Speicherkraftwerk Rursee: „Kein zweites Stuttgart 21”

Von: ale
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Diskutierten über das geplant
Diskutierten über das geplante Pumpspeicherkraftwerk (von links): Jens Bröker, Dr. Markus Hakes, Dr. Harro Höger, Norbert Römer, Rainer Schmeltzer MdL, Josef Stiel, Erwin Cremer und Wolf-Dieter Keß. Foto: A. Lauscher

Heimbach-Schwammenauel. Zu einem Informationsgespräch war Norbert Römer, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag NRW, am Dienstag nach Schwammenauel ins Hotel „Seehof” gekommen; er wollte sich vor Ort über das geplante Wasserspeicherkraftwerk informieren.

Zu der Diskussion hatte die in Aachen ansässige Trianel-GmbH auch SPD-Politiker aus Heimbach, Nideggen, Simmerath und Düren eingeladen.

Über zwei Stunden wurde ein reger Austausch geführt, letztendlich zogen die Politiker das Fazit, dass sie das Wasserspeicherkraftwerk am Rursee unterstützen. Norbert Römer hierzu: „Wir sind überzeugt, dass wir die Energiewende dringend brauchen. Ein Problem der erneuerbaren Energien besteht darin, dass sie unregelmäßig zur Verfügung stehen und man eine Lösung finden muss, sie zu speichern. Pumpspeicherkraftwerke sind aktuell die einzige großtechnisch verfügbare Speicheroption.”

Transparente Pläne

Er hob den großen Vorteil des Standortes am Rursee hervor, denn hier sei das Unterbecken bereits vorhanden; dies bedeute einen geringeren Eingriff in die Landschaft. Norbert Römer zeigte sich sehr angetan von dem Bestreben der Trianel-GmbH, ihre Pläne transparent zu machen und die Bevölkerung von Anfang an mit einzubeziehen. Jens Bröker, der der SPD-Fraktion im Kreistag Düren vorsteht, betonte, man habe einstimmig im Kreistag beschlossen, den Ausstieg aus der Atomenergie zu forcieren und regenerative Energien weiterzuentwickeln. Er verstehe, dass es in Zusammenhang mit dem Speicherkraftwerk Sorgen und Ängste gebe; er nannte die Bemühungen um Transparenz der Trianel-GmbH „beispielhaft”.

Josef Stiel, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Städteregion Aachen, machte deutlich, wie wichtig die Offenlegung der Pläne sei: „Stuttgart 21 darf es nicht noch einmal geben.” Und Wolf-Dieter Keß, der die SPD-Fraktion im Stadtrat Nideggen führt, merkte an: „Wir haben in den eigenen Reihen Kritiker, die müssen wir beruhigen.” Dr. Harro Höger, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat gab zu: „Die SPD Heimbach sieht das ganze Projekt sehr kritisch. Die Umwälzung des Wassers im See wurde kleingeredet. Wir glauben, dass das Pumpspeicherkraftwerk sich auf das Bild des Rursees negativ auswirken kann. Jedoch hatten wir hier ein wunderbares Arbeitstreffen.”

Fragen zum Planungsstand

Aus Simmerath waren leider keine SPD-Politiker angereist, doch hier gebe es eine durchweg positive Einstellung zum Planungsverfahren. Mit konkreten Fragen zum Planungsstand sahen sich Elmar Thyen und Dr. Markus Hakes von der Trianel-GmbH konfrontiert, beispielsweise nach der Riesenbaustelle im Schilsbachtal, das doch unter Naturschutz stehe. Hier soll das Einlaufbauwerk gebaut werden, und die Materialien würden durch den Wald auf direktem Weg vom Buhlert ins Schilsbachtal transportiert, erläuterte Dr. Hakes.

Die Bauphase bedeute sicher eine Störung, doch danach trete wieder Ruhe ein. Im Zusammenhang mit Fragen nach dem Pegelhub, der unterschiedlichen Wasserhöhe zwischen Abpumpen und wieder Zufließen des Wassers, der mit maximal zwei Metern angegeben wird, betonte Dr. Hakes, es müsse sichergestellt sein, dass die Wasserqualität nicht beeinträchtigt werde und der Tourismus als Merkmal der Region erhalten bleibe. „Wenn das Projekt technisch nicht beherrschbar sein wird, dann ist es leider nicht realisierbar”, merkte er an.
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