Nordeifel - Sonnenfinsternis: Gut geschützt in den Himmel blicken

Sonnenfinsternis: Gut geschützt in den Himmel blicken

Von: Ines Kubat
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Am Donnerstag war es sehr trüb in der Nordeifel. Am Freitag hoffen die Sonnenfinsternis-Fans auf freie Sicht in Richtung Sonne. Foto: Ines Kubat

Nordeifel. Im Mittelalter fürchtete man, die Welt gehe unter: Wenn die Sonne plötzlich vom Mond verdeckt und der Tag plötzlich zur Nacht wird. Dass die Welt vermutlich am Freitag nicht untergehen wird, da ist sich die Wissenschaft sicher. Dennoch ist das seltene Naturschauspiel Sonnenfinsternis auch nicht vollkommen harmlos.

Denn so sehr das Geschehen den Blick gen Himmel lockt, ohne richtige Schutzbrille wird die Netzhaut beim direkten Blick in die Sonne geschädigt – und zwar irreparabel.

Vorsorgen sollten also nicht nur Privatpersonen: Das NRW-Schulministerium bzw. die Bezirksregierung hat einen offiziellen Brief an alle Schulen verschickt und sie darin aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Schüler vor dem direkten Einfluss der Sonne zu schützen.

Die Sonnenfinsternis beginnt um 9.30 Uhr, wenn der Mond sich langsam vor die Sonne schiebt – und das geschieht passend oder eben auch unpassend zum Pausengong: Also dann, wenn Schüler am liebsten auf den Pausenhof stürmen und womöglich ungeschützt in den Himmel gucken, um zu sehen, was dort passiert.

Die Maßnahmen, die in den verschiedenen Schulen und Kitas der Kommunen gegen mögliche Augenschäden ergriffen werden, sind unterschiedlich. Aber überall gilt das oberste Gebot: Ohne den richtigen Schutz darf die Sonnenfinsternis nicht angeschaut werden.

Dieser Schutz ist in der Regel die spezielle folierte Sonnenfinsternis-Brille, die allerdings in den vergangenen Tagen vielerorts bereits vergriffen war.

„Es wurden keine Sonnenfinsternis-Brillen von der Schule angeschafft“, erklärte der stellvertretende Schulleiter der Sekundarschule Nordeifel, Albert Rieger. Nur diejenigen Kinder, die eine solche Brille mitbringen, dürfen dann am Freitag in Begleitung eines Lehrers rausgehen und sich das Schauspiel ansehen. „Die anderen müssen leider drinnen bleiben“. Unter dem Motto „Aufklärung ist alles“ habe die Schule über die Gefahren der Sonnenfinsternis in Form von Aushängen, über Briefe an die Eltern und über Durchsagen informiert. Physiklehrer Rieger baut das Thema auch spontan im Unterricht ein. Allerdings sieht er sich nicht als Privatperson, sondern nimmt hauptsächlich seine Verantwortungsrolle gegenüber den Schülern war: „Man darf die Gefahr nicht unterschätzen“.

Auch der Kindergarten in Konzen geht auf Nummer sicher und bleibt morgens mit den Kindern im Gebäude. „Zur Not müssen wir auch den Raum abdunkeln“, sagt die stellvertretende Leitung des Kindergartens Rasine Löhrer: „Den älteren Kindern erklären wir, was passieren wird.“ Aber mit insgesamt 98 Mädchen und Jungen sei das Risiko zu groß, dass ein Kind die Brille absetzt und ungeschützt in die Sonne blickt.

Auch an der Kalltalschule in Lammersdorf können nicht alle Schüler die Sonnenfinsternis live und draußen beobachten. Manche Eltern erlauben es nicht, haben Angst um die Gesundheit ihrer Kinder, andere haben ihren Kindern keine Brille gekauft, erklärt Schulleiterin Sandra Arnolds. Aber weil dieses Ereignis so besonders ist, will sie allen Schülern die Möglichkeit geben, die Sonnenfinsternis zu verfolgen: Dazu wird in der Pausenhalle ein Fernseher aufgestellt, der die Sonne im Livestream zeigt. Schutzbrille ist hier überflüssig.

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