Singender Hirte sammelt 67.350 Euro

Von: ag
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Reiner Jakobs (4.v.l.) überreichte Prof. Dr. Rolf Mertens (6.v.l.) einen symbolischen Scheck in Höhe von 67.350 Euro. Der Rekord aus dem vergangenen Jahr wurde um 6000 Euro übertroffen. Foto: A. Gabbert

Höfen. Der singende Hirte hat wieder einen neuen Spendenrekord aufgestellt. Mindestens acht Stunden hat Reiner Jakobs seit dem 5. Dezember täglich in seiner riesigen Landschaftskrippe in der Höfener Pfarrkirche für die Besucher gesungen und Spenden gesammelt. Die Rekordsumme von 67.350 Euro überreichte er am Sonntag in Form eines symbolischen Schecks an Prof. Dr. Rolf Mertens, den langjährigen Leiter der Kinderkrebsstation im Aachener Uniklinikum. Der Erlös ist wieder für die Kinderkrebshilfe bestimmt.

Rund 110 Personen waren in die Pfarrkirche gekommen, um bei der Spendenübergabe dabei zu sein. Eine Bläsergruppe sorgte für festliche Stimmung und auch der singende Hirte ließ es sich nicht nehmen, nochmals einige Lieder vorzutragen. „Leise sinkt der Abend nieder, und das Tagwerk ist vollbracht“, sang Jakobs unter anderem passenderweise.

Als er dann eine Ziffer nach der anderen auf dem großen Scheck enthüllte, wurde es ganz still in der Kirche, bis schließlich die ganze Zahl zu sehen war und Jakobs mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Der Rekord aus dem Vorjahr (61.350 Euro) wurde nochmals um 6000 Euro übertroffen.

Seit 25 Jahren baut Reiner Jakobs nun schon jedes Jahr die Krippe in der Höfener Pfarrkirche auf, singt und sammelt Spenden. Damit hat er im Laufe der Jahre nicht nur vielen krebskranken Kindern geholfen, sondern auch Tausende Besucher im Herzen berührt. Davon zeugen auch die unzähligen Kommentare und Danksagungen in deutscher, niederländischer und französischer Sprache in den Gästebüchern.

Auch in diesem Jahr war das Buch wieder von der ersten bis zur letzten Seite mit bewegten Äußerungen der kleinen und großen Besucher gefüllt.

„Es ist nicht zu fassen“, sagte Prof. Dr. Rolf Mertens, erstaunt darüber, dass Jakobs immer neue Rekorde aufstellt. Er berichtete von der Arbeit auf der Kinderkrebsstation und erklärte, wofür die Spendengelder eingesetzt werden. Inzwischen könne fast jedes Kind geheilt werden, wichtig sei aber auch, die Kinder während der Behandlung nicht seelisch zu traumatisieren. Es sei wichtig, dass sie in dieser Zeit gut aufgehoben und guter Stimmung seien. Enge Räume, keine Entfaltungsmöglichkeiten und genervtes Personal seien da nicht hilfreich, umso mehr freue er sich, dass die Kinderkrebsstation die „schönste und größte Station im Klinikum ist“. „Da helfen uns die Spenden“, sagte Mertens. Dabei stehe die Hilfe für betroffene Familien weiterhin an erster Stelle. Mertens berichtete von verschiedenen Behandlungserfolgen und zeichnete die positive Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nach. „So einfach geht das, wenn wir die Spender im Rücken haben. Wir versuchen zu helfen, aber ohne Spenden geht es nicht“, betonte der Mediziner.

Für Irmgard Jakobs, die Frau des singenden Hirten, hatte er einen Blumenstrauß mitgebracht, denn ohne sie sei dieser außergewöhnliche Einsatz in dieser Form nicht möglich. Mertens richtete seinen Dank an Reiner und Irmgard Jakobs aber auch an die Mitstreiter, die jedes Jahr die Krippe mit ihm zusammen auf- und abbauen, sowie an die Bläsergruppe, die den singenden Hirten bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder unterstützt.

Reiner Jakobs fasste sich kurz: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben“, sagte der 74-Jährige in seiner bescheidenen Art.

Auch für Georg Kaulen, den zweiten stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Monschau, war es „eine Herzenzangelegenheit, dem Reiner zu danken, für das was er hier gemacht hat“. Früher sei Reiner Jakobs regelmäßig im Karneval aufgetreten, das sei aber durch den Einsatz als singender Hirte nun schon länger nicht mehr möglich. „Im Karneval können wir auf ihn verzichten. Unterhalten können auch andere, aber was hier geschieht kann nur der Reiner“, betonte Kaulen.

Im November will Reiner Jakobs wieder mit dem Aufbau der Krippe beginnen. Bald starten schon wieder die Vorbereitungen.

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