Stawag erhält Stromkonzession

Von: ag/P. St.
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Wechsel der Zuständigkeit: Auch das Umspannwerk Lammersdorf wird ab 1. Januar 2014 von der Stawag übernommen. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Monschau/Simmerath. Die Stawag Netz GmbH übernimmt zum 1. Januar 2014 den Betrieb des Stromnetzes in der Stadt Monschau und in der Gemeinde Simmerath. Im November 2012 hatten die beiden Kommunen die Konzession des Stromnetzes (bisher RWE) für die Dauer von 20 Jahren bis Ende 2032 an die Stadtwerke Aachen vergeben.

Die Gemeinde Roetgen hingegen bleibt sowohl bei der Gas- wie auch der Stromkonzession ihrem langjährigen Partner, dem RWE, treu.

Vertreter der Stawag kamen jetzt nach Monschau und Simmerath, um den operativen Betrieb des Stromnetzes zum Jahreswechsel zu erläutern. In den beiden Eifelkommunen sind derzeit rund 21.000 Stromzähler installiert. Gemeinsam mit weiteren 165.000 Zählern im Netzgebiet Aachen eröffnet sich für die Stawag eine weitere Chance, um den Netzbetrieb effizienter zu gestalten.

Beim Termin in Imgenbroich stellten Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter und Stawag-Vorstand Dr. Peter Asmuth die neue Beratungsstelle der Stawag im Himo in Imgenbroich vor. „Wir begrüßen es sehr, dass die Stawag und ihre Tochtergesellschaft direkt hier vor Ort eine Anlaufstelle eingerichtet haben“, sagte Ritter. Die Konzessionsvergabe an die Stawag sei ein wichtiger Schritt für die Stadt Monschau in Richtung regionaler Netzpartnerschaft, „die wir uns nicht nur gewünscht haben, sondern die auch in der Ausschreibung überzeugt hat“, erklärte Ritter. Mit dem neuen Windpark in Höfen werde die Zusammenarbeit mit der Stawag in Zukunft noch weiter intensiviert.

Dr. Peter Asmuth sagte, dass die Stawag eine enge Partnerschaft mit den Kommunen anstrebe, allein bei den zehn geplanten Windrädern in Höfen handele es sich um ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro. Die Bürgernähe drücke sich außerdem in einer Broschüre für Bauherren aus, die man gemeinsam mit anderen Versorgungsunternehmen und der Stadt Monschau entworfen habe, sagte Stefan Ohmen, Geschäftsführer der Stawag Netz GmbH.

Der Wechsel der Konzession für das Stromnetz hatte bei einigen Bürgern für Irritationen gesorgt, weil sie annahmen, sie müssten jetzt auch den Stromanbieter wechseln. Eine Werbekampagne der Stawag hatte zusätzlich für Verwirrung gesorgt. Deshalb betonte Asmuth jetzt: „Wir sind als Netzanbieter ein Spediteur, der den Strom durch sein Netz transportiert. Dieses Netz müssen wir aber allen Stromanbietern zur Verfügung stellen.“

Auch die Bürgermeisterin hatte insbesondere zu Anfang des Jahres viele Anfragen erhalten, ob man jetzt verpflichtet sei, den Anbieter zu wechseln. Das dem nicht so sei, habe sie in einem Bürgerinfobrief klar gestellt. Sie sprach von einer „dynamischen Werbeaktion“ der Stawag, die unabhängig von der Konzessionsvergabe Interesse geweckt habe. Auch Ohmen betonte: „Zum 1. Januar wird sich für die Bürger nichts in dieser Hinsicht ändern.“ Auf Nachfrage erklärte Asmuth, der Stromvertrieb der Stawag habe im Jahr 2013 in Monschau neue Kunden im dreistelligen Bereich gefunden.

Ende des Jahres endet auch der Vertrag der Stadt Monschau mit dem RWE hinsichtlich der Straßenbeleuchtung. Zurzeit liefen Gespräche mit dem RWE und der Stawag, erklärte Ritter. Auch die Gas-Konzession läuft im kommenden Jahr aus. In diesem Zusammenhang verhandele man mit der EWV, sagte Ritter.

Froh ist man bei der Stawag, dass eine Vielzahl der insgesamt 630 Mitarbeiter des Unternehmens in der Eifel leben und in Monschau und Simmerath auch ihren künftigen Einsatzschwerpunkt finden würden. Dazu seien Mitarbeiter der Stawag immer in unmittelbarer Nähe. „Wir waren sehr froh, dass einige unserer Fachleute im Aachener Süden bis hin zur Eifel wohnen. Diese sind im Falle einer Störung schnell am Einsatzort“, sagte Rudolf Roß, Bereichsleiter Netze bei der Stawag.

Beim Informationstermin im Simmerather Rathaus freute sich Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns über die Kooperation mit dem neuen Eigentümer des Stromverteilungsnetzes, was nicht zwingend bedeute, dass der Verbraucher auch nun auch den bisherigen Stromlieferanten wechseln müsse. Der vorherige Netzbetreiber RWE, betonte Hermanns in diesem Zusammenhang, sei stets ein hervorragender Partner gewesen, aber die Stawag habe bei ihrer Bewerbung „einfach vorne gelegen“.

Beigeordneter Roger Nießen blickte zwei Jahre zurück, als die Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen zunächst gemeinsam untersucht hätten, ob man nicht als Kommunen selbst das Netz übernehmen könne. Diese Idee habe man aber dann als nicht zielführend verworfen. Die fünf Bewerber in Simmerath hätten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, wobei das Stawag-Angebot am ehesten den Kriterien entsprochen habe.

Mit dem neuen Konzessionsnehmer, ergänzte Hermanns, habe ja gewissermaßen eine Rekommunalisierung stattgefunden, weil die Stawag als kommunales Unternehmen tätig sei. Dies sei zwar kein Bewertungskriterium gewesen, habe aber Sympathiepunkte gebracht.

Vorstand Peter Asmuth zeigte sich überzeugt davon, dass es einen „kooperativen Übergang“ mit dem RWE geben werde. Die vertrieblichen Aktivitäten werde man in Zukunft verstärken. Bislang hätten mehrere hundert Kunden die Stawag auch als neuen Stromlieferanten ausgewählt.

Auch die Simmerather Bürger werden vom Übergang des Netzbetriebes am letzten Tag des Jahres nichts merken. Asmuth: „Das läuft alles reibungslos ab.“

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