Sozialverband VdK: Kampf für soziale Gerechtigkeit

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Sie vertreten den VdK-Sozialverband in der Nordeifel: (stehend v.li.): Kunibert Wirtz, Rainer Wilden, Siegbert Heup,Thomas Hentschel (Kreisverbandsgeschäftsführer). Sitzend von links: Otto Offermann, Michaela Kaulen und Heinrich Poschen. Es fehlt: Heinz Krott. Foto: Carsten Rose

Nordeifel. Der Sozialverband VdK hat bundesweit mehr als 1,7 Millionen Mitglieder. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es rund 290.000 Mitglieder, die in 800 Ortsverbänden bzw. 43 Kreisverbänden organisiert sind und zum Wohle ihrer Mitglieder eng zusammenarbeiten.

Im Stadtgebiet Monschau gibt es die beiden Ortsverbände Monschau und Konzen-Imgenbroich mit insgesamt 390 Mitgliedern, der Ortsverband Roetgen zählt 181 Mitglieder, und in der Gemeinde Simmerath arbeiten die Ortsverbände Simmerath, Kesternich, Lammersdorf und Steckenborn mit insgesamt 553 Mitgliedern.

Vom sozialen Abstieg bedroht

Die Zahl der Menschen, die in Zeiten knapper öffentlicher Kassen von Armut und sozialem Abseits bedroht oder bereits davon betroffen sind, steigt stetig an. Anträge auf Anerkennung einer Schwerbehinderung oder als Opfer von Unfällen und Gewalttaten, Kranken- oder Arbeitslosengeld, Rente, Pflegegeld und Grundsicherung werden häufig erst einmal abgelehnt. Viele Antragsteller finden sich mit dieser Entscheidung ab, legen keinen Widerspruch ein und nehmen erhebliche Nachteile in Kauf, weil sie sich in dem komplizierten sozialen Entschädigungsrecht nicht auskennen. Erst auf Anraten von Freunden, Ärzten, Sozialdiensten der Krankenhäuser und Reha-Kliniken suchen sie Rat und Hilfe beim Sozialverband VdK.

VDK und VdK

Dabei ist sehr häufig festzustellen, dass sie den VdK nur mit den Ereignissen der beiden Weltkriege, mit Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen oder gar mit dem VDK Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Verbindung bringen oder verwechseln.

Ein Rückblick in die Historie macht dies verständlich: Tatsächlich hat der VDK (großes „D“) sich seit seiner Gründung bis zum heutigen Tage die Herrichtung und Pflege der Soldatenfriedhöfe weltweit zur Aufgabe gestellt. Der VdK (kleines „d“) wurde 1947, also kurz nach Kriegsende, gegründet, um für eine Versorgung der vielen Millionen Kriegsbeschädigten sowie der Witwen und Waisen gefallener Soldaten zu kämpfen. Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass der VdK sich im Laufe der 60er Jahre auch anderen Gruppen unserer Gesellschaft geöffnet und deshalb 1971 seinen Namen in „Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner“ geändert hat. Damit wurden praktisch alle Menschen erfasst, die durch Krankheit, Unfall oder Alter in ihrem Lebensalltag beeinträchtigt sind.

Immer weniger Kriegsopfer

Im Laufe von 70 Jahren seit Kriegsende ist der Anteil der Kriegsopfer ständig zurückgegangen und beträgt heute nur noch unter 10 Prozent. Der VdK ist ein gemeinnütziger Verband, der seine Arbeit über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Er ist politisch und weltanschaulich ungebunden und deshalb stets handlungsfähig, wenn es darum geht, für die Belange seiner Mitglieder einzutreten. Jeder kann Mitglied im VdK werden, unabhängig davon, ob er Hilfe in Anspruch nimmt oder die Solidargemeinschaft lediglich finanziell durch seinen Beitrag unterstützen möchte. Dieser beträgt einheitlich für alle Mitglieder fünf Euro im Monat. VdK-Mitglieder genießen eine Reihe von Vorteilen, die häufig ein Vielfaches des Monats- oder Jahresbeitrages ausmachen. Dazu gehören insbesondere Beratung in allen sozialrechtlichen Fragen vom Schwerbehinderten- bis zum Rentenrecht durch qualifizierte Mitarbeiter oder Juristen in der Geschäftsstelle, was oft schon wichtig vor der Antragstellung bzw. Ablehnung ist. Regelmäßige Bildungs- und Reiseangebote, verbandseigene Kur- und Erholungshotels, zehn Exemplare der „VdK-Zeitung“ im Jahr und nicht zuletzt die Betreuung durch die VdK-Ortsverbände gehören ebenfalls zum Leistungsumfang für Mitglieder im VdK.

Hilfe bei Antragstellung

Zu den Aufgaben der Ortsverbandsvorstände gehören vor allem die Aufnahme neuer Mitglieder und die Information über Aufgaben und Zuständigkeiten. Die Beitrittserklärung ist zwar auch über das Internet beim Landesverband möglich, persönliche Kontaktaufnahme mit dem Ortsverband ist jedoch empfehlenswert (siehe Ansprechpartner). Die Wahl des Ortsverbandes ist jedem Mitglied freigestellt, wobei die Wohnortnähe die Regel ist. Unterstützung leisten die VdK-Ortsverbände auch beim Ausfüllen von Anträgen oder sonstiger Formularen; dabei handelt es sich aber nicht um eine Rechtsberatung, da diese fachlich ausgebildeten Mitarbeitern vorbehalten ist und Regressansprüche nach sich ziehen könnte. Wer eine solche benötigt, sollte sich an den Kreis- oder Landesverband wenden oder die monatliche Sprechstunde (s. Box) aufsuchen.

Ebenfalls zum Aufgabenfeld der Ortsverbandsvorstände gehören der Besuch von alten und kranken Mitgliedern zu Hause oder im Pflegeheim, das Gratulieren aus Anlass von Geburtstagen oder sonstiger Jubiläen, Durchführung von Verbandszwecken dienenden Veranstaltungen, z. B. Jahreshaupt-Versammlung, Seniorentreffen mit Grillen, Jahresabschluss mit Weihnachtsfeier, Ausflugsfahrten.

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