Eicherscheid/Rott/Rollesbroich - Sonst funktionierts nicht: Bevölkerung muss kleine Läden tragen

Sonst funktionierts nicht: Bevölkerung muss kleine Läden tragen

Von: M. S.
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Einen blumigen Abschied gab es für Lucie Kell nach 21-jähriger Aufsichtsratstätigkeit für die Konsumgenossenschaft Eicherscheid. Zu ihrer Nachfolgerin wählten die Mitglieder zur Generalversammlung Edith Bein (hintere Reihe, Dritte von rechts). Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid/Rott/Rollesbroich. „Unsere drei Patienten liegen noch immer im Krankenhaus, aber sie sind auf dem Wege der Besserung, haben gute Genesungschancen und sollen so bald wie möglich aus der Klinik entlassen werden.” So schätzte Hermann Gostek, Vorstandsvorsitzender der Konsumgenossenschaft Eicherscheid, das aktuelle Befinden der Gesellschaft ein.

Unter deren Dach sind die Einzelhandelsgeschäfte in Eicherscheid, Rollesbroich (seit 2008) und Rott (2009) vereint.

Aufsichtsratsvorsitzende Lucie Kell hieß in der Festhalle Tenne rund 40 Genossen zur Generalversammlung willkommen. Im Geschäftsbericht nannte Gostek die Motive zum Betreiben dreier Läden unter einer Regie: „Wir sparen Kosten durch Verteilung der Lasten auf drei Schultern, gestalten unseren Einkauf effektiver und flexibler, und die Einkaufskonditionen werden dank gebündelten Bestellungen günstiger.”

Der Vorstandssprecher bezifferte das Kontingent im Jahresdurchschnitt beschäftigter Mitarbeiter auf fünf Teilzeitkräfte und 25 Aushilfen. Für deren Einsatz und Kundenfreundlichkeit zollte er Dank und Anerkennung. Im Berichtsjahr 2009 stieg die Mitgliederzahl um 313 an, nicht zuletzt aufgrund einer geschlossenen Beitrittswelle Rotter Bürger. Derzeit verzeichnet die Genossenschaft 659 Mitglieder, die insgesamt 1588 Anteile zeichneten.

Der Bruttoumsatz der Geschäfte betrug 2009 in Eicherscheid 547.615 Euro, in Rollesbroich 332.353 Euro und in Rott 335.503 Euro. Daraus resultiert ein Gesamtumsatz von mehr als 1,2 Millionen Euro.

Das abgelaufene Berichtsjahr, bedauerte Hermann Gostek, habe mit einem befürchteten fünfstelligen Verlust abgeschlossen. Als wesentliche Gründe hierfür nannte der Vorstand Einrichtungskosten der neuen Rotter Niederlassung mit knapp 130 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie Vorlaufkosten zur Geschäftseröffnung. Die Gründung der Rotter Filiale sei, lobte Gostek, „überhaupt nur durch die engagierte Ortsbevölkerung ermöglicht worden, die aufgrund von Einlagen, Mitgliedschaften und Darlehen fast 40.000 Euro zur Verfügung stellte”.

Die vor zehn Monaten auf dem Eicherscheider Konsumdach installierte und in Betrieb genommene Photovoltaikanlage sei mit 47.000 Euro zu Buche geschlagen; sie wurde mit 5000 Euro durch das Land NRW bezuschusst.

Als wesentliche Gründe für die anhaltend sinkende Umsatzentwicklung nannte Gostek die „zunehmende Konkurrenz fahrender Händler und rollender Supermärkte durch die Nordeifelorte, Obst-, Gemüse- und Blumenstände am Straßenrand sowie die massenhafte Werbung großer Discounter mit Lockangeboten, der wir uns stellen müssen”.

Als Strategie gegen den Negativtrend regte Gostek eine qualitative Verbesserung der Angebote und Leistungen an, die Gewinnung neuer Mitglieder und Strategien zur Motivation der Bevölkerung, damit diese auch aus Solidarität in „ihrem” Konsum einkauft. Die Ortsbewohner sind mitentscheidend für den Fortbestand unserer Läden!”

Gostek wies abschließend auf die Sozialaktion „Ein Herz für Kinder” hin, an der sich die Konsumkunden derzeit mit einem Cent pro Einkauf beteiligen.
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