Simmerath - Simmerath schaut dem Wandel nicht tatenlos zu

Simmerath schaut dem Wandel nicht tatenlos zu

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
sim-demobild
Wir werden älter und weniger: Das ist das Fazit der demografischen Erhebung für die Gemeinde Simmerath bis zum Jahr 2030. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Wir werden älter und weniger.” Auf diese knappe Formel brachte Dr. Nina-Mika Helfmeier das Ergebnis eines Kompendiums zum demografischem Wandel in der Städteregion Aachen, bezogen auf die Gemeinde Simmerath.

Nina-Mika Helfmeier und ihre Mitarbeiterinnen Dipl.-Soz. Antje Rüter und Prof. Gabriele Veldkamp von der Stabsstelle Kultur, Empirische Forschung und Gleichstellung der Städteregion Aachen stellten dem Generationen-, Schul- und Sozialausschuss den Bericht jetzt detailliert vor.

Zugrunde gelegt waren dabei Zahlen des Landesamtes für Statistik von 2008 bis 2030. Und die Prognosen für Simmerath sind dabei düster, ebenso auch für die Nachbarkommune Monschau, wo der Bericht zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt wird.

Die Eifelkommunen fallen bezogen auf die Bevölkerungsentwicklung in den kommenden 20 Jahren in den roten Bereich. In Simmerath sind es 9,1 Prozent Rückgang, in Monschau gar 14,6 Prozent bis zum Jahr 2030. Auch in anderen Kommunen der Städteregion ist die Entwicklung ähnlich, wenn auch nicht so dramatisch: Stolberg verliert 2,5 Prozent, Eschweiler sechs Prozent und Alsdorf beispielsweise 6,6 Prozent.

Die Gemeinde Roetgen steht mit einem Bevölkerungswachstum von 4,5 Prozent auf der Gewinnerseite. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Es ist die Nähe zum Ballungszentrum Aachen. Von dieser Stadtnähe profitiert auch Würselen, die einzige Kommune in der Städteregion, die sich ohnehin die wenigsten Sorgen um die demografische Entwicklung machen muss, denn selbst in der besonders wichtigen Altersgruppe der 20- 45-jährigen wird sie bis 2030 so gut wie keine Verluste erleiden.

Ganz anders ist dagegen die Situation an der Peripherie in der südlichen Städteregion. In der Altersgruppe der Fünf- bis 20-Jährigen sackt Simmerath in den nächsten 20 Jahren um 37 Prozent ab, Monschau gar um 44 Prozent. Bei den 20- bis 45-Jährigen beträgt der Rückgang in Simmerath 42 Prozent, in Monschau 35 Prozent.

Die Nähe zum einem Ballungszentrum räumt der Bericht als unschätzbaren Vorteil ein, aber es gibt noch einen anderen wichtigen Aspekt. Würselen als eine Stadt mit vielen Zuzügen schuf schon früh familienfreundliche Strukturen für die Kinderbetreuung, eine Aufgabe, die in den Eifelkommunen in den 70er Jahren überhaupt nicht zur Debatte stand, weil intakte Familien diesen Part übernahmen. Diese Situation hat sich nun grundlegend geändert.

Spitzenreiter bei den Senioren

An der Tatsache, dass die Gesellschaft älter wird, kommt auch keine Kommune in der Städteregion vorbei. In der Altersgruppe der bis 80-Jährigen werden im Jahr 2030 Simmerath und Roetgen mit einer Zunahme von 46 bzw. 49 Prozent die Spitzengruppe bilden.

Und noch ein Zahl gibt zu denken: Die Zahl der gebärfähigen Frauen in Simmerath wird bis 2030 um 45 Prozent zurückgehen.

Nina-Mika Helfmeier wird auf der Grundlage des 550 Seiten starken Kompendiums den Kommunen Handlungsempfehlungen an die Hand geben, ebenso wird die Städteregion ihre Unterstützung bei der Umsetzung von Präventations-Strategien anbieten.

„Der demografische Wandel ist die größte Herausforderung für die Gemeinde Simmerath in der Zukunft”, machte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns den Ernst der Lage deutlich. Die Herausforderung bestehe darin, ob es gelinge, Einfluss auf die prognostizierte Entwicklung zu nehmen und den demografischen Wandel abzumildern

Durch den Erhalt von kleinen Kindergartengruppe in der Gemeinde und den Ausbau von Offenen Ganztagsschulen seien bereits Erfolge zu verzeichnen. Das ehrenamtliche Engagement müsse mehr gefördert werden und ein attraktives Wohnumfeld geschaffen werden. Hermanns: „Baugebiete ausweisen allein reicht nicht aus”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert