Stadtbücherei Monschau schlägt ein neues Kapitel auf

Von: M. S.
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Micha Kreitz und Trixi Reichardt (von rechts) stellten ihrem neu formierten Vorstandskollegium anstehende Projekte des Fördervereins Stadtbücherei Monschau vor. In der bibliothekarischen Angebotspalette warten auf große und kleine Leseratten neben „Klassikern“ wahre Leckerbissen. Paul Schmitz (3. v. r.) las aus seinem bewegenden Werk „Kriegskind“. Foto: Manfred Schmitz

Monschau. „Ich las - und lernte viel!“ Diese Erkenntnis wird gleich mehreren klugen Köpfen der Weltgeschichte zugeschrieben, doch die verlässliche Quelle des Zitats ist versiegt. Seis drum: Die Aussage des Unbekannten erweist sich als zeitlos richtig; der gute, alte Schmöker ist nicht tot, im Gegenteil.

Romane und Sachliteratur behaupten sich im Wettbewerb um die Lesergunst gegen neue und schnelle Medien ausgezeichnet.

So stellte jetzt auch der Förderverein der Stadtbücherei Monschau die Weichen in Richtung Zukunft. In den Räumen der Sparkasse Monschau, wo auch die Bücherei ihren Platz hat, stellte sich jetzt der neu formierte „Förderverein Stadtbücherei Monschau“ vor. Seine erklärten Ziele: die Attraktivität der Bücherei hochhalten, Veranstaltungen und Aktionen anbieten und überdies der kulturellen Einrichtung helfen, wo kommunale Gelder nicht ausreichen.

Fördervereinsvorsitzender Micha Kreitz erläuterte in einem Grußwort die derzeit umfangreiche Leistungspalette der Bibliothek mit über 15.000 Medien – vom Klassiker aus dem Buchregal bis zu Hörbuch und CD–ROM. Zeitschriften und Gesellschaftsspiele sind ebenfalls im Fundus vertreten, desweiteren wurde ein Internet–Arbeitsplatz samt Online–Katalog eingerichtet. Aktuell nicht präsente Werke können mittels Fernleihe kurzfristig bestellt werden.

Regelmäßig, so Kreitz, würden Klassenführungen für Nordeifeler Grundschulen arrangiert. In individuell ausstaffierten „Themenkisten“ befänden sich Lösungen und Instrumentarium für schulische Aufgaben und wirkungsvolle Konzepte zur Förderung genereller Lesefreude. Kooperation mit Kindergärten und Senioreneinrichtungen, resümierte Kreitz, bauten Brücken zwischen Generationen und diversen Bevölkerungskreisen.

Derzeit seien 500 Leser in der Stadtbücherei registriert bei täglich etwa 60 Nutzern. Der Förderverein die Jugend ansprechen und die Stadt Monschau nach Kräften unterstützen“. Eine Mitgliedschaft im Gremium sei ab sofort mit 12 Euro pro Person und Jahr beitragspflichtig. Die Gewinnung engagierter Sponsoren bezeichnete er als ein Gebot der Stunde.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter betrachtet das dauerhaft zu pflegende und fort zu entwickelnGestde Projekt Bücherei als „vordringliche Aufgabe unserer Kommune“. Die Gesellschaft, stellte Ritter fest, brauche gutes Lesegut zur freien Entfaltung der Bürger. Die neuen Räumlichkeiten der Bibliothek bezeichnete die Bürgermeisterin als ideal, die Begegnung und Kommunikation mit Literatur–Interessierten sei in einem von der Schalterhalle abgetrennten Areal deutlich leichter möglich als vorher im Rathaus. Insbesondere Kinder, beobachtete Ritter, „gehen mit Literatur anders um als frühere Generationen, deshalb soll die Stadtbücherei ein offenes Haus sein für kreative Köpfe jeden Alters.“ Das Team um Büchereileiterin Trixi Reichardt brauche gute Rahmenbedingungen zur Bewältigung seiner anspruchsvollen Aufgaben.

Am 7. August, kündigte Beatrix Reichardt an, starte der erste Kinder-Lesenachmittag, er werde von nun an im Zweimonats–Turnus gehalten. Reichardt leitet seit 1988 die Bücherei. Sie freut sich darüber, „dass wir in der Kassen–Kundenhalle über 140 Quadratmeter mehr Ausstellungs– und Arbeitsfläche verfügen als im Monschauer Rathaus. Ich hoffe aber auch, dass dies nun unser letzter Umzug war!“ Das bibliothekarische Konzept habe nun dank idealer Räumlichkeiten beste Chancen auf Umsetzung“.

Monschaus Sparkassen–Gebietsdirektor Manfred Jansen zeigte sich „glücklich über die harmonische Zusammenarbeit mit der Stadt Monschau.“

Der Vorstand des Fördervereins – er wurde 1999 von Heinrich und Günter Jansen sowie Hans–Günther Barth ins Leben gerufen - wird nun von Micha Kreitz, seiner Stellvertreterin Trixi Reichardt, Geschäftsführerin Monika Zimmermann, Kassiererin Elfriede Hufschmied, Renate und Werner Krickel, Monika Gillessen, Willi Königs, Rainer Mertens und Bernd Händler repräsentiert. Zum Kassenprüfer–Duo wurden Helmut Fink und Heinrich Jansen ernannt.

Einen geziemenden Auftakt der Lesereihe für erwachsenes Publikum erlebten die Eröffnungsgäste im Sparkassen–Klostersaal. Zum Abschluss des Abends rezitierte der Kalterherberger Paul Schmitz aus seinem kürzlich erschienenen, autobiografischen Werk „Kriegskind“. Der Nordeifeler Autor (Jahrgang 1945) schildert darin in bewegenden Worten, wie er erst 60 Jahre nach dem Zusammenbruch 1945 den Mut fand, sich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater in den USA zu machen.

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