Sparkasse baut neu an der Bundesstraße

Von: Andreas Gabbert
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Nachdem die Raiffeisenbank bereits an die Bundestraße gezogen ist, will die Sparkasse sich nun auch mit einem Neubau am Standort des bisherigen Pavillions in Roetgen neu positionieren. Über Parkplätze und den Zufahrtsverkehr möchte die Gemeinde nach dem Erteilen des „Einvernehmens“ zum Bauantrag noch mit der Sparkasse sprechen, auch wenn letztlich die Städteregion entscheidet. Foto: A. Gabbert
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Die Zukunft des Sparkassenstandorts im Roetgener Ortskern an der Hauptstraße ist noch ungewiss. Die Gemeinde Roetgen habe ein Interesse an einer fortgesetzten gewerblichen Nutzung des Gebäudes, sagte Bürgermeister Klauss in der Sitzung des Bauausschusses. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Nachdem schon die Raiffeisenbank ihre Filiale in Roetgen an die Bundesstraße verlegt hat, plant die Sparkasse nun ähnliches. An der Bundesstraße soll in Höhe des Zebrastreifens auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Aachen zwischen der Eisdiele und der Post ein neues Bankgebäude entstehen.

Das alte Gebäude der Sparkasse an diesem Platz soll dafür abgerissen werden. Was mit dem Sparkassengebäude an der Hauptstraße geschehen soll, ist bislang noch unklar.

Dem Bauantrag für das Gebäude mit einer Kubatur von 3000 Kubikmetern und einer Höhe von 9,15 Metern erteilte der Bauausschuss der Gemeinde jetzt das gemeindliche Einvernehmen, allerdings mit dem Auftrag an die Verwaltung verbunden, mit der Sparkasse Gespräche über die Stellplatzsituation zu führen. Aus Sicht der Bauausschussmitglieder bedürfen die Planung der Stellplätze sowie der Zu- und Ausfahrten nämlich noch der Überarbeitung.

Auch die Verwaltung hatte in der Sitzungsvorlage schon ihre Bedenken bei diesen Punkten zum Ausdruck gebracht. Befürchtet werden unter anderem Schwierigkeiten bei der Zugänglichkeit, Verzögerungen bei den Zu- und Abfahrten, Verkehrsprobleme und Gefährdungen, insbesondere von Fußgängern, beim Ein- und Ausparken.

Für den zu erwartenden Verkehr wird insgesamt zu wenig Platz auf dem Gelände gesehen und die Zahl der vorgesehenen Parkplätze als nicht ausreichend betrachtet. Auch der Lärmschutz ist ein Thema. Die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde sind bei diesen Punkten aber sehr beschränkt. Am Ende entscheidet die Städteregion als Genehmigungsbehörde über das Vorhaben. Nach Informationen der Verwaltung werden die Roetgener Bedenken dort nicht geteilt.

Einige Ausschussmitglieder hatten Informationen, dass die Sparkasse eine Aufstockung des Personals plane. Die Sparkasse selbst wollte sich auf Anfrage noch nicht dazu äußern, da noch Entscheidungen in diversen Gremien ausständen.

Michael Seidel (CDU) bedauerte, dass die Filiale an der Hauptstraße wohl geschlossen werde. Dies bedeute eine Schwächung des Ortskerns, zumal noch nicht abzusehen sei, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werde. Positiv sei aber, dass sich die Sparkasse mit dem Neubau klar zum Standort Roetgen bekenne. Daher sei das Vorhaben grundsätzlich zu begrüßen.

Neben der Frage, ob mit dem Neubau auch die Pflanzung einer Hecke einhergehe, kritisierte Gudrun Meßing (Grüne) vor allem die Zahl der in der Planung vorgesehenen Stellplätze. „Von 24 notwendigen Stellplätzen werden 19 Stellplätze hergerichtet. Die fehlenden fünf Stellplätze müssen abgelöst werden“, war in der Vorlage der Verwaltung zu lesen. Das empfand Meßing als „verharmlosend und verniedlichend“. Außerdem seien die Angaben zur Größe des Gebäudes „etwas zu dünn“ und die Pläne nicht vollständig.

Klaus Onasch (SPD) hegte ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Stellplätze. Dies solle auch deutlich zum Ausdruck gebracht werden. „Wir wissen, dass wir es nicht entscheiden können, aber wir hätten die Stellplatzsituation gerne geklärt“, sagte Onasch. Für das alte Sparkassengebäude an der Hauptstraße sei eine ähnliche Nutzung wünschenswert, „damit der Ortskern nicht verödet“, erklärte Onasch.

Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) erläuterte, er habe die Sparkasse bereits kontaktiert und signalisiert, dass die Gemeinde ein großes Interesse an einer weiteren gewerblichen Nutzung des Gebäudes habe.

Christian Rohn als Mitglied des Jugendbeirates der Gemeinde fragte nach Möglichkeiten, für eine attraktivere Gestaltung des Ortskerns.

Positiv an dem Vorhaben sei, dass auch neue Arbeitsplätze in Roetgen entstehen würden, sagte Bernhard Müller (Grüne). Die Sparkasse wolle nicht nur wegen der Raiffeisenbank an die Bundesstraße ziehen, sondern auch wegen der zahlreichen Autofahrer und von den Pendlerströmen profitieren. Daher sei davon auszugehen, dass die Parkplätze stark genutzt würden. Gleichzeitig handele es sich um einen „neuralgischen Punkt“ an der Bundesstraße, wo auch viele Fußgänger unterwegs seien. Auch wenn man grundsätzlich hinter dem Projekt stehe, könne das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt werden, solange die Parkplatzfrage nicht geklärt sei, betonte Müller.

Silvia Bourceau (UWG) teilte diese Bedenken. Der Zebrastreifen befinde sich in unmittelbarer Nähe und wenn sie jetzt das „Parkchaos“ an der Sparkassenfiliale an der Hauptstraße betrachte, wisse sie nicht, wie es an der Bundesstraße besser laufen solle. Sie begrüße den Neubau, bedauere aber die Schließung der Filiale im Ortskern. Nun gelte, es zu überlegen, wie man am klügsten vorgehe, sagte Bourceau.

Michael Seidel brachte die Idee ins Spiel, Tiefgaragenparkplätze für die Mitarbeiter der Sparkasse zu schaffen. Das sei mit finanziellem Aufwand stemmbar. Die CDU würde gerne in dieser Sitzung das Einvernehmen erteilen. Die Maßnahme sei zu wichtig, als dass man sich verweigere, sagte Seidel.

Der parteilose Günther Severain regte an, eventuell Parkplätze auf den Nachbargrundstücken in das Vorhaben einzubinden. Wolfgang Schruff (PRB) erkannte im hinteren Bereich des Postgebäudes noch Raum für Parkplätze und Zufahrtsmöglichkeiten über andere Grundstücke. Da noch viele Fragen offen seien, wollte er eine Entscheidung bis zur nächsten Ratssitzung vertagen, um „dann ein klares Zeichen zu setzen“. Diesem Vorschlag wären viele Mitglieder des Ausschusses gerne gefolgt. Eine Vertagung sei aber nicht möglich, weil die Erteilung des Einvernehmens an eine Frist gebunden sei, erklärte Meyer.

Schließlich einigten sich die Ausschussmitglieder bei zwei Enthaltungen darauf, das Einvernehmen zu erteilen und die Verwaltung zu beauftragen, mit der Sparkasse hinsichtlich der Parkplätze Gespräche zu führen.

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