Stadt fürchtet um ihre Jagdpacht

Von: hes
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Monschau. Es ist ein klassischer Interessenkonflikt: Hier die Jäger, die ihr Hobby ausüben möchten, dort die Nationalparkverwaltung, die sich dem Schutz des Wildes auch in den Randbereichen des Nationalparkwaldes verpflichtet sieht.

Und mittendrin im Konflikt: Die Stadt Monschau, für die der Nationalpark bedeutsam ist, die aber andererseits und gerade in diesen „klammen Zeiten” auf die Einnahmen aus der Jagdpacht - immerhin rund 65.000 Euro jährlich - angewiesen ist. Die Lösung soll nun eine Hegegemeinschaft beider Interessenlager bringen.

Die Stadt Monschau hat von insgesamt sieben Eigenjagdbezirken deren fünf am Rand des Nationalparks Eifel, die rund 65.000 Euro Pacht im Jahr bringen. Die Pachterlöse tragen dazu bei, dass der Forstbereich mit einem positiven Ergebnis abschließt.

Seit Einrichtung des Nationalparks Eifels weisen die Jagdpächter jedoch darauf hin, dass das „Wilderlebnis” sich verändert hat und die Abschusspläne nicht mehr erfüllt werden können.

Seit 2008 erstellt das Nationalparkforstamt jährlich einen Jagdausübungsplan, der von der oberen Jagdbehörde beim NRW-Umweltministerium angezeigt wird.

„Dieser Jagdausübungsplan wurde 2008 und 2009 heftig diskutiert und wird jetzt von den Eigenjagdpächtern der Stadt Monschau mehrheitlich zum Anlass genommen, dass zukünftige Jagderlebnis und damit perspektivisch auch die Jagdpachthöhe in Frage zu stellen”, wie die Verwaltung nun im Monschauer Umweltausschuss berichtete.

Umweltminister eingeschaltet

Die Stadt Monschau hat bei den Beratungen zum jährlichen Jagdausübungsplan sowohl die Reduzierung der Abschussmengen im Nationalpark Eifel im Bereich Dedenborn-Wahlerscheid eingefordert, als auch das Ruhen der Jagd im Nationalpark Eifel im Bereich Dedenborn-Wahlerscheid angeregt.

Die Bemühungen der Stadt, gemeinsam mit den Jagdpächtern und mit Unterstützung der Unteren Jagdbehörde der Städteregion Aachen eine Hegemeinschaft für die Randbereiche des Nationalparks Eifel und Wahlerscheid-Dedenborn einzurichten, sind im vergangenen Jahr gescheitert, weil das Nationalparkforstamt damals nicht bereit war, dieser Hegemeinschaft verpflichtend beizutreten.

Im März haben die Stadt Monschau und die Eigenjagdpächter das Anliegen Umweltminister Uhlenberg persönlich vorgetragen und dabei geltend gemacht, dass die Bejagung auch im Süden des Nationalparks ruhen soll, wie bereits im Norden/Hetzinger Wald-Nideggen realisiert. Bei einem weiteren Gespräch Ende April im Düsseldorfer Ministerium saß dann auch das Nationalparkforstamt mit am Tisch.

Das Ergebnis fasste die Stadt Monschau im Umweltausschuss so zusammen: „Das Nationalparkforstamt Eifel hat einen 25-jährigen Prozess zum Waldumbau an der südlichen Grenze durch Buchenaufwuchs begonnen, dem sukzessive die Fichte weichen wird. Um diesen aufwendigen Waldumbauprozess realisieren zu können, ist der Aufwuchs vor Wildverbiss zu schützen. Daher kann die Jagd nicht ruhen und der Abschuss zu erhöhen. Die Stadt Monschau fürchtet den Wegfall der Jagdpachterlöse und hat deshalb die Entschädigung für den Arrondierungsbereich des Nationalparks eingebracht.”

Ende Mai soll nun ein weiterer Behördentermin zur Auslotung der Interessenlagen stattfinden. Zugesagt wurde, dass eine Hegegemeinschaft Wahlerscheid-Dedenborn eingerichtet werden soll und das Nationalparkforstamt hier verpflichtendes Mitglied wird, damit „auf Augenhöhe” diskutiert werden kann.

Der Jagdausübungsplan für 2010 wurde indes kürzlich im Kommunalen Nationalparkausschuss bei der Gegenstimme der Stadt Monschau, die erneut das Anliegen zur Reduzierung des Abschusses im Süden des Nationalparks Eifel vortrug, beschlossen. Der Abschuss liegt für 2010 bei 80 Stück Rotwild im Bereich Wahlerscheid-Dedenborn. Zum Vergleich: In 2000 lag der festgesetzte Abschuss in der Region bei 35 Stück Rotwild.
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