Sommer der Extreme auch in der Eifel

Von: kjl
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Ohne Sonnenschirme lief nichts im heißen Juli: Die Monschau-Touristen genossen den Hitze-Sommer. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Hitzerekorde, Unwetter mit Hagel, Bodenfrost und sogar ein Sommersturm: So extrem kann der Sommer in der Nordeifel und dem Aachener Land sein. Die Mittelwerte des zweiten Sommermonats Juli dagegen waren weit weniger spektakulär.

Wetterbeobachter Karl-Josef Linden: „Es ist schwer die vielen Extreme, die wir alle erlebt haben, in Worte zu fassen“. Die Durchschnittstemperatur des Juli 2015 betrug 19,5 Grad im Raum Aachen (Abweichung zum Langzeitwert bei +1,2 Grad), Simmerath 18,2 Grad (+1,3 Grad) und Kalterherberg 16,5 Grad (Abweichung +1,4 Grad).

Der Wärmeüberschuss war also in allen Höhenlagen zu beobachten und kurze kühle Witterungsabschnitte verhinderten einen noch höheren Mittelwert, wie z. B. im Juli 2006. Am 10. Juli meldeten alle höher gelegenen Wetterstationen in Tallagen Bodenfrost von -0,7 Grad bis -1,1 Grad (Kalterherberg). Für Kalterherberg ist das keine Seltenheit, aber viele andere Stationen der Eifel meldeten den ersten Juli-Bodenfrost seit 25 Jahren.

Auf die wiederholten Vorstöße kühler Meeresluft folgten immer wieder subtropische Luftmassen aus dem Mittelmeerraum. Sechs Hitzetage über 30 Grad machten nicht nur in Simmerath die Sommerferien zum Erlebnis für alle Badefreunde und Wanderer. Am 2. und 4. Juli wurden die bisher heißesten Tage des Jahres 2015 von den Wetterbeobachtern an den Stationen registriert: 34,2 Grad in Höfen, 33,3 Grad in Kalterherberg, 35,0 Grad in Strauch, 36,2 Grad in Roetgen und Schmidt, 36,6 Grad am Bahnhof in Aachen und 37,7 Grad in Stolberg und Alsdorf.

So hohe Juliwerte wurden rund um Monschau seit Beginn der Messungen (1937) noch nicht erreicht. Nichts ist unmöglich beim Sommer-Eifelwetter, das zeigen auch die Schneefälle im Juli 1888 in den Höhengebieten der Nordeifel. Der Juli geht in diesem Jahr in vielfacher Hinsicht mit diesen Extremen in die Historie ein. Die Zahl der Tage über 25 Grad wird dabei vor allem die Schüler und Urlaubsgäste in den Bädern erfreut haben. Seit 1947 gab es nicht mehr so viele Sommertage (11 in Kalterherberg und Roetgen, 14 in Höfen, Schmidt und Simmerath, sowie 15 zwischen Stolberg und Geilenkirchen).

Viele sonnige Tage wechselten sich relativ gleichmäßig mit wolkenreichen und oft nassen Phasen ab. Die Sonnenscheindauer entsprach daher im Kreis Aachen den Langzeitmitteln oder lag örtlich sogar über dieser Norm. Hier einige Beispiele: Alsdorf-Warden 248 Stunden, Windpark Wahlerscheid 231, Kalterherberg 213 Stunden, Schmidt und Aachen-Orsbach 207, sowie Mützenich 180 Stunden.

Der Juli war beim Niederschlag wenig spektakulär bis auf einige wenige heftige Gewitter (z. B. 27,2 l/Quadratmeter am 25. Juli an der Perlenbachtalsperre). In den Monatssummen spiegelt sich die überwiegende Trockenheit zwischen den Regengüssen nicht wieder.

Bis Anfang August konnte die Getreideernte in fast allen Höhenlagen der Eifel eingefahren werden. Zum Vergleich einige monatliche Regensummen, die regional seit März erstmals wieder über dem Mittelwert lagen: Kalterherberg 115 l/Quadratmeter, Perlenbachtalsperre 110 l, Höfen 108 l, Schöneseiffen 98 l, Roetgen 95 l, Strauch 86 l, Rurberg sowie Aachen und Schmidt 71 l/Quadratmeter.

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