Spielabsage: SV Rott wittert Manipulation

Von: Ernst Schneiders
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Rott/Lich-Steinstraß. Die kurzfristige Absage des Punktspiels in der Mittelrheinliga zwischen Germania Lich-Steinstraß und dem SV Rott am Sonntagvormittag muss nach Meinung der Gäste ein Nachspiel haben, denn sie wittern eine Manipulation der Gastgeber, wegen Sperre und Verletzungen einiger Leistungsträger. Ein Vorwurf, den Lich-Steinstraß in den Bereich der Fabeln verweist.

Als am Sonntagvormittag die Partie abgesagt worden war und sich die erste Erregung beim Aufsteiger, der in Lich-Steinstraß nicht leer ausgehen wollte, gelegt hatte, entschloss sich Co-Trainer Siegfried Schwarz, das angeblich „überflutete Spielfeld” selbst zu begutachten und machte sich auf den Weg ins Jülicher Land. Als er kurz nach 15 Uhr in Lich-Steinstraß eintraf, war der Platz nach seiner Einschätzung in einem „Toppzustand”.

Von „Überflutung” keine Spur, die Eckfahnen waren gesetzt und die Linien gezogen. Die Spätsommersonne strahlte vom Himmel. Für Schwarz „ideale Bedingungen”. Nach Augenschein passte die Begründung der Absage überhaupt nicht ins Bild und öffnete Spekulationen Tür und Tor, bis hin zum Verdacht der Manipulation, ein Vorwurf, den Hans-Günter Engels, 2. Vorsitzender der Germania, vehement zurückweist.

Er habe am Sonntagmorgen den Platz inspiziert und dabei gesehen, dass der Hydrant munter vor sich hin plätscherte. Dadurch sei ein Teil des Spielfeldes pitschnass und unbespielbar gewesen. Diese Einschätzung habe auch der herbeigerufene Ortsvorsteher geteilt, der Kraft seiner hoheitlichen Befugnisse den Platz für die Partie am Nachmittag gesperrt habe. Engels: „Es sieht natürlich dumm aus, wenn man bei einer solchen Witterung eine Partie wegen Unbespielbarkeit des Platzes absagen muss.

Von Manipulation kann allerdings keine Rede sein. Wir hätten gerne gespielt, schon aus finanziellen Gründen.” Denn ein Sonntagsspiel bringe höhere Einnahmen als eine Partie unter der Woche, die dann möglicherweise in Konkurrenz zur Bundesliga oder zu internationalen Wettbewerben stehe.

Auf Anzeige verzichtet

Für die Vermutung, wegen der Sperre eines Stürmers sei der Zustand des Spielfeldes manipuliert worden, hat der Germania-Vize nur ein mildes Lächeln übrig, denn wegen der Absage gegen Rott fehlt der Angreifer jetzt noch in Teveren. Und in dieser Begegnung, so Engels, „hätte er uns mehr geholfen als gegen den Aufsteiger. Wir schneiden uns doch nicht ins eigene Fleisch!”

Für Klarheit sorgen könne der Fußballverband Mittelrhein mit einem Ermittlungsverfahren, das man in Rott fordert. Ob es zum Erfolg führen würde, steht in den Sternen. Der Staffelleiter hat allerdings bereits gegenüber dem SV Rott erklärt, ein offizieller Protest habe keine Chance, weil eine Bescheinigung der Stadt Jülich vorliege.

Unklar ist indes, wer am Hydranten auf dem Sportplatz gefingert hat. „Wir haben schon einige Male derartige Probleme gehabt. Es sind auch schon Fensterscheiben zertrümmert worden. Wir gehen von Vandalismus aus”, so Engels.

Auf eine Anzeige gegen Unbekannt hat der Verein wegen zu erwartender Erfolglosigkeit verzichtet. Das sieht die Stadt Jülich anders. Sie hat Anzeige erstattet.
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