Ski-Langlauf im Nationalpark: Loipen sind gespurt

Von: Peter Stollenwerk
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Ein traumhaftes Landschaftserlebnis bietet derzeit der Eifeler Winterwald. Doch beim Spaziergang sollte man die Augen offen halten, denn Schneebruch lauert als ständige Gefahr. Ins Bachbett der Rur bei Grünental sind bereits zahlreiche Uferbäume gestürzt. Foto: P. Stollenwerk
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Peter Sories und Otto Theißen vom TV Höfen testen die derzeit hervorragenden Schneeverhältnisse im Nationalpark Eifel mit ihren Langlaufskiern. Foto: Nationalpark Eifel

Nordeifel. Das Tiefdruckgebiet „Egon“ hat der Eifel am vergangenen Wochenende reichlich Schnee beschert. Dadurch ist ein in den letzten Jahren seltenes Wintersportvergnügen möglich: Freunde des Ski-Langlaufs können den südlichen Bereich des Nationalparks Eifel jetzt von drei frisch gespurten Loipen aus erleben - dort liegen aktuell bis zu 50 Zentimeter Schnee.

Die Loipen starten an den Parkplätzen Rothe Kreuz und Wahlerscheid an der Bundesstraße 258. Sie sind je fünf Kilometer lang und können gut miteinander kombiniert werden, so dass Runden von fünf, zehn oder 15 Kilometern Länge möglich sind. „Auch beim Ski-Langlauf ist im Nationalpark auf das Wegegebot unbedingt zu achten“, sagt Michael Lammertz vom Fachgebiet Kommunikation und Naturerleben.

Das „Querfeldeinlaufen“ abseits der Loipentrasse sei nicht erlaubt. Wildlebende Tiere führen im Winter ihren Energiehaushalt herunter und verbrauchten bei Störungen und Flucht immense Energiereserven, die sie zu dieser Jahreszeit dringend zum Überleben benötigten.

TV Höfen spurte die Bahnen

Informationstafeln mit den eingezeichneten Loipenverläufen sind an den Startpunkten zu finden. Das Nationalparkforstamt hatte die Trassen in den vergangenen Monaten vorbereitet und kürzlich mit Schildern ausgezeichnet. Der Sportverein TV Höfen spurte die Bahnen in ehrenamtlicher Arbeit.

Da die Loipen, die zum Teil auch außerhalb des Nationalparks durch Monschauer Stadtwald verlaufen, ausschließlich für Ski-Langläufer freigegeben sind, räumt die Nationalparkverwaltung bei hoher Schneelage, ausgehend von beiden Parkplätzen, auch Winterwanderwege, um Gästen ein winterliches Naturerlebnis zu ermöglichen.

Weitere geräumte Winterwanderwege im Nationalpark gibt es in verschiedenen Bereichen des Kermeter und um Wollseifen. Tagesaktuelle Informationen über die Verhältnisse auf den Loipen sowie Verhaltensregeln und Sicherheitshinweise findet man unter www.nationalpark-eifel.de.

Die Schneemassen in der Eifel bringen aber auch Gefahren mit sich. Schneebruch im Wald ist derzeit an der Tagesordnung, auch wenn die Gefahr sich inzwischen reduziert, da aufgrund des Dauerfrostes die Schneelast auf den Bäumen geringer geworden ist. Dennoch mahnen die Förster zur Vorsicht und raten im Zweifel von Waldspaziergängen ab. Die Feuerwehren in der Region berichteten in den vergangenen Tagen von einer Vielzahl von Einsätzen wegen umgestürzter Bäume.

Was für die Langläufer gilt, ist auch für die Wanderer geboten: „Im Moment wäre es schon wichtig, dass die Leute auf den Wegen bleiben“, sagt Konrad Hecker, Leiter des Forstamtes Rureifel-Jülicher Börde in Hürtgenwald. Das Ruhebedürfnis des Wildes sei im Moment sehr hoch, da die Tiere die Nahrungsaufnahme und damit ihren Stoffwechsel heruntergefahren hätten.

Trotz der hohen Schneelage könne das Wild aktuell noch seinen Nahrungsbedarf decken. Problematisch werde es erst, wenn der Boden hart gefroren sei, sagt Hecker. Sowohl Brombeerblätter wie auch die in diesem Jahr besonders reichlich vorhandenen Bucheckern seien für das Wild noch auffindbar.

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