Nordeifel - Spätere Rückkehr ist nicht ausgeschlossen

Spätere Rückkehr ist nicht ausgeschlossen

Von: P. St.
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Dr. Josef Zierden, der Organis
Dr. Josef Zierden, der Organisator des Eifel-Literatur-Festivals, am öffentlichen Bücherschrank in Monschau: Eine Rückkehr des hochrangigegen Festivals in die Nordeifel schließt er nicht aus. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Im Schalterraum einer Bank in Prüm fand 1994 die Premiere des Eifel-Literatur-Festivals statt. Am Start waren damals Eifel-Autoren wie Jacques Berndorf, Hubert Franke und Manfred Lang. Inzwischen ist das Festival zu einer bedeutenden Bühne für hochrangige Autoren geworden.

2011 ließ sich Nobelpreisträger Günter Grass in Prüm blicken; in diesem Jahr gaben sich z. B. Jussi Adler-Olsen, Thilo Sarrazin, Bernhard Schlink und Donna Leon die Ehre. Und mit mit Weltklasse-Literaten geht es auch in die 2. Festival-Hälfte ab 24. August.

Die Eifeler Lokalmatadore bleiben seit 2006 außen vor, weil das Festival sich inzwischen in eine andere Richtung entwickelt hat, zu einem großen Treffpunkt der Top-Autoren.

Ein echtes Festival für die gesamte Eifel ist die Reihe aber erst seit ihrer siebten Ausgabe im Jahr 2006. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch Monschau mit ins Boot genommen (Andrea Kiewel). Mit Arved Fuchs und Martin Mosebach (2008) sowie Sarah Kuttner und Simon Beckett (2010) folgten weitere Autoren von Rang.

Dann folgten der Bruch mit Monschau und unschöne Auseinandersetzungen mit Festival-Gründer Dr. Josef Zierden (58), der sich neben seinem Beruf als Studiendirektor des Matthias-Gymnasiums in Gerolstein nicht mehr in der Lage sah, in seiner Freizeit ein auf nahezu 30 Veranstaltungen gewachsenes Festival in 10 Eifeler Landkreisen zu organisieren. Die Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen und vier weitere Kreise in Rheinland-Pfalz waren die Leidtragenden.

Nur noch in drei Landkreise (Bitburg, Daun und Wittlich) blieben übrig. In Monschau pochte man auf den Vertrag und Zierdens Zusage, ein Festival für ganze Eifel auf die Beine zustellen. Für sein Regionen-übergreifendes Engagement hatte ihm ja auch die Zukunftsinitiative Eifel im Jahr 2010 in Berlin den Eifel-Award verliehen.

In Monschau nahm man Zierden den Ausstieg (er selbst spricht von einer „Auszeit”) besonders übel, verharrte aber nicht in Tatenlosigkeit, sondern entwickelte unter dem Arbeitstitel lit.eifel ein Konzept für ein eigenes Kulturlesefestival.

Anfangs wenig begeistert von diesem Konter haben sich die Wogen bei Zierden inzwischen etwas geglättet, zumal sich die beiden Veranstaltungen terminlich nicht die Quere kämen und wie andere Kulturevents in der Region auch nebeneinander existieren könnten. Zum angesprochenen Vertrag sagt Zierden, dass dieser nur eine Laufzeit 2010 umfasst habe.

Zierdens inzwischen entspanntere Sicht der Dinge hat aber noch einen anderen Grund, denn seit einigen Tagen steht für ihn fest, dass die Zukunft des Eifel-Literatur-Festivals gesichert ist, nachdem die Landesregierung Rheinland-Pfalz dem Studiendirektor für Deutsch und Geschichte am Matthias-Gymnasium Gerolstein nun endlich eine halbe Stelle eingeräumt hat. „Diese Perspektive brauchte ich; jetzt ist der Warte-Krimi vorbei”, schöpft der Festival-Macher („Es brummt mächtig”) wieder neuen Elan für die zweite Halbzeit des Festivals 2012, das mit Fernsehmoderator Dieter Moor in Gerolstein startet.

2014 steht die 11. Auflage des Festivals an, und laut Josef Zierden „ist dann auch wieder das Thema NRW-Eifel auf dem Tisch.”

Drei Veranstaltungen in der Städteregion, Euskirchen und Düren seien durchaus denkbar, „aber nur wenn das lokale Sponsoring gesichert ist”, nennt Zierden das Kind beim Namen.

Am Charakter des Festivals soll sich nichts ändern: Hochrangige Autoren sollen weiterhin für litararische Qualität sorgen und den guten Ruf des Festivals stärken. Bei den Autoren hat die Veranstaltungen in der Eifel längst den Status eines Bestellers: „Ein perfektes Festival”, lobt Thriller-Star Jussi Adler-Olsen und Erfolgsautorin Dora Heldt schrieb nach ihrer Lesung ins Gästebuch: „Eine wahre Freude, bei diesem Festival eingeladen zu sein.”
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