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Spendenbereitschaft in Steckenborn sehr ausgeprägt

Von: P. St.
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Für die Kinderkrebsstation im
Für die Kinderkrebsstation im Klinikum Aachen gemeinsam im Einsatz: Die Familie Hartmut und Marita Jung mit Nikolaus und Chefarzt Professor Dr. Rolf Mertens (3. v. re.) Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. Einen Weihnachtsmarkt gibt es in Steckenborn nicht, wohl aber das regelmäßige Weihnachtsbaumschmücken. Diese als Privatinitiative im Jahre 2003 gestartete Wohltätigkeits-Aktion fand jetzt nach 2005 und 2008 zum vierten Mal statt.

Die Aktion unter dem Motto „Kinder für Kinder” zugunsten des Förderkreises „Hilfe für krebskranke Kinder” bietet dennoch fast alles, was man von einem Weihnachtsmarkt erwartet: Glühwein, Punsch, Gegrilltes, Weihnachtliche Dekorationen, Losbude, Waffeln, Reibekuchen und musikalische Unterhaltung. Und auch an einem Schätzspiel, bei dem es um die Höhe des Weihnachtsbaumes ging, konnte man sich beteiligen.

Das Weihnachtsbaumschmücken geht zurück auf eine Initiative der Familie Hartmut und Marita Jung, gemeinsam mit den Kindern Niclas und Dennis. Im Jahre 2001 erkrankte Dennis im Alter von elf Monaten an Nierenkrebs. Dank medizinischer Kunst konnte Dennis auf der Kinderkrebsstation des Klinikums Aachen erfolgreich behandelt werden. Da die Diagnose Krebs gerade bei Kindern die Familie vor besondere Belastungsproben stellt, kommt der Ausstattung der Station eine besondere Bedeutung zu. Dafür aber ist man auf Spenden angewiesen. Nach der Behandlung ihres Sohnes entschloss sich die Familie Jung, mit dem Weihnachtsbaumschmücken dazu beizutragen, dass Spenden fließen.

Dennis muss auch heute noch zu regelmäßigen Untersuchungen ins Klinikum. „Jedes Mal können wir uns dann davon überzeugen, wie sinnvoll die Spendengelder angelegt sind”, versicherten Hartmut und Marita Jung den rund 600 Gästen, die sich im Ortszentrum zum Weihnachtsbaumschmücken eingefunden hatten. „Wir sehen in dieser Spendenaktion ein Möglichkeit, viele Menschen dazu zu bewegen, krebskranken Kindern zu helfen.”

„Heute ist mein Leben fast wieder normal”, sagte Dennis Jung in einer bewegenden Ansprache, und auch Professor Dr. Rolf Mertens, der Chefarzt der Kinderkrebsstation, machte deutlich, „dass wir auf unserer Station Kontinuität brauchen, auch was die Spenden betrifft”. Mertens lobte die „tolle Aktivität” in Steckenborn. „Das ist wirklich einmalig.” Allein in diesem Monat seien vier neue Patienten auf der Kinderkrebsstation aufgenommen worden. Prof. Mertens nutzte aber auch die Gelegenheit, auf die Notwendigkeit von Organ- und Knochenmarkspenden hinzuweisen, die lebensrettend für viele Menschen seien .

Begonnen hatte die vierte Benefizaktion in Steckenborn mit dem Schmücken des großen Weihnachtsbaumes. Mit Hilfe einer Hebebühne konnten die Kinder selbst gebastelte Geschenkekartons dekorativ am Baum platzieren.

Da für das leibliche Wohl hervorragend gesorgt war, ließen sich die Besucher auch nicht zweimal bitten. Viele Steckenborner nutzen die vorweihnachtliche Aktion, um sich am Vorabend des ersten Adventssonntags in stimmungsvoller Runde zu treffen.

Feste Verkaufspreise gab es im übrigen nicht, dafür war es Gästen selbst überlassen, in einer der Spendenboxen einen finanziellen Beitrag nach eigenem Ermessen für den Verzehr zu hinterlassen. Der gesamte Erlös soll dann wieder der Kinderkrebsstation im Klinikum zugute kommen.

Der Spendenaufruf blieb auch diesmal nicht ungehört.

Allein beim rund vierstündigen Weihnachtsbaumschmücken wurde ein Reingewinn von 9300 Euro erzielt. Da sich dieser Betrag erfahrungsgemäß aber noch durch einige Einzelspenden erhöhen wird, dürfte n auch diesmal wieder unter dem Strich mehr als 10 000 Euro an Spendengeldern zusammenkommen. Der dazugehörige Scheck wird am kommenden Mittwoch in Steckenborn an Dr. Mertens übergeben.

Hartmut und Marita Jung zeigten sich nach dem Kassensturz erneut begeistert über die ausgeprägte Spendenbereitschaft der Steckenborner Bevölkerung.

Ein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang auch den nahezu 60 Helfern, die durch schöne Ideen, Tatkraft und viel Eigeninitiative die Aktion unterstützten und so auch zu dem hervorragenden Gesamtergebnis beigetragen hätten.
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