St. Antonius-Kirche: Turmsanierung statt Abriss oder Verkauf

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
Der Kirchturm von St. Antonius
Der Kirchturm von St. Antonius in Rott hat einen „Arbeitskittel” verpasst bekommen. Derzeit erfolgt die Turmsanierung des fast 180 Jahre alten Gotteshauses an der Quirinusstraße. Foto: Günther Sander

Rott. Sanierung des Kirchturms oder gar Abriss? Diese Frage beschäftigte die katholische Pfarrgemeinde St. Antonius in Rott vor einiger Zeit schon. Bekanntlich wurde bei einer routinemäßigen Kontrolle festgestellt, dass der Turm „sanierungsbedürftig” sei.

Experten gaben zu verstehen, dass das Holz im Turminneren durch Feuchtigkeit angegriffen wurde, entsprechender Pilzbefall nicht zu übersehen sei.

Ein erster Kostenüberschlag hat ergeben, dass 150.000 Euro für eine erforderliche Sanierung und ebenso viel Geld für einen Abriss aufgebracht werden müssen.

60 Prozent der Kosten schießt das Generalvikariat hinzu, die nicht gerade reiche Rotter Pfarrgemeinde muss für die restlichen 60.000 Euro gerade stehen. Ein dicker Brocken, den man aufzubringen hat.

Fest stand jedoch rasch, ein Abriss, lange im Gespräch und diskutiert, komme nicht in Frage. Das klare Bekenntnis der Christen: Der Kirchturm gehört wie auch die Pfarrkirche mit zum Ortsbild von Rott.

Derzeit gibt sich der sanierungsbedürftige Kirchturm „verhangen”, doch da steckt nicht Verpackungskünstler Christo dahinter: Eine Baufirma hat dem hohen Bauwerk einen „Arbeitskittel” verpasst. Mit den Arbeiten wurde innen und außen inzwischen begonnen, die Elektroinstallation ist komplett abgeklemmt, Glocken und Kirchturmuhr befinden sich außer Betrieb und verkünden den Rottern derzeit nicht, was die Stunde geschlagen hat.

Für den Turm standen dagegen die Zeichen in der Tat auf „5 vor 12!” Bis zum Herbst soll alles saniert und renoviert sein, wie an der Eingangstüre zum Gotteshaus innen zu lesen ist. Für die Unannehmlichkeiten bittet die Pfarrgemeinde alle Kirchenbesucher um Verständnis.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Brigitte Palm bestätigte unserer Zeitung den Arbeitsbeginn, sie sprach von „dringend erforderlichen Maßnahmen, um den Kirchturm retten zu können”.

Stimmen von außen, die einen Verkauf des Gotteshauses durch das Bistum Aachen befürchten oder eine andere Nutzung, hält Brigitte Palm für ein Gerücht: „Das kann ich mir nicht vorstellen”, meint sie zuversichtlich, weiß aber auch, dass die Zahl der Gottesdienst- und Kirchenbesucher sich nach unten hin bewege. „Wir Rotter hängen aber an unserer Kirche, es ist ein sehr schönes Gottehaus”, urteilt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Das Bistum sei zwar unterwegs und nehme vor Ort Bewertungen vor. Palm weiß auch, dass die Unterhaltung einer Kirche viel Geld kostet.


Dieser Meinung schließt sich auch Pfarrer Hans-Georg Schornstein an, der auf unsere Anfrage bezüglich eines Verkaufs eine abschlägige Antwort erteilt: „Davon ist mir nichts bekannt, da steht überhaupt nichts an”, versichert Schornstein.

Nun fiebert man in Rott dem Herbst entgegen, um dann die Pfarrkirche St. Antonius in neuem Glanz präsentieren zu können.

Die Kirche St. Antonius, 1835 im neoklassizistischen Stil erbaut, ist durch den hl. Quirinus als zweitem Pfarrpatron zur Wallfahrtskirche geworden. Nach der Legende besiegte der Heilige aus Vaux-sur-Seine einen Drachen, der den Dorfbewohnern den Zugang zum Dorfbrunnen verwehrte. In der Kirche befinden sich zwei Reliquien des Heiligen. Gegenüber der Kirche ist die Statue eines historischen Gemeindedieners und Ausrufers zu sehen: der „Tinnes”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert