Sporthalle TV Roetgen: Ausbau schneller als Zeitplan

Von: M. S.
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Roetgen. Nach gutem Brauch seiner Zunft lobte Achim Heinrichs in geziemender Zimmermannskluft und in Reimform die Arbeit aller am Werk beteiligten „Herren, Frauen und Bürgersleut„” und erbat Gottes Segen auch für deren künftiges Schaffen.

Dann schmetterte er ein zuvor in vollem Zug geleertes Glas zu Boden, das als Glücksbringer klirrend zerbarst, während Turnkinder mit vereinter Kraft eine im Wind tanzende Birkenkrone in die Höhe hievten, die sie zuvor mit rotgelben Bändern in den Vereinsfarben geschmückt hatten. Auf ihnen sandten die Jungen und Mädchen ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft in die Luft. Positiv-familiäre Stimmung, Sonne und Wolken beim Richtfest für die Dreifach- Sporthalle des TV Roetgen, letzter Teil (wir berichteten).

Zu einem in Bezug auf seine nicht alltägliche, langwierige Vorgeschichte denkwürdigen Festakt begrüßte Margit Marquardt, Vorsitzende dieses mit derzeit 2100 und in acht Sparten aktiven Mitgliedern zahlenmäßig stärksten Sportvereins der gesamten Eifel, an Samstagnachmittag auf der Baustelle an der Rosentalstraße erfreut eine „überwältigende Gästeschar”. Sie erinnerte daran, dass nun ein lange gehegter TV-Traum wahr werde, denn die Planungen zur Errichtung einer erforderlichen, multifunktionalen Dreifach-Sporthalle lägen bereits mehr als ein Vierteljahrhundert zurück.

Dritter Streich steht aus

Vor 17 Jahren konnte schließlich der erste Bauabschnitt vollendet werden, der zweite wurde vor mehr als zwei Jahren fertig gestellt. Mit dem nun gelungenen dritten Streich, dem neuen Gebäudekomplex von 27 mal 20 Metern Fläche, erhöhe sich, errechnete Marquardt, die Gesamt-Hallenkapazität einschließlich Nebenräumen für Übungsstunden und Gerätelagerung auf annähernd 1500 Quadratmeter. Die Einweihung des Projektes sei ursprünglich für Dezember 2010 konzipiert, aber: „Nicht zuletzt dank enormer Eigenleistung unserer Mitglieder laufen die Bauabschnitte wie geschmiert. Wir sind dem Plan voraus, möchten daher schon im Sommer nächsten Jahres einziehen, wenn unsere ersten Damen- und Herrenteams in die neue Handballsaison starten.”

Bis zur endgültigen Inbetriebnahme und dem letzten Pinselstrich übers Jahr dürfte, schätzt die Vereinsmanagerin, das Vorhaben 1,5 Millionen Euro kosten. Allein der jüngste Bauabschnitt wurde von der Kommune Roetgen und aus Landesmitteln mit 320000 Euro bezuschusst, „Das Doppelte dieser Summe werden wir zudem noch durch zu leistende Handwerkerstunden aufbringen müssen”, kündigt Margit Marquardt an. Vergangenen April sei der „erste Spatenstich” erfolgt, seitdem wurden bereits gut 2000 freiwillige und unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet: „Ständig sind um die hundert Helfer im Einsatz, drei Viertel von ihnen bilden einen harten Kern, dessen Angehörige jede freie Minute auf der Baustelle im Einsatz sind.

Als Architekt und Bauleiter fungiert TV-Geschäftsführer Helmut Helzle. Er rief seinen Zuhörern wichtige Stationen der umfangreichen und vielschichtigen Maßnahme ins Gedächtnis. Demnach gab Roetgens Gemeinderat im Spätherbst 2006 grünes Licht zur Aktion „Aus zwei mach„ drei”. Die Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln waren zugesichert, „die Halle zwei befand sich noch im Bau” (Helzle). Seit vergangenem Frühjahr bestimmten Baggerarbeiten und Einsatz schwerer Geräte das Treiben auf der Baustelle, Eifellava wurde zum soliden Mauerwerk verbunden, Fundamente waren zu erstellen, ein Dachstuhl zu zimmern, Trennwände hochzuziehen, Beton zu gießen. „Allein 1500 Kubikmeter Erdreich galt es auszubaggern; sie dienen nun als nachbarschaftsfreundliche Lärmschutzwand”, erklärte Helzle.

Zum besonderen Anlass hatten die Bauherren in einer Aachener Hausbrauerei ein spezielles süffiges Richtfestbier gären lassen. Es wurde zur Feier des Tages ausgeschenkt, konnte aber auch flaschenweise zum Prosit auf den TV daheim erworben werden.

Ehe es an den Richtfestschmaus ging, wünschte Bürgermeister Eis Roetgens renommiertem Sportbotschafter im Namen aller Ratsfraktionen auch künftig Glück und Erfolg: „Kompliment an Sie, Frau Marquardt, und ihre fleißigen Helfer! Was Sie alle für das Projekt Dreifachhalle leisteten, macht Ihnen so leicht niemand nach. Eine kleine Gemeinde wie die unsrige wäre ohne dazu vereinsseitig erbrachte Leistungen absolut überfordert. Darum wünsche ich Ihnen für kommende Wettkämpfe, Trainingseinheiten und vielfältige Veranstaltungen stets ein volles Haus.”
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