Spektakuläre Aktion: 19 Linden umgepflanzt

Von: Heiner Schepp
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Europaweit ist die fränkische Firma Opitz mit ihrem geländegängigen Lkw und dem selbst entwickelten Spezialaufbau „Optimal“ unterwegs, um Bäume bis zu einem Stammumfang von 150 Zentimetern zu verpflanzen. Zu Wochenbeginn fanden 19 Kaiserlinden vom Himo in Imgenbroich eine neue Bleibe. Foto: H. Schepp
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Binnen weniger Stunden entstand am Belgenbacher Weg im Imgenbroicher Neubaugebiet Steinrötsch II eine ganze Lindenallee. Foto: H. Schepp

Imgenbroich. „Ich glaub‘ ich bin im Wald“, mag mancher Autofahrer zu Wochenbeginn gedacht haben, als er auf der B258 in Imgenbroich und Umgebung unterwegs war. Schließlich begegnet man nicht alle Tage einem Lkw, der auf der Ladefläche einen ganzen Baum transportiert.

Gleich 19 Mal kurvte der 40-Tonner aus dem fränkischen Heideck Montag und Dienstag durch Imgenbroich und Umgebung, um seine wertvolle Fracht zum neuen Standort zu transportieren.

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, sagt ein altes Sprichwort, doch das widerlegt die Deutsche Gesellschaft für Großbaumverpflanzung (DGG) seit nunmehr 30 Jahren eindrucksvoll. Fast eine Million(!) Baumverpflanzungen vom kleinen Privatgarten bis zu imponierenden Alleen und Parkanlagen in den Metropolen unseres Kontinents haben die in der DGG zusammengeschlossenen Landschaftsbauunternehmen in dieser Zeit von A nach B versetzt und verweisen stolz auf eine 99-prozentige Anwachsgarantie.

An ihren Auftragsorten arbeiten die Baumverpflanzungs-Experten jeweils mit örtlichen Unternehmen zusammen – im Falle Monschau mit der Gartenbaufirma Pauls aus Konzen und mit dem Büro für Freilandplanung Dieter Liebert aus Alsdorf. „Diese Bäumchen waren mir eine Herzensangelegenheit; schließlich habe ich sie vor 15 Jahren selbst mit gepflanzt“, erzählt Landschaftsarchitekt Liebert, dessen Büro seinerzeit für die Außengestaltung des 1998 gebauten Himo verantwortlich zeichnete. „Deshalb haben wir das Büro Liebert auch jetzt eingebunden, als es um die Planung des künftigen Bushofs ging“, lobte Bürgermeisterin Margareta Ritter die Alsdorfer Freiraumplaner für „gute Ideen“.

Die Idee hier war, möglichst viele der rund zwei Dutzend etwa 25 Jahre alten Kaiserlinden vor dem Himo zu erhalten. Liebert gelang es, mit den Baumverpflanzern aus Süddeutschland einen günstigen Preis auszuhandeln, so dass die Aktion für die Adressaten der Bäume letztlich günstiger wurde als eine Neuanpflanzung von Bäumen dieser Größe. Und so gelangten die am Himo mit dem mächtigen Rundspaten ausgestochenen Kaiserlinden zum Baumarkt und ins Neubaugebiet Steinrötsch II in Imgenbroich sowie zu einem Privatmann nach Roetgen, der sich die fünf stattlichen Bäume einen (niedrigen) fünfstelligen Betrag kosten ließ. Weitere Bäume wurden hinter dem Himo „geparkt“ und sollen nach Fertigstellung des ÖPNV-Verknüpfungspunktes wieder „vors Haus“ kommen.

Der Umzug erfolgt in vier Schritten: Zunächst gräbt der Großspaten am neuen Platz in einem Zug die 2,50 Meter große Grube und setzt den fünf Tonnen schweren Ballen dort ein, wo ein anderer Baum ausgehoben wurde. Beim Ausheben eines Baumes greifen die vier riesigen Spaten vorsichtig bis 1,50 Meter Tiefe um den Ballen des Baumes und heben diesen heraus. „Wichtig ist dabei, dass das Wurzelwerk nicht beschädigt wird“, so Dr. Bernd Küster, Diplom-Forstwirt der Firma Opitz.

In leichter Schräglage wird der Baum über die Straße transportiert, am neuen Ort aufgerichtet und sanft in die vorbereitete Grube gesetzt. „500 Liter Wasser pro Woche“ helfen der Großpflanze, am neuen Ort anzuwachsen, erläutert Stefan Pauls, dessen Firma die verpflanzten Bäume von nun an betreut. Schon bald wird man sehen, ob die Bäumchen am neuen Platz ausschlagen und damit beweisen, dass man einen alten Baum eben doch verpflanzen kann...

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