St. Michael-Gymnasium verliert eine starke Hundertschaft

Von: Carmen Krämer
Letzte Aktualisierung:
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Viel Lob erntete die Abiturientia 2014 des Monschauer St.-Michael-Gymnasiums an ihrem letzten Schultag am MGM. Immer wieder war bei den Feierlichkeiten am Samstag die Rede von einer „ganz besonderen Stufe“.

Monschau. Als sie am Anfang noch ganz frisch und jung „auf den Grill“ kamen, waren sie laut dem Bericht ihrer Sprecher in eine Drei-Klassen-Gesellschaft eingeteilt. Die Leute aus der A waren zu brav, die aus der B normal und die aus der C hatten so viele negative Eintragungen, dass das Klassenbuch bald zu klein wurde.

Jetzt, so behaupten sie in ihrem Motto „bABIcue – wir sind durch“, fühlen sie sich als einheitliche Stufe und sind dazu auch noch durch wie gegrillte Würstchen, die Abiturienten 2014 des St.-Michael-Gymnasiums Monschau.

Langwieriger Gar-Vorgang

„Durch“-gebraten, „durch“-gedreht und „durch“ die Schulzeit. Und auch wenn diese Zeit wie im Fluge vergangen ist und sich die jungen Leute noch ein Jahr mehr zur Vorbereitung auf das Leben gewünscht hätten, ist zwischen der Unterstufe und dem letzten Tag an ihrer Schule am vergangenen Samstag so einiges passiert.

Es war ein langwieriger „Gar-Vorgang“, der, wie die Stufenlehrer Pia Völl und Achim Laude auf der Abschlussfeier berichteten, von Bevormundung, der ein oder anderen Nervensäge und langen Unterrichtszeiten, aber auch von Bequemlichkeiten, wie Mamas morgendlichen Fresspaketen, immer frisch gewaschener Wäsche, guten Freunden und Gänsehautmomenten geprägt war.

„Ich werde niemals den letzten Abend unserer Stufenfahrt nach Kroatien mit Euch vergessen. Wir haben uns am Strand getroffen, haben die Gitarren rundgegeben und fast alle aus der Stufe haben gesungen“, erinnert sich Achim Laude. Seit dieser Fahrt, die offensichtlich einen starken Eindruck hinterlassen hat und auf der Entlassfeier immer wieder zur Sprache kam, sei jeder stolz darauf gewesen, ein Teil dieser Gruppe zu sein, so die Stufensprecher.

Mit einem Wortgottesdienst unter der Leitung von Jens-Peter Bentzin und Ralf Lehmkühler und musikalisch begleitet von Alexa Gasper, Felix Offermanns und Fabio Krämer, begannen die Feierlichkeiten in der Monschauer Aukirche.

Anschließend fand die offizielle Entlassfeier in der Aula des Gymnasiums statt, wo der stellvertretende Schulleiter Bernd Gotzen die Schüler darauf aufmerksam machte, dass sie gerade erst die Marinade hergestellt hätten: „Das Schnitzel ist noch lange nicht gegessen!“, erklärte er.

Moderiert wurde das Programm in der Aula von Schüler Mike Linzenich, der nach der Ansprache der beiden Stufenlehrer einen Musikbeitrag ankündigte: Mucksmäuschenstill war es im Saal, als sich Max Grafenauer am Flügel zum Gesang selbst begleitete. Ebenso beeindruckend war ein später folgender Beitrag am Flügel von Christoph Hardt und der Vortrag des selbst geschriebenen Songs „Sorry, but that’s me“ von Felix Offermanns und Fabio Krämer.

Für die Stadt Monschau gratulierte der frisch gekürte stellvertretende Bürgermeister Georg Kaulen den Abiturienten zu ihrem Abschluss und sprach die Hoffnung aus, dass doch die meisten von ihnen nach ihrer Ausbildung wieder in die Region zurückkommen sollten.

Ein traditioneller Höhepunkt der Entlassfeiern am MGM ist die Ansprache von Schulleiter Dr. Lothar Stresius, die am Samstag besonders positiv für die 100 Schülerinnen und Schüler ausfiel. „Es ist selten, dass ein Schulleiter eine Stufe so gut kennt, wie ich Euch kenne“, begann er seinen Vortrag. „Ihr seid keine typische Jahrgangsstufe gewesen. Natürlich seid ihr Schüler wie alle anderen auf der Welt. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Man kann sich auf Euch verlassen.“

Mit einem Seitenblick auf Schulen in größeren Städten, wo in der mittlerweile an allen Schulen üblichen Mottowoche vor dem letzten Schultag Wasserbomben geworfen und Unterrichtsstunden gestört werden, die Lehrer mit dem Schulgesetz unter dem Arm herumlaufen müssen und Eingänge vermüllt sind, zeigte Dr. Stresius auf, wie „heilfroh“ er ist, dass er an dieser Schule unterrichten darf.

Auch der Schulleiterr hofft, dass seine Schüler sich gern an ihre Schule erinnern und in der Region Wurzeln schlagen, da die weite Welt einem nicht die Nähe und die Sicherheit geben könne, die man schließlich zum Leben brauche.

Für einen besonders rührenden Moment sorgten dann Fabio Krämer und Ishak Chazli, die ihrem beliebten und allseits geschätzten Schulleiter nach einer beeindruckenden Rede über seine Persönlichkeit ein Geschenk zur Erinnerung „auch im Mund“ an die bABIcue-Stufe überreichten.

Die beiden Schüler hatten diesen überraschenden Punkt auch ins Programm genommen, weil die Abiturientia 2014 die letzte sein wird, die Dr. Stresius im Amt des Schulleiters erlebt. Im Laufe des kommenden Schuljahres wird der geschätzte Pädagoge in den Ruhestand gehen.

Besondere Leistungen

Von der Ansprache der Schüler sichtlich gerührt zeigte sich Dr. Lothar Stresius, dem die Stufe augenscheinlich sehr ans Herz gewachsen ist.

Bevor er zur Zeugnisausgabe mit Fotos und ausgewählter Musik der Schüler überging, gab es noch einige Ehrungen für besondere Leistungen, so für Christoph Heck und Simon Huppertz, die den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ (wir berichteten) belegt haben. Besonderes Lob gebührte außerdem Felix Offermanns, der in seinen Freistunden viel Zeit in das Hilfesystem der Schule, bei dem Schüler anderen Schülern helfen, investiert hat.

Einen Preis von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielten Mike Linzenich, Fabian Händler, Benedikt Schedler und Felix Hoff.

Ein beeindruckendes Bild erwachsener und selbstbewusster Persönlichkeiten bot sich nach der Zeugnisausgabe auf der Bühne der Aula, wo die stolze Hundertschaft sich selbst feierte und sang: „Ein Hoch auf uns!“

Den Eindruck, der sich von Beginn der Feierlichkeiten an gewinnen ließ, dass diese Stufe etwas Besonderes war, setzte sich auch am Abend auf der Kommersfeier weiter fort. Ein sehr gut organisiertes Programm aus Spielen mit den Lehrern, einem Sketch über das seltsame Verhalten einzelner „Pauker“, jeder Menge guter und lustig gestalteter Videos und einer beeindruckenden Abiband sowie einem Auftritt der Band VENNomenal rundeten den gut organisierten und festlichen Tag ab.

Und eines durfte natürlich nicht fehlen: ein großer Grill mit einem richtigen Barbecue.

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