Sozialer Brennpunkt: Weniger als eine Straftat am Tag

Von: P. St.
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Roetgen. Als Brennpunkt sozialer Unruhe oder als Zentrum von Kriminalität und Gewalt taucht die Gemeinde Roetgen nicht in der Statistik der Polizei auf. Dennoch hat auch die weitgehend „heile Welt“ in der Eifelkommune ihre Schattenseiten.

Konkrete Zahlen legte die Polizei jetzt den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses in Form des aktuellen Kriminalitäs- und Unfallberichtes für das Gemeindegebiet vor.

Was die Anzahl der angezeigten Straftaten betrifft (das kann vom Familienstreit bis zum Wohnungseinbruch reichen) ist die Entwicklung in Roetgen seit dem Jahr 2013 fast unverändert. Rund 300 Straftaten pro Jahr werden zur Anzeige gebracht. Das sei statistisch weniger als eine Straftat am Tag, erläuterte Hans-Peter Sperber, der neue Leiter der Polizeiinspektion Aachen II.

„In Roetgen drückt der Schuh momentan nicht so sehr“, konstatierte Sperber, wohl wissend, dass das Sicherheitsempfinden der Bürger eine sehr subjektive Angelegenheit ist.

Rechnet man die Zahl der Straftaten auf die Einwohner um, dann gibt es innerhalb der Städteregion in Roetgen die wenigsten Straftaten, gefolgt von den beiden anderen Eifelkommunen.

Anders ist die Lage beim Thema Wohnungseinbrüche. Hier gibt es laut Hans-Peter Sperber seit fünf Jahren ein Problem in NRW. Etwa alle zehn Jahre tauchten solche Spitzen in der Statistik auf. Das Phänomen sei schwierig zu bekämpfen, da die Täter sich in der Regel bandenmäßig organisierten: „Sie schlagen zu und sind dann wieder für Wochen verschwunden.“

Die Grenzgemeinden seien überdurchschnittlich stark gefährdet, und meistens kämen die Täter über die Autobahn 4. Mit etwa 45 Einbrüchen pro Jahr liege die Anzahl der Straftaten in Roetgen aber noch in einer vertretbaren Größenordnung.

Deutlich höher ist mit 200 die Zahl der Verkehrsunfälle im Gemeindegebiet Roetgen. Im Vergleich der Städteregions-Kommunen sei diese Zahl „nicht besorgniserregend“. Außergewöhnlich an der Statistik sei auch, dass es in Roetgen 2017 noch keinen Verkehrsunfall mit Verletzten gegeben habe. Das werde sich mit dem bald einsetzenden Ausflugsverkehr in die Eifel aber wieder ändern.

Zusammenfassend hielt Sperber fest, dass die Polizei mit Sicherheit „ganz schnell auf der Matte steht“, wenn das Sicherheitsgefühl der Bürger im Südkreis dies erfordere. Derzeit aber müsse man „personelle Schwerpunkte“ in Stolberg und Eschweiler setzen.

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