Roetgen - SPD will geeignete Vorrangflächen für Windkraft finden

SPD will geeignete Vorrangflächen für Windkraft finden

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. Energiewirtschaftlich hat sich die gute alte Sozialdemokratie längst auf den Weg in ein neues Zeitalter gemacht, und der Ruf der großen Mutter hat inzwischen auch die Genossen in den entlegeneren Winkeln der Republik erreicht.

Zu diesen betulichen Flecken gehört auch die Gemeinde Roetgen, die jüngst mit dem Beitritt zur „Green”-Gesellschaft offiziell ihr Herz fürs Regenerative entdeckt hat. Da will die SPD als stärkste Ratsfraktion natürlich vorneweg gehen und hat beantragt, geeignete Vorrangflächen für Windkraftanlagen auszukundschaften.

Die bestehende Vorrangfläche hat nach allgemeinem Bekunden heute diesen Namen nicht mehr so ganz verdient. Das Interesse der Fachwirtschaft ist jedenfalls gleich Null.

Also soll sich die Gemeindeverwaltung an die Arbeit machen und nicht nur einen scheuen Blick auf den Flächennutzungsplan werfen.

„Wildwuchs” verhindern

Auch um „Wildwuchs” zu verhindern, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch betonte. Denn, vereinfacht ausgedrückt, besagt ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts: Sollte eine so genannte Konzentrationszone nicht als solche taugen, kann ein jeder auf seinem Grund und Boden ein Windrad aufstellen, wo er möchte. Soweit soll es nicht kommen. Also muss eine neue Konzentrationszone her, die nicht im Verdacht steht, lediglich ein Alibi-Acker zu sein.

Darüber hinaus, und dieser Passus wurde im Bauausschuss kreiert, sollen weitere Möglichkeiten regenerativer Energiegewinnung ausgelotet werden. Mit den Plänen der Stadt Aachen, im Münsterwald einen Windpark zu errichten, habe dies alles nichts zu tun, versicherte Sozialdemokrat Frank Knur.

Als größter Bedenkenträger in Sachen Windkraft erwies sich erneut FDP-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Zwingmann. Es sei zu früh, um über den SPD-Antrag zu befinden, erklärte der Liberale, der bei der Abstimmung auch die einzige Gegenstimme lieferte. Der neue NRW-Winderlass liege erst im Entwurf vor, und auch das Schicksal eines Windparks im Münsterwald sei noch ungewiss. Stattdessen regte Zwingmann an, nicht so sehr über Windenergie, sondern verstärkt über großflächige Photovoltaik nachzudenken, oder über eine Nutzung der Dreilägerbachtalsperre für Wasserkraft.

Eigener Windpark?

Der Freidemokrat stand allein auf weiter Flur, denn bei den Grünen rannte die SPD mir ihrem Antrag erwartungsgemäß offene Türen ein.

Sollte der Flächennutzungsplan ein geeignetes Areal hergeben, könne man sogar Überlegungen für einen eigenen Windpark anstellen, so Grünen-Fraktionssprecher Gerd Pagnia. Die UWG appellierte, sich bei der Suche auf den bestmöglichen Energieertrag zu konzentrieren und nicht auf den finanziellen Ertrag.

Auch die CDU konnte sich für das Anliegen der SPD erwärmen, gab aber zu bedenken, dass geeignet nicht immer gleich wirtschaftlich sei.

Nach der aktuellen Windkarte der Gemeinde biete sich nur Schwerzfeld an, ansonsten „in den Wald und hoch hinaus”. Allerdings, so Fraktionschef Michael Seidel, werde die CDU im Roetgener Wald nicht das dulden, was sie im Münsterwald zu verhindern versuche. „Das ist mit uns nicht zu machen!” Seidel warnte davor, sich bei diesem Thema eine „ideologische Brille” aufzusetzen: „Wir wollen kein Windrad, nur um ein Windrad zu haben.”
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