Simmerath sieht „ruinösen Wettbewerb”

Von: P. St.
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In Sorge um den Standort Simmerath: Simmerather Geschäftsleute überreichten Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns jetzt einen Appell, der sich gegen die „völlig überdimensionierte Planung” der Gewerbeflächenerweiterung in Imgenbroich wendet. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Einen „ruinösen Wettbewerb” sehen die Simmerather Geschäftsleute im Bestreben der Stadt Monschau, die Gewerbeflächen zwischen Imgenbroich und Konzen großflächig auszudehnen.

Zehn namhafte Unternehmen haben deshalb einen Appell unterzeichnet, „diese völlig überdimensionierte Planung” zu stoppen.

Überreicht wurde das Schreiben an den Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der die Sorgen der Simmerather Geschäftswelt in vollem Umfang teilt. Auch er befürchtet bei Umsetzung der Planung in Imgenbroich einen „Verdrängungswettbewerb, bei dem es, allein schon vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung nur Verlierer geben wird.”

Die Simmerather Einzelhändler wenden sich auch an die hiesigen Kommunalpolitiker, „diesem Treiben der Stadt Monschau Einhalt zu gebieten.” Laut Michael Haas, dem Vorsitzenden des Gewerbevereins Simmerath, sei in Imgenbroich eine Erweiterungsfläche vorgesehen, die die bisherige Fläche nahezu verdoppeln würde. Das Angebot gehe damit weit über den Bedarf der Stadt Monschau hinaus und vertrage sich auch nicht mit den Aussagen im regionalen Einzelhandelskonzept.

Die Konzeption der Stadt Monschau sieht vor, gegenüber dem Himo einen Lebensmittel-Vollsortimenter in einer Größenordnung von rund 3000 Quadratmetern Größe anzusiedeln. Die Pläne für ein Gewerbegebiet Imgenbroich-Nord sehen weiterhin großflächigen Einzelhandel in Richtung Konzen sowie „nicht wesentlich störendes Gewerbe” vor.

Vollversorgung der Bürger

Die Simmerather Einzelhändler gehen davon aus, dass auf 50.000 Quadratmetern neu geschaffener Gewerbebaufläche 30.000 Quadratmeter neue Einzelhandelsflächen angesiedelt werden sollen. Derzeit betrage die Gesamt-Gewerbefläche im Stadtgebiet Monschau 20315 Quadratmeter, davon 7800 Quadratmeter in Imgenbroich. Die gesamte Einzelhandelsfläche der Gemeinde Simmerath (einschließlich aller Nebenorte) belaufe sich derzeit auf 28.565 Quadratmeter.

Bereits jetzt binde die Stadt Monschau 104 Prozent der möglichen Kaufkraft in ihrem Stadtgebiet, verfüge also derzeit über eine Vollversorgung ihrer Bürger.

Nun sei beabsichtigt, bisheriges Weideland aufzuwerten und „zu einem Spottpreis von voraussichtlich unter 20 Euro pro Quadratmeter ansiedlungswilligen Einzelhändlern zur Verfügung zu stellen.” Diese Subvention verfolge die Absicht, „den Einzelhandel in der Eifel zu Lasten der Kommunen Simmerath und Roetgen in Imgenbroich zu konzentrieren.”

Eine solche Entwicklung sei „erkennbar nicht auf eine Versorgung der Bürger der Stadt Monschau ausgerichtet, sondern soll die Stadtorte Roetgen und Simmerath schwächen”, heißt in dem Appell. Bereits jetzt seien Einzelhändler aus diesen Kommunen auf eine Umsiedlung in das neue „Gigantopia” in Imgenbroich angesprochen worden. Man sieht in den Plänen eine „massive Bedrohung der Existenz der Einzelhändler in Simmerath.”
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