Nordeifel - Sky erhöht Gastronomen-Abo, aber nicht jeder Wirt ist gleich betroffen

Sky erhöht Gastronomen-Abo, aber nicht jeder Wirt ist gleich betroffen

Von: Laura Beemelmanns
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Gaststätteninhaber Johann Wilden hat in diesem Jahr ausnahmsweise eine gute Nachricht des Bezahlsenders Sky erreicht: Sein Abo-Preis für Gastronomen bleibt bestehen.

Nordeifel. Ein Brief des Bezahlsenders Sky landete vor wenigen Tagen im Briefkasten von Gaststätteninhaber Johann Wilden. „Da wir auch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen in Ihrer Region berücksichtigen, freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass sich in Ihrem Fall in diesem Jahr keine Preiserhöhung ergeben hat“, stand dort geschrieben.

Erfreuliche Nachrichten für die Gaststätte Wilden in Simmerath. Es wird also erstmal beim alten Preis bleiben. Dieses Glück hat auch Andy Kästner von der Simmerather Gaststätte „Zur Sonne“. Er erhielt den gleichen Brief. Doch vielen anderen Inhabern von Kneipen und Sportsbars mit Sky-Abo geht es anders. So beispielsweise Jürgen Strauch und seiner Frau Anneliese vom „Mon Bistro“ in Monschau. Einen Brief von Sky erhielten sie auch. Darin war dann aber von 72 Prozent Preiserhöhung die Rede.

30 Prozent mehr

Ab September erhöht der Bezahlsender Sky Deutschland die Preise der Gastronomie-Abos. Das betrifft unter anderem auch die Übertragung von Spielen der Bundesliga und der Champions League. Im Schnitt müssen Sportsbar-Besitzer dann 30 Prozent mehr bezahlen. Es ist die zweite Preiserhöhung binnen eines Jahres.

Für Wilden und Kästner (noch) kein Problem. Auch wenn die Beiden den monatlichen Preis, der aus den verschiedensten Gründen variiert, nicht gerade günstig finden. „Man wird ja nicht reich davon. Wenn man nur die Bundesliga dabei hätte, würde ich es sein lassen. Durch viele Spiele der Champions League füllt sich der Laden natürlich. Es bringt aber keinen Gewinn, am Ende wird das Geld nur wieder reingeholt und somit gleicht sich das aus“, sagt Wilden. Es ist einfach ein Service für seine Gäste und vor allem für die Stammgäste. „Sie kommen seit vielen Jahren und kennen das so.“ Die Frage, das Abo vielleicht zu kündigen, stellt sich für ihn bislang also nicht. Im Gegenteil. Zur Weltmeisterschaft hat er extra einen neuen Beamer gekauft. Bei dieser Qualität ist es nun auch möglich, die Spiele bei Tageslicht zu sehen. „Früher musste ich immer alles verdunkeln, das ist nun nicht mehr so.“ Eine Investition, die natürlich auch für das sportliche „Rudelgucken“ gedacht war.

Andy Kästner hat schon seit zehn Jahren sein Sky-Abo. Damals bestellte er das Abo noch bei Premiere, dann folgte Arena und nun Sky. Der ständige Wechsel und die „Knebelverträge“, wie er sie nennt, verärgern ihn inzwischen – auch wenn er diesmal von der Preiserhöhung verschont bliebt. „Man muss ja mittlerweile für das ganze Jahr bezahlen. Ob nun Fußballsaison ist oder nicht. Man kann die Sommerpausen ja nicht raus lassen. Früher gab es Rabatte, aber das ist heute nicht mehr so“, sagt er. Wenn die Preise doch noch steigen, ist es für ihn eigentlich nicht mehr finanzierbar. „Ich mache das für meine Gäste und bin auch selbst fußballjeck, aber mittlerweile werden ja auch einige Champions-League-Spiele schon frei im Fernsehen übertragen und nicht mehr exklusiv bei Sky gezeigt. Da fragt man sich schon, wofür man da überhaupt noch zahlt.“

Der monatliche Abo-Preis für den Bezahlsender variiert von Kneipe zu Kneipe. Er wird bemessen am Kaufkraftindex, der Fußballaffinität einer Region und der Größe des Betriebs. Gibt es einen ortsansässigen Bundesligisten, dann steigen auch die Abo-Preise für Gastronomen. In ländlichen Gebieten sind die Preise häufig niedriger – oder werden, wie in Johann Wildens und Andy Kästners Fall, gar nicht erhöht. Inhaber von Gaststätten in anderen Städten müssen erhebliche Preisanstiege verdauen. Es gibt Schwankungen von etwas über 200 Euro bis über 600 Euro.

Jürgen Strauch ist von einem solchen Anstieg betroffen. „Ich zahle rund 200 Euro. Nun sollen es 288 Euro plus Mehrwertsteuer sein“, sagt er. Für ihn steht fest: „Ich werde das Abo zum September kündigen.“ Dass in seinem Schreiben von einem „einzigartigen und verlässlichen Produkt“ gesprochen wird, stimmt ihn keineswegs um. „Ein privates Abo haben sie mir für 19,90 Euro angeboten. Das kann doch nicht wahr sein.“

Inzwischen gibt es sogar Facebook-Seiten, die Gastronomen ins Leben gerufen haben, um mobil zu machen gegen die Preiserhöhung. „Gastronomen vs Sky“ ist eine von ihnen. Sie hat 70 Mitglieder.

Die Frage, warum Strauch in Monschau mehr bezahlen muss, als seine Kollegen in Simmerath, wurde trotz mehrfacher Anfrage von Sky bis zum Redaktionsschluss nicht beantwortet.

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