellenwert. Das ist die Theorie. In der Praxis aber gab es in der ersten Woche der Osterferien einen massiven Eingriff in die Natur auf dem Schulgelände.

Hier wurden drei alte Buchen an der Felderstraße und eine stabile Eiche gefällt, nachdem bereits vor zwei Jahren eine Uralt-Buche im Zugangsbereich zum Schulvorhof entfernt worden war. Viele Steckenborner sahen es mit Bedauern, dass hier ein Kahlschlag erfolgte.

Ein Bürger sieht einen massiven Wiederspruch in der Tatsache, dass von der öffentlichen Hand zum Beispiel Prämien für die Heckenpflege gezahlt werden, zum anderen eine Kommune hingehe, und den für diesen Bereich des Ortes prägenden Baumbestand entferne.

Auch Ortsvorsteher Alex Stiel, der über das Vorhaben informiert war, zeigte sich letztlich überrascht vom Umfang der Aktion.

Im Zuge der laufenden Sanierung des Schulgebäudes habe der Architekt angeregt, die Bäume zu entfernen, besonders im Hinblick auf die Neugestaltung des Schul-Vorhofes, die die Gebäudesanierung folgen soll.

Diese Anregung nahm der Ortsvorsteher dann zum Anlass, um von fachlicher Seite den Zustand der Bäume bewerten zu lassen. Gemeindeförster Dietmar Wunderlich konnte eine dauerfeste Standsicherheit der rund 100 Jahre alte Buchen nicht garantieren; außerdem wurden Weißfäule und Aushöhlungen im Stammbereich attestiert.

Diesem Urteil des Fachmannes habe er dann auch nichts entgegen setzen können, erläutert Alex Stiel seine Zustimmung zum Fällen der Bäume, auch wenn dadurch ein dorftypisch gewachsenes Ensemble verschwinden werde.

„Wahnsinnig geärgert” habe er sich aber darüber, das im Zuge der Aktion auch eine im besten Wuchs stehende gesunde Eiche von den Gemeindearbeitern entfernt worden, obwohl er zuvor darauf hingewiesen wurde, dass der vor dem Waschtrakt stehende Baum ausgenommen werden sollte.

Stiel spricht von einem „wahllosen Abholzen”, das auch manchen Bürger wohl eher dazu verleite, dem Beispiel der Gemeinde zu folgen, befürchtet der Ortsvorsteher eine Entwicklung, dass Steckenborn seinen alten Baumbestand nach und verliert. „Das geht dann reihum.”

Im Fall der Grundschule Steckenborn verspricht Alex Stiel, dass eine Ersatzpflanzung vorgenommen werde. Die Art und Weise müsse aber in Abstimmung mit der Neugestaltung des Schulvorhofes erfolgen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert