Simmerath - Simmerather Krankenhaus sieht sich für Zukunft gerüstet

Simmerather Krankenhaus sieht sich für Zukunft gerüstet

Von: Max Stollenwerk
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Ein kleines Präsent für die geleistete Arbeit: Peter Berlin, Geschäftsführer der Eifelklinik St. Brigida Simmerath (stehend, l.) dankt Hubert Breuer als Vorsitzendem des Fördervereins der Eifelklinik für die gute Zusammenarbeit. Foto: Max Stollenwerk

Simmerath. Nicht nur die Zahl der Neugeborenen ist in der Simmerather Eifelklinik Sankt Brigida im abgelaufenen Jahr rasant in die Höhe geschnellt, auch insgesamt ist man mit der gegenwärtigen Entwicklung des einzigen Krankenhauses in der Nordeifel sehr zufrieden.

„Wir konnten die Patientenzahlen im Vergleich zu 2015 nochmals um neun Prozent von 6700 auf über 7300 steigern und haben zudem komplexere Fälle versorgt, als im Vorjahr“, zog Peter Berlin, der Geschäftsführer der Eifelklinik St. Brigida Simmerath ein erstes positives Fazit zur Entwicklung der Klinik auf der Mitgliederversammlung des Fördervereines des Krankenhauses.

Jedoch sei man auch an die Grenzen der Kapazität gestoßen. „Über das gesamte Jahr 2016 lag die Auslastung des Hauses bei 99,6 Prozent“, berichtete Berlin. Da kommt es gerade recht, dass im November des vergangenen Jahres die neue Station 5, auf der überwiegend orthopädische Patienten behandelt werden, die eine neue Hüfte oder ein neues Knie erhalten haben, wieder in Betrieb genommen werden konnte.

„Zukünftig verfügen wir über 125 Patientenbetten anstatt der bisherigen 99“, so der Geschäftsführer erfreut. Die Genehmigung für diese Erweiterung liege bereits auf dem Schreibtisch der Bezirksregierung Köln und werde in Kürze eintreffen, ist er guter Dinge, was die Erweiterung angeht.

Im Rahmen der Landeskrankenhausplanung seien die Bettenzahlen aller Krankenhäuser angepasst worden, wobei die Zahl der Betten in der Eifelklinik im Gegensatz zu denen der meisten anderen Häuser nach oben korrigiert worden seien. „Dies ist der Unterschied im Gegensatz zu der letzten Erhöhung von 75 auf 99 Betten“, erklärte Peter Berlin.

Damals war es ein Einzelantrag der Eifelklinik gewesen und es hatte einigen Unmut und eine Klage anderer Krankenhäuser gegen die geplante Aufstockung gegeben. Durch die allgemeine Anpassung im Rahmen der Landeskrankenhausplanung seien die Voraussetzungen nun jedoch anders. Bis 2009 habe die Eifelklinik noch über 135 Betten verfügt, die dann reduziert worden sind. Die jetzt erfolgte Aufstockung sei somit „eine Rückkehr zu alter Stärke“, wie es Peter Berlin beschrieb.

Mehr Ausbildungsplätze

Ein wesentlicher Punkt, den der 35-Jährige auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins zur Sprache brachte, ist der Umbau der Radiologie. „Die Umbaumaßnahmen im Bereich der Radiologie sind die große Baumaßnahme, die wir voraussichtlich im März dieses Jahres abschließen werden.“ Mitte März werde dann als letzter Baustein das neue MRT geliefert und eingebaut, so dass die Radiologie, „die ein wesentlicher Bestandteil für die Weiterentwicklung unserer Klinik ist“, planmäßig Anfang April die ersten Röntgenbilder liefern wird.

Aufgrund der steigenden Anzahl an Betten und auch an Patienten sei zwangsläufig auch mehr Personal vonnöten, unterstrich Berlin. Das Personal habe sich in den letzten sechs Jahren zwar nahezu verdoppelt, doch sei es nach wie vor schwierig, „geeignetes Personal zu finden“. Daher formulierte der Geschäftsführer es als „wesentliches Ziel, die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen“.

Derzeit verfüge das Haus über zehn Ausbildungsplätze, so dass in jedem Jahr drei oder maximal vier neue Auszubildende eingestellt werden können. Diese Zahl soll jedoch, nach den Worten des Geschäftsführers, auf 25 aufgestockt werden, so dass jährlich acht bis neun neue Auszubildende in den Dienst treten können. „Dieser Prozess ist noch im Gange, doch wir sind guter Dinge, dass die Bezirksregierung noch im ersten Halbjahr 2017 ihre Zusicherung gibt und wir diese Möglichkeit bekommen“, äußerte sich Berlin hoffnungsvoll.

Elfriede Hennicke, die in ihrem Geschäftsbericht auf die Tätigkeiten des Fördervereines zu sprechen kam, betonte vor allem die getätigten Anschaffungen: „Wir konnten uns an der Anschaffung eines hochflexiblen Mobilisationsbettes beteiligen, das für die Patienten angenehm und die Angestellten rückenschonend ist.“ Zudem seien zwei Rollboards angeschafft worden, die das problemlose Umlagern von Patienten ermöglichten. Ein zentrales Ziel für dieses Jahr sei der Auftritt im Internet. „Wir sind guter Dinge, im Sommer eine eigene Seite zu haben und sind im ständigen Kontakt mit der Geschäftsführung des Krankenhauses“, versicherte Hennicke.

Auch kam Peter Berlin noch auf die zwei „Steckenpferde“ der Simmerather Klinik zu sprechen. Während er berichtete, dass die Eifelklinik im Bereich der Venenchirurgie „bereits seit drei Jahren auf Platz eins im Rheinland liegt“, sei man nun auch im Bereich der Endoprothesen unter den besten fünf der insgesamt 147 aufgeführten Kliniken angelangt. So habe man im abgelaufenen Jahr an die 1000 dieser künstlichen Implantate für Hüfte, Knie oder Schulter „verbaut“.

Insgesamt zog Peter Berlin ein zufriedenes Fazit und blickt optimistisch in das noch junge Jahr: „Wir sind mit unserer Station, die seit November letzten Jahres wieder in Betrieb ist, der Station drei, die in Kürze wieder in Betrieb gehen wird, und auch insgesamt den strukturellen Voraussetzungen gut aufgestellt für die Weiterentwicklung in der Zukunft.“

141 Mitglieder im Förderverein

Hubert Breuer, der Vorsitzende des Fördervereines, merkte an, dass man „etwas beruhigt in die Zukunft schauen kann, da wir auch schon schwierigere Zeiten erlebt haben.“ Der Verein, der sich Anfang der 2000er Jahre gründete und sich den Erhalt des Krankenhauses durch Spenden auf die Fahnen geschrieben hat, als die Bettenzahl zurückging, zählt zurzeit 141 Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder des Vereins ist im Vergleich zum Vorjahr zwar um sieben zurückgegangen, aber dennoch war die Resonanz auf der Mitgliederversammlung etwas enttäuschend, da von den 141 lediglich eine Handvoll anwesend war.

Breuer ging während der Versammlung auch noch auf die Vorteile ein, die den Mitgliedern des Fördervereins nach dem Erhalt des Mitgliedsausweises zur Verfügung stehen: „Bei einem Aufenthalt im Simmerather Krankenhaus entfallen die Fernsehgebühren und es gibt täglich kostenfrei eine Tageszeitung“, erklärte er. Und auch die Parkgebühren auf dem Parkplatz der Klinik sollen in naher Zukunft für Mitglieder des Fördervereines entfallen, war der Tenor auf der Mitgliederversammlung.

Bevor Hubert Breuer die Veranstaltung nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes schloss, ließ Peter Berlin es sich jedoch nicht nehmen, jedem Vorstandsmitglied als Dank für die gute Zusammenarbeit ein kleines Präsent zukommen zu lassen.

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