Sorgen um Roetgens Ortsbild

Von: der
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Rolf Wilden vom Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins Roetgen, hat das Ortsbild kritisch im Blick. Foto: Günther Sander

Roetgen. Die „Bürgerwerkstatt Roetgen“ zur künftigen Gestaltung des Ortsbildes ist gelaufen. Dass diese Veranstaltung auf den Weg gebracht wurde, ist sicherlich zu einem Teil auch der Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins Roetgen (Heugeve) zu verdanken, dessen zweiter Vorsitzender Rolf Wilden auch mit Interesse die Veranstaltung verfolgte.

Er wertete gegenüber unserer Zeitung in der Nachbetrachtung die Präsentation der bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Professor Rolf Westerheide als gelungen, „wenn auch die Resultate für einen Roetgener nicht wirklich eine Überraschung waren“, sagt er.

Dass die Auswertung der fast 200 abgegebenen Fragebögen für den aktuellen Ortskern kein gutes Zeugnis ergeben hätten, sei ebenso wenig überraschend, wie die überwiegende Zustimmung zu den weiter außerhalb liegenden Ortsteilen, wo noch „ursprüngliche Verhältnisse“ überwiegen würden.

Bei der Analyse, so Wilden weiter, sei die Tatsache, dass Roetgen, historisch gesehen, eigentlich mehrere Ortskerne besitze, nicht erwähnt oder bisher „übersehen“ worden.

Warum der Ortskern vielen Leuten nicht gefalle, sei zutreffend beantwortet worden. „Es ist die Kombination zwischen Weitläufigkeit und Gebäuden, die über Bäume und Hecken in die Natur eingebunden sind, die fehlt“, hat Wilden ausgemacht. Das Problem der „vorstädtischen Bebauung“, wie in der Rosentalstraße, sei denn auch nicht unbedingt die übertriebene Größe der Gebäude, sondern vor allem die fehlende Einbindung in die Natur der Umgebung, die in den außenliegenden Bereichen noch intakt sei. Die Art der Gebäude sei eher zweitrangig. „Neben alten Fachwerkhöfen gibt es in Roetgen eigentlich alles, was so im Laufe der Zeit modern war“, weiß Rolf Wilden nur allzu genau.

Für den Heugeve-Vize ist auch der Eindruck der Besucher interessant, die meisten würden Roetgen bei der Durchfahrt „erleben.“ Deshalb sei auch die Gestaltung der B 258 ein wichtiges Anliegen, wie Ergebnisse einer „Entwicklungsstudie Ortsdurchfahrt B 258“ aus dem Jahre 2010 dokumentierten. Diese Erkenntnisse aber seien bis dato ohne Folgen geblieben.

Alte Linden gefällt

Natürlich kam das wohl prägnanteste Gebäude, das „Schmiddemhaus“ an der Bundesstraße zur Sprache, das nach dem Abriss einen Aufschrei in der Bevölkerung ausgelöst habe. Unbemerkt geblieben sei 2015 auch die Fällung von vier 150-jährigen Linden am nördlichen Ortsausgang vor dem Haus Vennblick. Hier scheine man nicht erkannt zu haben, was den Charme von Roetgen eigentlich ausmache. „Oder aber man ist an diesen emotionalen Dingen nicht interessiert“, formuliert Wilden scharf.

„Das bringt uns zu der Frage nach dem Sinn und Zweck einer Bürgerwerkstatt. Was wir hoffen und auch anerkennen, ist, dass die Sorgen und Gedanken der Teilnehmer in dem beauftragten Gestaltungsgutachten auch ausreichend berücksichtigt werden.“ Dies werde allerdings ohne Folgen bleiben, wenn nicht der Gemeinderat „endlich ein paar minimale Regeln für die Gestaltung in Roetgen festlege.“

Dazu genüge nicht nur ein Bebauungsplan, vielmehr auch die Gestaltung „und Erhaltung der Natur“, mahnt Rolf Wilden eindringlich. Das Fällen uralter Bäume vor einem denkmalgeschützten Haus sei nicht nur ein „groteskes Armutszeugnis“ für die Verursacher, sondern zeige die Notwendigkeit, dass auch der Baumschutz in Roetgen „endlich geregelt werden muss.“

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