Simmeraths Rathausplatz soll „alltagstauglich“ werden

Von: Peter Stollenwerk
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Klare Strukturen, gebündelte Stellplätze und Platz zum Verweilen: Der neue Simmerather Rathausplatz (hier vom Dach der Rathauses aus gesehen) wird barrierefrei und fußgängerfreundlich umgestaltet. Zeichnung: Büro Freiraumplaner
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Mit der Neugestaltung des Rathausplatzes verbindet der Planer auch eine stärkere Belebung der Fläche zwischen Fuggerstraße und Kammerbruchstraße. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Der Simmerather Rathausplatz soll ein neues Gesicht erhalten: Nach etlichen verworfenen Gestaltungsvorschlägen, politischen Schlagabtäuschen und zähem Ringen um Fördergelder soll nun im kommenden Jahr eine großflächige Umgestaltung des gesamten Bereiches zwischen Kammerbruchstraße und Fuggerstraße erfolgen.

Nach erneut zäher und fast zweistündiger Diskussion beschloss der Tiefbau-, Verkehrs- und Denkmalausschuss der Gemeinde Simmerath am Dienstagabend am Ende einstimmig die Umsetzung der Maßnahme in der knapp fünfmonatigen Zeitspanne zwischen Frühjahrs- und Herbstmarkt 2017. Damit werden nun nach nahezu zehnjähriger Vorlaufzeit Nägel mit Köpfen gemacht.

Im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs hatte sich das Aachener Landschaftsarchitekturbüro „3+Freiraumplaner“ mit seinem Vorschlag im fraktionsübergreifenden Arbeitskreis Rathausplatz durchgesetzt. Eine Million Euro soll die Umgestaltung zum barrierefreien und „alltagstauglichen“ Platz, so Planer Prof. Norbert Kloeters, kosten.

Teurer, aber auch erweitert

Der erste Bauabschnitt (großer Rathausplatz) kostet 717.000 Euro, der sogenannte kleine Rathausplatz an der Kammerbruchstraße ist mit 127.000 Euro veranschlagt. Hinzuzurechnen sind dann noch etwa 20 Prozent Baunebenkosten. Der Gemeindeanteil beläuft sich auf 622.000 Euro, und die 45-prozentige Landesförderung zu den Nettobaukosten beträgt 378.000 Euro. Der Gemeindeanteil ist mit 180.000 Euro gegenüber vorherigen Planungen zwar deutlich höher ausgefallen, dafür aber ist jetzt auch die Fläche an der Kammerbruchstraße mit in die Umgestaltung eingebunden worden.

Die Gesamtkonzeption ist auch von der Bezirksregierung befürwortet worden, verbunden mit der Zuversicht, dass das Land die Zuschussbewilligung auch erteilt. Damit dieser Zuschuss nicht in Gefahr gerät, hatte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns um ein einstimmiges Votum als klares Signal aus Simmerath geworben.

Landschaftsarchitekt Norbert Kloeters hatte zuvor seinen Entwurf vorgestellt. Mit möglichst „neutralem Blick“ habe er versucht, einen angemessenen Gestaltungsvorschlag für den „in die Jahre gekommenen Platz“ zu erarbeiten (s. Box). Für den vorhandenen Platz hatte er eine große Mängelliste dabei, die von einer „suboptimalen Anordnung“ der Parkplätze bis hin zur „versteckten Lage“ reichte.

Die Ideen des Planers stießen durchweg auf anerkennende Zustimmung. Simmeraths Ortsvorsteher Stefan Haas sah bereits einen Weihnachts- oder Wochenmarkt als Vision, wobei die Belebung des Platzes letztlich in der Hand der Bürger und Vereine liege. Bei der Platzgestaltung sei unbedingt darauf zu achten, dass eine glatte und gut begehbare Oberfläche hergestellt werde.

Etwas Sorgen um die Belebung des Platzes machte sich Reinhold Köller (UWG), der sich bei der Beschlussfassung auch der Stimme enthielt, weil er den Kostenrahmen nicht mittragen könne.

Für die SPD legt Marc Topp Wert auf den Zusatz, dass der Ausschuss mit Blick auf die Kostensituation bei der Detailplanung noch Einfluss nehmen könne. Man sehe die „absolute Notwendigkeit“ der Sanierung des Platzes. Um so ärgerlicher empfinde er es, wenn bei einem so bedeutsamen Thema am Tag zuvor bei den Fraktionssitzungen nur unvollständige Beratungsunterlagen, die keine Transparenz ermöglichten, vorliegen würden. Bürgermeister Hermanns räumte das Versäumnis ein, ehe dann nach einer von der SPD beantragten Sitzungsunterbrechung die Einigkeit über die bauliche Umsetzung der Maßnahme im kommenden Jahr doch noch hergestellt wurde.

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