Roetgen - Sorgen um Abschiebung einer Familie nach Afghanistan

Sorgen um Abschiebung einer Familie nach Afghanistan

Von: P. St.
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Der in Roetgen lebenden Familie Walian droht die Abschiebung nach Afghanistan. Der Förderverein der Kita Wackelzahn ist in großer Sorge und hofft, dass das Gericht bei seiner Entscheidung über den Asylantrag am kommenden Freitag auch die Eingabe der Roetgener Eltern berücksichtigt. Foto: Mario W. Johnen

Roetgen. Vielleicht schon am Freitag entscheidet sich das Schicksal der Familie Walian. Die aus Afghanistan stammende fünfköpfige Familie lebt seit fast drei Jahren, nach Stationen in den Nachbarkommunen Simmerath und Monschau, in Roetgen. Nun soll sie abgeschoben werden.

Ende der Woche wird bei einem Gerichtstermin in Aachen in zweiter Instanz darüber entschieden, ob dem Widerspruch der Familie gegen den bereits einmal abgelehnten Asylantrag stattgegeben wird. Ein, fünf und neun Jahre alt sind die drei Mädchen.

Mit der Familie Walian hoffen auch viele Roetgener, dass die drohende Abschiebung nach Afghanistan gestoppt wird, zumindest aber fürs Erste in Form einer Duldung ausgesetzt werden kann.

Das fünfjährige Kind der Familie besucht bereits seit einem Jahr die Kindertagesstätte Wackelzahn in Roetgen und ist gut mit vielen gleichaltrigen Kindern befreundet. Der Förderverein der Kita hat sich jetzt mit der Familie solidarisiert und macht sich dafür stark, dass die drohende Abschiebung nicht vollzogen wird. In einem Schreiben an das Gericht hat der Förderverein ausführlich die Situation der Familie geschildert und versucht darzulegen, dass der Familie Walian in ihrem Heimatort Kandahar Angst und Hoffnungslosigkeit drohen.

„Wir hoffen, dass die Familie vielleicht doch bleiben darf“, schreibt Mario Walter Johnen für den Förderverein. In der Heimatregion der Familie würde sie Repressalien durch die Taliban erwarten, was insbesondere für die drei Mädchen von großem Nachteil wäre. Vor allem der Vater hat große Angst um das Leben seiner Familie, die schon einmal massiv von den Taliban bedroht wurde, nur weil er für eine amerikanische Firma gearbeitet hatte.

Die Familie ist nach ihrer Flucht gut mit der neuen Heimat vertraut. Der Vater arbeitet zeitweise in einem Restaurant in Roetgen und nimmt an Integrations-Sprachkursen teil. Gerne in Roetgen im neuen Zuhause an der Bundesstraße bleiben möchte auch die Älteste der drei Mädchen, die die 3. Klasse der Grundschule Roetgen besucht. „In Afghanistan wäre keinem der drei Mädchen ein weiterer Schulbesuch möglich“, ist Johnen überzeugt. Auch die Eltern, die sich immer wieder aktiv einbringen würden und „bestens integriert sind“, sähen für ihre Kinder keine Zukunft in Afghanistan.

Eine Abschiebung der Familie Walian nach Afghanistan wäre „ein Drama“, sagt Mario Walter Johnen, der mit der Eingabe des Fördervereins der Kita Wackelzahn daher „ein klares Zeichen für eine Willkommenskultur“ setzen möchte.

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