Ständiges Wechselbad der Lese-Gefühle

Von: P. St.
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Nordeifel. Die Eifel ist die Krimi-Region schlechthin. Kein Wunder, scheint der geheimnisvolle Landstrich mit seinen schroffen Felsen, Maaren und tiefen Wäldern doch geradezu für düsteres Treiben wie geschaffen.

Kein Wunder auch, dass immer wieder neue Autoren auf diesen spannungeladenen Zug aufspringen. „Wer mordet schon in der Eifel?“ lautet der Titel eines jetzt erschienenen „kriminellen Freizeitführers“.

Hier wird Lesespannung mit Information verknüpft. In elf Kurzgeschichten geht es mörderisch zu: Ein Auftragsmörder gerät beim Versuch, sich von seiner Arbeit abzulenken, ausgerechnet an eine Eifel-Krimi-Tour. Auf dem Mittelalterfest in Manderscheid sorgt ein toter Ritter für Aufruhr.

Und für drei Freunde steht fest: Der Flaschenkönig muss sterben. Mit viel Humor werden spannende neue Mordfälle in der Eifel und zudem eine Fülle an Wander- und Freizeittipps präsentiert.

Der Leser ist aufgefordert, den mörderischen Spuren in der Vulkaneifel von Ulmen, Manderscheid und Bad Bertrich über Gerolstein und Daun bis nach Birgel und Nettersheim zu folgen.

Über den bekannten Eifel-Krimiautor Jacques Berndorf entdeckte Schulte die Region Eifel und ist seitdem auch vom Krimi-Virus infiziert. Geboren ist der Autor (Jahrgang 1965) in Gelsenkirchen. Heute lebt er in einer ausgebauten Scheune zwischen Andernach und Maria Laach.

Um aber nicht noch einen Krimiroman aus der Eifel hinzufügen („Dieses Buch ist auch eine Verbeugung vor all den Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahrzehnten in der Eifel ihr literarisches Unwesen treiben“), hat Andreas J. Schulte einen anderen Weg gewählt, indem er in seinem Buch elf Kurz-Krimis rund um Eifeler Sehenswürdigkeiten und Attraktionen spielen lässt und in diese Stories satte 125 Freizeittipps einbaut.

Da stellt sich den handelden Personen beispielsweise die Frage, ob sie denn nun den Erlebnispark Daun oder den Eifelpark in Gondorf aufsuchen. Oder was ändert es schon, wenn die Handlung ans Weinfelder Maar verlegt wird oder das Festival „Klassik auf dem Vulkan“ als Ort der Handlung gewählt wird.

An Ende einer jeder Kurzgeschichte werden dann die Freizeittipps noch einmal ausführlich erläutert, und irgendwie weiß der Leser nie so richtig, ob er denn nun einen Eifelkrimi oder einen Eifel-Reiseführer in der Hand hält. Wer dieses Wechselbad mag, der liegt bei Schulte richtig.

Wer mordet schon in der Eifel?

11 Krimis und 125 Freizeittipps

283 S. / 12 x 20 cm / Paperback

Juli 2016, ISBN 978-3-8392-

1963-8, 9,99 Euro

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