Stammtische sollen Dorfkneipen am Leben erhalten

Von: ho
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Hier einmal „friedlich“ vereint, ansonsten aber getrennt aktiv: Der Frauen- und Männerstammtisch „Stammtisch Wichtelklause“ (mit Wirt-Ehepaar Nießen), die 2008 mit dem Leitgedanken gegründet wurden, mit dazu beizutragen, dass die „Dorfkneipe“ im Ort bleibt. Foto: Hoffmann

Rollesbroich. Überall in der Eifel machen sich die Vereine vielfach Sorgen um ihre Dorfkneipe, die im dörflichen Zusammenleben auch als Treffpunkt für Versammlungen oder Veranstaltungen eine wichtige Rolle spielt.

Dass vielen Gastronomiebetrieben das Versiegen des Zapfhahnes aus Alters- oder Umsatzgründen droht, ist eine bekannte Tatsache. Tritt dieser Fall ein, ist das Gejammere im Dorf groß, was die Kneipe in der Regel aber auch nicht mehr zum Leben bringt

Um ein solches Szenario erst gar nicht aufkommen zu lassen, ergriffen in Rollesbroich 16 Frauen und Männer im Jahr 2008 weit vorausschauend die Initiative. Sie gründeten einen Männer- und einen Frauenstammtisch, um zusammen mit den Vereinen im Ort mit dazu beizutragen, dass bei ihrem neuen Dorfwirt die Bierquelle nicht versiegt.

Dieter Lentzen, „Vorsitzender“ des Männerstammtischs, räumt ein, dass dabei auch Eigeninteressen eine Rolle gespielt haben: „Sonst hätten wir ja beispielsweise immer nach Lammersdorf fahren müssen.“ Wozu aus der Männerrunde im Hintergrund jemand lachend ergänzt: „Was hätte da alles auf dem Rückweg durch das tiefe Kalltal passieren können.“

Ins Rollen gekommen war die ganze Angelegenheit, als Rolf Nießen 2008 das „Haus am Nationalpark“ übernahm. Bei der turbulenten Einweihungsfeier war auch Sylvester Schulze, Karnevalsprinz der Klev Botze aus der Session 2004/2005, mit seinem Gefolge dabei. Innerhalb dieser Runde entstand dann die Idee der Stammtischgründung, wobei man sich von Anfang an im Klaren war, diese Angelegenheit geschlechtlich strikt zu trennen.

In der nachfolgenden Überlegungsphase kamen die Frauen aus dem Schulze-Gefolge eher zu Potte. „Unser Stammtisch wurde klar vor dem der Männer gegründet“, erklären Brigitte Schulze und Liesel Schmalt im Chor für ihre Stammtischbesatzung, der noch Angelika Lentzen, Kristina Gabrys, Margret Steger, Hildegard Meeßen, Inge Koch und Renate Finke angehören.

Ein Mal im Monat finden sich seit dem die beiden Stammtisch-Crews an verschiedenen Tagen bei ihrem Dorfwirt ein. So etwas schweißt natürlich zusammen, so dass es nicht verwundert, dass es auch noch andere Freizeitaktivitäten gab.

Bei den Männern standen Wanderungen, Radtouren, Kegeln, Weihnachtsfeiern und auch eine Fahrt nach Brügge an. Der Frauen-Stammtisch gab auf diesbezügliche Nachfrage an: „Wir haben schon mal in Aachen die Pontstraße unsicher gemacht, als wir dort Essen waren.“ Ansonsten stand auch der Besuch von Musicals und ein Auftritt von Jürgen B. Hausmann in Alsdorf an.

Als im letzten Jahr das Lokal von Rolf Nießen den Beinamen „Wichtelklause“ erhielt, wozu Nießen erklärt „das liegt an bayrischen Freunden und natürlich der Größe des Wirts“, bekamen auch die beiden Stammtischrunden ihren Namen: „1. Stammtisch Wichtelklause“ nennen sich die beiden Gruppen seitdem. Inzwischen haben sie sich auch einheitliche rote T-Shirts mit dieser Beschriftung angeschafft. „Mit Unterstützung des Wirts“, will Hermann Schmalt festgehalten wissen.

In diesen T-Shirts präsentierte man sich auch auf der letzten Veranstaltung der Klev Botze, wo man sich spontan bereit erklärt hatte, den für sie bis dahin unbekannten Thekendienst zu übernehmen. Sowohl das Frauen- als auch das Männerteam mit Josef Offermann, Herbert Effenberger, Manfred Koch, Günter Meeßen, Jurek Gabrys, Dieter Lentzen, Hermann Schmalt und Sylvester Schulze bestanden diese Premiere mit Bravour.

Bei den Mitgliedern des Frauenstammtischs kommen die Shirts bald wieder zum Einsatz. Sie haben sich bereit erklärt, beim Tulpensonntagzug in Simmerath unterstützend als „Wagenengel“ mitzuwirken, bevor man sich nach Karneval dann wieder zum gemütlichen Stammtisch beim Dorfwirt in Rollesbroich trifft.

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