Simmerath - Simmerather Weihnachtsbäume: Vom Buhlert ins heimische Wohnzimmer

Simmerather Weihnachtsbäume: Vom Buhlert ins heimische Wohnzimmer

Von: Andreas Gabbert
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Für die Weihnachtsbäume müssen keine Waldflächen geopfert werden: Im Buhlert wachsen sie im Bereich der entlang der Straße verlaufenden Stromleitungen. „An diesen Stellen dürfen die Bäume ohnehin nur eine gewisse Größe erreichen. So lassen sich diese Flächen auch sinnvoll nutzen“, erläutert Gemeindeförster Dietmar Wunderlich. Foto: A. Gabbert

Simmerath. Mancher bevorzugt eine Nordmanntanne, andere eine Fichte. Einige schmücken ihn mit reichlich Lametta, wieder andere setzen noch auf echte Wachskerzen – den Weihnachtsbaum.

 Im Simmerather Gemeindewald wachsen Tausende Bäume, die darauf warten, in der Vorweihnachtszeit geschlagen zu werden, damit sie in die Wohnzimmer einziehen können, um dort an den Festtagen für die passende Stimmung zu sorgen.

Insgesamt sind es circa 12.000 Exemplare, 3000 bis 4000 davon haben mit Maßen von 1,60 bis vier Meter die richtige Weihnachtsbaumgröße. „Aus den Großen lassen sich auch Kleine machen“, sagt Gemeindeförster Dietmar Wunderlich.

Viele der künftigen Weihnachtsbäume wachsen im Buhlert zwischen Strauch und Schmidt wenige Meter von der Straße entfernt von einem Gatter eingezäunt. „Die Gatter gibt es überall da, wo Nordmann- und Edeltannen gepflanzt werden“, erklärt Wunderlich.

Der Grund sei, dass sie wegen ihrer weichen Nadeln und dem Duft ihrer ätherischen Öle eine besondere Anziehungskraft auf Rehe und Hirsche ausüben. Das führt dazu, dass die Nordmanntannen gerne von den Wildtieren angeknabbert werden, der Fachmann spricht dann von Verbiss. Die Edel- oder Nobilistannen würden hingegen eher verfegt.

„Das heißt, dass das Wild an den Bäumen den Bast von den Geweihen abreibt“, sagt Wunderlich. Bei der Einzäunung stehe also weniger der Schutz vor Weihnachtsbaumdieben im Vordergrund als der Schutz vor den Wildtieren. „Der Diebstahlschutz ist nicht der Grund, sondern ein Nebeneffekt“, sagt Wunderlich. Fichten werden aufgrund ihrer härteren Nadeln von dem Wild eher in Ruhe gelassen. Eine Einzäunung ist deshalb nicht so wichtig.

Für die Weihnachtsbäume müssen keine Waldflächen geopfert werden. Im Buhlert wachsen sie im Bereich der entlang der Straße verlaufenden Stromleitungen. „An diesen Stellen dürfen die Bäume ohnehin nur eine gewisse Größe erreichen. So lassen sich diese Flächen auch sinnvoll nutzen“, erläutert der Förster. Wichtig ist ihm auch, dass die Bäume ohne den Einsatz jeglicher chemischer Spritzmittel im Gemeindewald heranwachsen. „Es erfolgt lediglich eine mechanische Bearbeitung durch Freischneiden“, sagt Wunderlich.

Rund 1500 Setzlinge werden jedes Jahr im Simmerather Gemeindewald gepflanzt. Fünf bis sieben Jahre dauert es, bis eine Fichte die Weihnachtsbaumgröße erreicht hat. Bei den Tannen sind es etwa zehn Jahre. Doch nicht jeder Baum schafft es so groß zu werden, dass er als Weihnachtsbaum taugt. „Der Verlust von der Pflanzung bis zur Ernte liegt bei rund 60 Prozent“, sagt Wunderlich. Er hat die Hoffnung, dass diese Quote durch die in den Jahren 2015 und 2016 erfolgten Einzäunungen auf 30 Prozent gesenkt werden kann.

500 bis 600 der Bäume aus dem Buhlert landen jedes Jahr als Weihnachtsbaum in den Wohnzimmern, denn die Gemeinde bietet den Bürgern an einem Tag in der Vorweihnachtszeit die Gelegenheit, einen der Bäume selbst zu schlagen. „Inzwischen kommen sogar schon Leute aus Köln und Gladbach, um hier ihren Baum zu schlagen“, sagt Wunderlich.

Bis zu 1500 Leute kommen an diesem Tag in den Buhlert, darunter viele Familien aber auch Firmen. Denn am Lagerfeuer bei Glühwein, Stockbrot, Kinderpunsch und Kaffee wird das Weihnachtsbaumschlagen zum Event. Diese Aktion versteht der Förster als Dienst am Bürger, die die Gemeindekasse aber nicht belastet. „Die Sache mit den Weihnachtsbäumen ist kostendeckend. Nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagt Wunderlich.

In den vergangenen Jahren holte er sich oft eine Tanne als Weihnachtsbaum ins Haus. „Vielleicht wird es dieses Jahr mal wieder eine Fichte. Als ich Kind war, hatten wir die oft zu Hause“, sagt Wunderlich.

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