Spielmannszug Roetgen braucht dringend Verstärkung

Von: Günther Sander
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Albin Offermanns (links) ehrte beim Spielmannszuges für Vereinstreue Stefanie Krings, Walter Krott sowie den alten und neuen Vorsitzenden Richard Krings (rechts). Foto: Günther Sander

Roetgen. „Einmal dabei, immer dabei“, diese Feststellung trifft punktgenau auf ein „Urgestein“ des Spielmannszugs Roetgen zu: Seit nunmehr 75 Jahren hält Walter Krott dem Verein die Treue, ihm wurde dafür als besondere Auszeichnung die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

„75 Jahre, das ist erstmals in der Vereinsgeschichte der Fall“, freute sich der alte und neue Vorsitzende Richard Krings, der es schließlich auch schon auf 50 Jahre aktive Vereinstreue gebracht hat.

Bei der Jahreshauptversammlung im Restaurant „Scheärmull-Bräu“ (Brander Stübchen) galt es vor den Ehrungen Jahres-Bilanz zu ziehen. „Die Arbeit als Vorsitzender und Spielleiter macht mir große Freude, aber ich habe festgestellt, dass es mir langsam zu viel wird“, ließ Spielmannszug-Boss Richard Krings anklingen. Er könne auf Dauer nicht beide Ämter zusammen wahrnehmen und hoffe innigst, dass sich bald schon jemand finden werde, der Entlastung bringe. „Ich würde gerne wieder mehr musizieren, wo es doch jetzt so schöne moderne Musik gibt“, schwärmte Richard Krings.

Nach der Satzung musste ein neuer erster Vorsitzenden gewählt werden, die fällige Wahl leitete der zweite Vorsitzende Albin Offermanns. Auf seine Frage nach Kandidaten herrschte Stille im Saal. „Ich habe Verständnis für Richards Wunsch, aber ich glaube, wir sollten ihn noch einmal für zwei weitere Jahre überreden“, so der Vize. „Damit habe ich fast gerechnet“, lachte Richard Krings, der zwar gegen einen Nachfolger nichts einzuwenden hätte, seine Unterstützung anbot, doch dann klare Worte sprach: „Ja, ich mache es noch einmal.“

In seinem Jahresbericht hob Richard Krings besondere Vorkommnisse aus 2013 hervor, so den bevorstehenden Abschluss eines Vertrages mit der Städteregion Aachen bezüglich des neuen Bundesjugendschutzgesetzes. Dieses sehe vor, dass Jugendliche, die vorbestraft seien, in Vereinen nichts zu suchen hätten. „Ein heikles Thema“, sagte Krings, aber der Vertragsabschluss bringe auch Vorteile für den Verein. „Wenn wir nicht unterzeichnen, gibt es keine Zuschüsse mehr.“

Der Vorsitzende bilanzierte weiter, dass wegen Personalmangels einige Termine abgesagt werden mussten. Die Werbeaktion in den dritten Klassen der Grundschule habe deutlich gemacht, dass die Schülerzahlen sinken, ergo auch das Interesse am Mitmachen geringer ausfalle. Dennoch hätten zwei Trommler und drei Flötisten angefangen. Derzeit verfüge das Ensemble über 18 Aktive, in der Ausbildung seien zudem noch acht Schüler. „Ich hoffe, dass davon einige bleiben werden“, wünscht Krings sich. Gesucht werden dringend Spieler für Lyra und große Trommel. Sechs junge Leute wurden zu einem E-Lehrgang des Volksmusikerbundes angemeldet. Richard Krings sprach allen, die sich für den Verein engagiert haben, seinen Dank aus. Nur so könne man einen Verein am Leben halten, meinte er.

Den Geschäftsbericht erstattete Geschäftsführer Sebastian Krott, den Kassenbericht verlas Kassierer Horst Foerster, beide Bilanzen fielen zufriedenstellend aus, so dass Entlastung einstimmig erfolgte. Albin Offermanns schritt zu den Ehrungen langjähriger Mitglieder, galt es doch Urkunden, silberne und goldene Nadeln seitens des Volksmusikerbundes und des Spielmannszuges zu verleihen.

Bei den Inaktiven ist Franz-Josef Gerardy seit 25 Jahren dabei, auf 50 Jahre Mitgliedschaft bringt es Heinz Stoffels (beide waren nicht anwesend). 25 Jahre schon gehört Stefanie Krings zu den Aktiven des Spielmannszuges und auf stolze 50 Jahre kommt Vorsitzender Richard Krings. Er erhielt eine besondere Ehrennadel mit Urkunde sowie ein Präsent. „Der Richard hat diese Ehrung wahrlich verdient“, lobte Offermanns.

Einmalig schließlich die Ehrung für Walter Krott, der 75 Jahre aktiv und inaktiv zur Stelle ist. „Der Walter zeigt stets großes Interesse für den Verein“, hob Offermanns hervor, „wir werden ihn heute zum Ehrenmitglied ernennen“. Der Beifall war dem Jubilar gewiss.

Wichtige Termine für dieses Jahr gab Richard Krings bekannt, der Spielmannszug werde bei vielen Veranstaltungen in Roetgen dabei sein, müsse aber leider die Teilnahme am Verbandsfest in Simmerath absagen. Dafür soll es wieder eine Weihnachtsfeier und auch ein Probenwochenende geben, hofft jedenfalls der Vorsitzende.

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